Diplomarbeit, 2005
110 Seiten, Note: 1,3
I Einführung
II Begrifflichkeit
II.1 Zur deutschen und englischen Terminologie
II.2 Begriffsabgrenzung
II.3 Inhaltsbestimmung
II.4 Typisierung und spezielle Formen
III Begründung von Errichtung und Ansiedlung in Industrial Estates
III.1 Angebotseite: Gründe für die Errichtung von Industrial Estates
III.1.1 Wirtschaftspolitik: Wachstumsförderung
III.1.1.1 Bereich Entwicklungspolitik
III.1.1.1.1 Allgemeine entwicklungspolitische Gründe
III.1.1.1.2 Wachstumsorientierte Entwicklungstheorien
III.1.1.1.2.A Das Konzept des ungleichgewichtigen Wachstums
III.1.1.1.2.B Das Konzept des endogenen Wachstumspotentials
III.1.1.1.2.C Das Exportbasiskonzept
III.1.1.2 Bereich Regionalpolitik
III.1.1.2.1 Gründe für den Niedergang von Wirtschaftsregionen
III.1.1.2.2 Sonderzonen als staatliche Reaktion
III.1.1.3 Sonstige wirtschaftspolitische Gründe
III.1.2 Politische und sonstige Gründe
III.1.2.1 Industrial Estates als Instrument der Systemtransformation
III.1.2.2 Sonstige komplementäre Gründe
III.2 Nachfrageseite: Firmengründe für die Ansiedlung
III.2.1 Standortentscheidungen der sich ansiedelnden Unternehmen
III.2.1.1 Zur Standorttheorie allgemein
III.2.1.2 Zu den Standortfaktoren aus der Standortbestimmungslehre
III.2.1.3 Zur empirischen Bedeutung der einzelnen Standortfaktoren
III.2.2 Anwerbung von international tätigen Unternehmen?
III.2.2.1 Theoretische Grundlagen
III.2.2.2 Standortfaktoren aus einer internationalen Perspektive
III.2.2.3 Zur Bedeutung der internen Standortfaktoren
IV Industrial Estates aus systemtheoretischer Sicht
IV.1 Begriffsgebrauch in der Betriebswirtschaftslehre
IV.2 Industrial Estates aus systemtheoretischer Sicht
IV.2.1 Das Industrial Estate als System
IV.2.1.1 Bestandteile der Systemdarstellung
IV.2.1.2 Beschreibung der Bestandteile der Systemdarstellung
IV.2.2 Das Zeitverhalten des System ‚Industrial Estate’
IV.2.2.1 Der Lebenszyklus eines Industrial Estates
IV.2.2.2 Das Verlaufsmuster des Lebenszyklus
IV.2.3 Erläuterung der bisherigen Betrachtung an einem Beispiel
V Erfahrungen mit Industrial Estates
V.1 Die Entwicklung von Industrial Estates in verschiedenen Ländern
V.1.1 Deutschland
V.1.2 Im Ausland
V.1.2.1 Der englischsprachige Raum
V.1.2.2 Entwicklung- und Transformationsländer
V.2 Industrial Estates heute: Eco-Industrial Estates
V.2.1 Einführung in das Konzept der Eco-Industrial Estates
V.2.2 Theoretische Fundierung und wichtige Varianten des Konzeptes
V.2.3 Verbreitung von Eco-Industrial Estates heute
VI Bewertung anhand der Erfahrungen
VI.1 Ökonomische Bewertung
VI.1.1 Industrial Estates zur Förderung regionalen Wachstums
VI.1.1.1 Die gesamtwirtschaftlichen (entwicklungspolitischen) Auswirkungen
VI.1.1.2 Die Bedeutung in ‚Problemregionen’
VI.1.1.3 Bewertung anhand von sonstigen wirtschaftspolitischen Zielen
VI.1.2 Industrial Estates zur Förderung einzelbetrieblichen Wachstums
VI.2 Bewertung anhand ökologischer und sonstiger Ziele
VII Anforderungen für den Erfolg eines Industrial Estates
VII.1 Entwicklung eines Anforderungsmusters
VII.2 Anforderungen bei verschiedenen, einzeln zu betrachtenden Ziele
VII.2.1 Die Aufgaben im Rahmen der Spezifikationsphase
VII.2.1.1 Der optimale Standort eines Industrial Estates
VII.2.1.2 Die Wahl des Typs eines Industrial Estates
VII.2.1.3 Die Auswahl der anzusiedelnden Unternehmen
VII.2.1.4 Die Breite von Gemeinschaftseinrichtungen und –diensten
VII.2.1.5 Die Auswahl der Managementinstanz
VII.2.1.6 Die Ausgestaltung der finanziellen Anreize
VII.2.2 Die Aufgaben in den anderen Phasen
VIII Resümee
Die vorliegende Diplomarbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen der "Industrial Estates" umfassend wissenschaftlich zu erfassen. Dabei wird untersucht, welche Motive zur Errichtung solcher Parks führen, warum sich Unternehmen dort ansiedeln und welche Faktoren für den Erfolg dieser Zonen entscheidend sind, um als Instrument für regionalwirtschaftliches und einzelbetriebliches Wachstum zu dienen.
