Magisterarbeit, 2004
171 Seiten, Note: 2,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Gedankenexperimente – personale Identität als metaphysisches Problem
2.1 Die Debatte über die personale Identität in der analytischen Metaphysik – ein kurzes Resümee
2.2 Bernard Williams: "Das Selbst und die Zukunft"
2.2.1 Ein Körpertausch zweier Personen – oder doch nicht?
2.2.2 Bernard Williams: Gedankenexperiment aus der Innenperspektive – ein Appell an das 'Cartesianische Ego' des Lesers
2.3 John Perry: "Kann das Ich sich teilen?"
2.3.1 Ein weiteres Gedankenexperiment
2.3.2 Personale Identität als logisches und sprachphilosophisches Problem
2.4 Robert Nozick: "Personale Identität in der Zeit"
2.4.1 Die Theorie des direkten Nachfolgers
2.4.2 Das Paradox zweier gleichberechtigter Nachfolger
2.5 Christine M. Korsgaard: "Personale Identität und die Einheit des Handelns: Eine Kantianische Antwort auf Parfit"
2.5.1 Die Person als Handlungssubjekt
2.5.2 Wie frei bin ich außerhalb paternalistischer Übergriffe? Ein Exkurs in die Moralphilosophie
2.6 Abschließende Worte
3 Philosophie des Geistes
3.1 Überleitung: Innenperspektive (erste Person-Perspektive)
3.2 Descartes, Skeptizismus, Dualismus und Realismus
3.3 Idealismus
3.4 Materialismus und Physikalismus
3.5 Empirismus und Rationalismus
3.6 Stellungnahme
3.7 Einordnung der Problematik im Zusammenhang mit der personalen Identität
4 Naturalismus und empirische Erklärungsansätze der personalen Identität
4.1 Vorwort
4.2 Was ist Naturalismus?
4.3 Naturalismus, Apriorismus in der Erkenntnistheorie und Intuition als Mittel zur Erkenntnis
4.4 Kathleen Wilkes' "Real People"
4.4.1 Gedankenexperimente
4.4.2 Die sechs Bedingungen der Personalität von Daniel Dennett
4.4.3 Grenzfälle von Personen: Neugeborene und Föten
4.4.4 Grenzfälle von Personen: Geisteskranke
4.4.5 Einheit und Kontinuität des Bewusstseins
4.4.6 Grenzfälle von Personen: Multiple Persönlichkeiten
4.4.7 Kommissurotomie und zwei Bewusstseine
4.4.8 Über die Begriffe 'Geist' und 'Bewusstsein'
4.5 Dualismus, Geist und Bewusstsein aus Sicht der Neurophysiologie
4.6 Die Person als soziales Wesen in Dialektik mit ihrer Umwelt
4.7 'Person' als normativer Begriff
5 Fazit
Die Arbeit untersucht das philosophische Problem der personalen Identität und stellt die Frage, wie ein Mensch über die Zeit hinweg als dieselbe Person identifiziert werden kann. Ziel ist es, die Grenzen klassischer metaphysischer Gedankenexperimente aufzuzeigen und stattdessen einen naturalistischen und empirisch fundierten Erklärungsansatz zu etablieren, der den Menschen als soziales und biologisches Wesen in den Mittelpunkt stellt.
2.2.1 Ein Körpertausch zweier Personen – oder doch nicht?
In diesem Szenario spielt Williams die Möglichkeit eines Körpertausches von zwei Personen durch. Der besondere Clou hierbei besteht darin, dass Williams dies nicht nur aus der Außenperspektive (dritte Person-Perspektive) tut, sondern denselben Vorgang auch aus der Innenperspektive (erste Person-Perspektive) schildert, d.h. er versucht darzustellen, wie sich dasselbe Ereignis anfühlt, wenn mir etwas derartiges passieren würde. Williams will damit aufzeigen, wie paradox das von Shoemaker in die Debatte eingebrachte Gedankenexperiment über den Fall 'Brownson' tatsächlich ist, wenn einem ein derartiges Ereignis selbst zustoßen würde. Williams führt hier ein neues Element in die Debatte ein: die Sorge um die eigene Zukunft, d.h. die Sorge darum, was meinem Körper in der Zukunft widerfahren wird (bisher lag der Fokus in der Debatte über die personale Identität eher auf den Erinnerungen einer Person und war damit hauptsächlich an deren Vergangenheit ausgerichtet). Die interessante Frage ist hierbei, ob es sich tatsächlich um die eigene oder nicht doch die Zukunft (irgend)einer anderen Person handelt. Elementarer Bestandteil von Williams' Gedankenexperimentes ist daher die Angst vor einer (möglichen) Folter.
