Diplomarbeit, 2006
110 Seiten, Note: 1,00
Einleitung
Migrationsgeschichte Österreichs und derzeitige Situation
Welche schulpolitischen Maßnahmen wurden zur Integration gesetzt?
Überblick über den Aufbau der vorliegenden Arbeit
1 Theoretischer Hintergrund
1.1 Warum ist Interkulturelles Lernen notwendig?
1.1.1 Soziale Beziehungen in multikulturellen Schulklassen
1.1.2 Gründe für negative Beziehungen zwischen SchülerInnen unterschiedlicher Kulturen
1.1.3 Wie können interkulturelle Freundschaften gefördert werden?
1.2 Die Rolle der Lehrkräfte
1.2.1 Einfluss der Lehrkräfte
1.2.2 Verbesserung von Einstellungen und Verhalten der Lehrkräfte
1.3 Interkulturelles Lernen
1.3.1 Amerikanische Sicht
1.3.2 Die europäische Sicht
1.3.3 Die österreichische Sicht
1.4 Verankerung des Interkulturellen Lernens im österreichischen Lehrplan
1.4.1 Empirische Untersuchung zum Unterrichtsprinzip IKL
2 Empirischer Teil
2.1 Zielsetzung und Fragestellungen
2.2 Untersuchungsdesign
2.3 Erhebungsinstrumente
2.3.1 SchülerInnenfragebogen
2.3.2 LehrerInnenfragebogen
2.3.3 Direktoreninterview
2.4 Untersuchungsdurchführung
2.5 Rahmenbedingungen der beiden Schulen
2.5.1 Kooperative Mittelschule A
2.5.2 Kooperative Mittelschule B
2.6 Stichprobenbeschreibung
2.6.1 SchülerInnenstichprobe
2.6.2 Stichprobenbeschreibung: LehrerInnen
2.7 Itemanalyse und Testgütekriterien
2.7.1 Schwierigkeitsindizes und Reliabilitäten
2.7.2 Kategorienbildung für den Lehrerfragebogen
2.8 Inhaltliche Ergebnisse der Untersuchung
2.8.1 Ergebnisse des Wissenstests
2.8.2 Zielerreichung in beiden Schulen
2.8.3 Ergebnisse des Schulvergleiches
2.8.4 Ergebnisse des LehrerInnenfragebogens
2.8.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
2.9 Diskussion
2.9.1 Diskussion der Ergebnisse der Untersuchung
2.9.2 Maßnahmen zur Verbesserung des Interkulturellen Lernens
Literatur
A Erhebungsinstrumente
A.1 SchülerInnenfragebogen
A.2 LehrerInnenfragebogen
A.3 Interviewleitfaden
Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen des Unterrichtsprinzips "Interkulturelles Lernen" in österreichischen Schulen und identifiziert Faktoren, die für eine erfolgreiche Umsetzung entscheidend sind. Das primäre Ziel ist es zu klären, ob Schulen mit einem expliziten Schwerpunkt auf interkulturellem Lernen bei der Erreichung der im Lehrplan definierten Ziele besser abschneiden als Vergleichsschulen ohne diesen Schwerpunkt.
1.1.2 Gründe für negative Beziehungen zwischen SchülerInnen unterschiedlicher Kulturen
Nach Hallinan (1982) können interkulturelle Beziehungen nur entstehen, wenn es eine Gelegenheit dazu gibt. Nur unter der Bedingung der Desegregation ist es möglich, dass interkulturelle Beziehungen aufgebaut werden können. Einerseits scheint diese Hypothese selbsterklärend zu sein, da es logisch erscheint, dass Beziehungen nur entstehen können, wenn man die Möglichkeit hat miteinander in Kontakt zu treten. Andererseits läßt sich daraus nicht der Umkehrschluss ziehen. Die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme bedeutet weder, dass tatsächlich Kontakt aufgenommen wird, noch dass bei einer Kontaktaufnahme tatsächlich eine positive, dauerhafte Beziehung aufgebaut wird.
Allports Kontakthypothese Allport (1954) untersuchte bereits in den 1950er Jahren die Beziehung zwischen weißen und schwarzen SchülerInnen in Schulen in den USA. Er stellte fest, dass auch nach Beendigung der Segregation von schwarzen SchülerInnen Vorurteile gegenüber der Minderheitengruppe nachwievor bestanden. Er identifizierte vier Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit eine positive Beziehung zwischen den unterschiedlichen Gruppen entstehen kann:
1. Der Status der Gruppen muss innerhalb des Kontaktes gleichwertig sein.
2. Es müssen gemeinsame Ziele vorhanden sein.
3. Der Kontakt sollte freiwillig gesucht und positiv bewertet werden.
4. Der Kontakt muss durch eine Autorität unterstützt werden.
1 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit von Interkulturellem Lernen, beleuchtet die Rolle der Lehrkräfte und stellt verschiedene nationale sowie internationale Konzepte des Interkulturellen Lernens dar.
2 Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt das Untersuchungsdesign, die eingesetzten Erhebungsinstrumente, die Rahmenbedingungen der untersuchten Schulen sowie die Auswertung und Diskussion der gewonnenen Ergebnisse.
Interkulturelles Lernen, Unterrichtsprinzip, österreichischer Lehrplan, soziale Beziehungen, Migration, Integration, Lehrkräfte, Schulklima, Partizipation, Bullying, kooperatives Lernen, empirische Studie, LehrerInnenbildung, interkulturelle Kompetenz, Schulentwicklung
Die Arbeit untersucht, wie das Unterrichtsprinzip „Interkulturelles Lernen“ im Schulalltag umgesetzt wird und welche Auswirkungen dies auf die sozialen Beziehungen zwischen SchülerInnen unterschiedlicher Herkunft hat.
Die Arbeit verknüpft theoretische Ansätze zur sozialen Identität und Kontakthypothese mit der schulischen Praxis, der LehrerInnenausbildung und der konkreten Umsetzung von Integrationsmaßnahmen in Österreich.
Das Ziel ist es, den Einfluss einer expliziten Schwerpunktsetzung auf „Interkulturelles Lernen“ an Schulen zu analysieren und zu prüfen, ob dies zu einer besseren Erreichung der im Lehrplan verankerten Bildungsziele führt.
Die Autorin führte eine quantitative Untersuchung mittels Fragebögen bei SchülerInnen und Lehrkräften sowie qualitative Interviews mit den Schulleitern durch. Zudem wurden statistische Verfahren wie T-Tests und multivariate Varianzanalysen genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zur Relevanz und den Konzepten Interkulturellen Lernens sowie einen empirischen Teil, in dem zwei kooperative Mittelschulen in Wien hinsichtlich ihrer Konzepte und Ergebnisse verglichen werden.
Die wichtigsten Begriffe sind Interkulturelles Lernen, Migration, Integration, Schulklima, Partizipation, Teamteaching, Lehrkräfte und soziale Beziehungen.
Überraschenderweise schnitt die Schule ohne expliziten Schwerpunkt auf Interkulturelles Lernen in den Bereichen Partizipation und Klassenklima signifikant besser ab als die Schule, die diesen Schwerpunkt gezielt gewählt hatte.
Die Autorin vermutet, dass jüngere Lehrkräfte, die ihre Ausbildung nach Einführung spezifischerer pädagogischer Module absolviert haben, sich besser auf die multikulturelle Situation vorbereitet fühlen, was zum besseren Abschneiden der Schule B beigetragen haben könnte.
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