Der gedankliche Versuchsaufbau sieht folgendermaßen aus: Zwei Personen – A und B – haben sich zu einem Versuch bereit erklärt, bei dem sie sich mittels einer neuartigen Maschine einem Körpertausch unterziehen werden (dabei werden die Informationen beider Gehirne entnommen, in der Maschine gespeichert und anschließend in das jeweils andere Gehirn eingespeist). Das bedeutet, dass sich A's Erinnerungen, Charakter und Geschmack hinterher in B's Körper und B's Erinnerungen, Charakter und Geschmack hinterher in A's Körper befinden sollen. Dann werden beide gebeten, sich vor dem Versuch zu entscheiden, welcher der beiden Körper nach dem Versuch gefoltert werden soll, und welcher der beiden Körper eine große Geldsumme erhalten soll, "wobei diese Entscheidung (wenn möglich) aus eigennützigen Gründen zu treffen ist." (Williams, 1978b, 81) Der Versuch wird durchgeführt und hinterher entscheidet das Los, welche der beiden Personen gefoltert wird, und welche das Geld erhält.
1 Einleitung: Definiert das Interesse am Personenbegriff aus moralischer und rechtlicher Sicht und skizziert die drei zentralen Fragen der Arbeit: Was ist eine Person, was ist Identität und wie konstituiert sich personale Identität.
2 Gedankenexperimente – personale Identität als metaphysisches Problem: Diskutiert einflussreiche Gedankenexperimente (Williams, Perry, Nozick, Korsgaard), um deren Grenzen in der metaphysischen Debatte aufzuzeigen.
3 Philosophie des Geistes: Beleuchtet klassische Positionen wie Dualismus, Materialismus und Idealismus, um die Innenperspektive und die Problematik des Cartesianischen Egos einzuordnen.
4 Naturalismus und empirische Erklärungsansätze der personalen Identität: Plädiert für einen naturalistischen Ansatz und untersucht unter Einbezug von Kathleen Wilkes und Daniel Dennett Bedingungen für Personsein sowie Grenzfälle wie Geisteskrankheit und Multiple Persönlichkeiten.
5 Fazit: Fasst zusammen, dass eine metaphysische Lösung für das Identitätsproblem nicht zielführend ist und Identität stattdessen als empirisch sowie konventionell verhandeltes Konzept verstanden werden sollte.
Personale Identität, Gedankenexperimente, Naturalismus, Philosophie des Geistes, Erste Person-Perspektive, diachrone Identität, Körperkriterium, Erinnerungskriterium, Cartesianisches Ego, Bewusstsein, soziale Konstruktion, Verantwortung, Handlungssubjekt, empirische Wissenschaften.
Die Arbeit untersucht das philosophische Problem der personalen Identität, insbesondere die Frage, wie wir bestimmen können, ob eine Person über die Zeit hinweg dieselbe bleibt.
Die Arbeit verknüpft analytische Metaphysik, Philosophie des Geistes und Ansätze aus der empirischen Sozialforschung und Neurowissenschaft, um den Begriff der Person neu zu bewerten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass klassische metaphysische Gedankenexperimente keine befriedigenden Antworten auf die Identitätsfrage liefern, und stattdessen eine naturalistische und stärker empirisch orientierte Sichtweise zu begründen.
Es wird eine kritische Analyse philosophischer Debatten durchgeführt, die durch den Vergleich von metaphysischen Ansätzen mit Erkenntnissen aus den Sozialwissenschaften und der Neurophysiologie ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion bekannter Gedankenexperimente, einen Exkurs in die Philosophie des Geistes und die Argumentation für einen naturalistischen Personenbegriff, der auch soziale und biologische Faktoren berücksichtigt.
Personale Identität, Naturalismus, Innenperspektive, Gedankenexperimente, Handlungssubjekt und empirische Bedingungen der Identität.
Sie argumentiert, dass diese Experimente oft auf lebensfremden, hochspekulativen Szenarien basieren, die unsere alltäglichen sprachlichen und semantischen Intuitionen überfordern, ohne einen echten Erkenntnisgewinn für reale Fragen der moralischen Verantwortung zu bieten.
Die Autorin vertritt die Auffassung, dass die Person ein soziales Wesen ist, dessen Identität in dialektischer Wechselwirkung mit ihrer Umwelt und durch soziale Konstruktionen entsteht, statt ein isoliertes, in sich ruhendes Cartesianisches Ego zu sein.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