II.1 Zur deutschen und englischen Terminologie
Großbritannien gilt als das Mutterland der im Rahmen der vorliegenden Arbeit zu diskutierenden Zonen. Dort sind diese Zonen als ‚Industrial Estate’ bekannt (vgl. Hommel 1983: 23). Anfangs wurden ‚Industrial Estates’ als ‚trading estates’, aber auch schon als ‚industrial estates’ bezeichnet. ‚Trade’ bedeutet neben ‚Handel’, ‚Geschäft’ zumindest seit der Industrialisierung auch ‚Gewerbe’. ‚Industry’ bezeichnet auch ‚Gewerbe’ und verdrängte ‚trade’ in dieser Bedeutung im 20. Jahrhundert immer mehr. ‚(Real) estate’ bedeutet ‚Grundstück’, ‚Liegenschaften’, ‚(Land-) Gut’. Es waren ‚estate agents’ (Grundstückmakler), die die ersten Industrial Estates gründeten.
Im US-amerikanischen Sprachgebrauch ist häufig die Bezeichnungen ‚industrial district’ und ‚planned industrial district’ anzutreffen. Selten begegnet man dem Begriff ‚industrial estate’. Der Begriff ‚industrial park’ taucht manchmal in der Fachliteratur auf und betont den Park Charakter einer solchen Landschaft. In den USA sowie in anderen Ländern wird mit der Verwendung des Wortes ‚Park’ oft auf die einheitlichen und ästhetischen Gesichtspunkte sowie auf die planvolle Gestaltung hingewiesen. Manchmal wird zusätzlich mit diesem Wort das Vorhandensein von Grünflächen, umweltfreundlichen Bereichen und Freizeiteinrichtungen, sowie die räumliche Freizügigkeit bei der Bebauung angedeutet. Wichtig ist die allgemeine Anmerkung, dass die Entscheidung der Planer für die Bezeichnung mit dem Zusatz ‚Park’ oft aus Gründen des „Standortmarketing“ geschieht, ohne dass ein solcher Standort das angesprochene Charakteristikum von einem ‚Park’ unbedingt erfüllt (so Hüttermann 1985: 15).
I Einführung: Einleitung in das Thema, Darlegung der Zielsetzung, des theoretischen Bezugsrahmens und des Aufbaus der Arbeit.
II Begrifflichkeit: Erörterung der Terminologie, Abgrenzung zu anderen Zonen wie Sonderwirtschaftszonen und Definition der Industrial Estates.
III Begründung von Errichtung und Ansiedlung in Industrial Estates: Theoretische Analyse der Angebotsgründe durch den Staat und der Standortentscheidungsgründe von Unternehmen.
IV Industrial Estates aus systemtheoretischer Sicht: Ganzheitliche Betrachtung des Industrial Estate als System unter Einbeziehung von Lebenszyklusansätzen.
V Erfahrungen mit Industrial Estates: Zusammenfassung der internationalen Entwicklung von Industrial Estates sowie Vorstellung des Eco-Industrial-Estate-Konzepts.
VI Bewertung anhand der Erfahrungen: Empirische Bewertung der ökonomischen und ökologischen Ziele sowie Diskussion der Erfolgsaussichten.
VII Anforderungen für den Erfolg eines Industrial Estates: Herleitung von Planungs- und Entscheidungsanforderungen für verschiedene Phasen und Ziele.
VIII Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen für die Planung und Errichtung neuer Industrial Estates.
Industrial Estates, Gewerbeparks, Industrieparks, Standortfaktoren, Regionalpolitik, Strukturwandel, Ansiedlungspolitik, Eco-Industrial Estates, Systemtheorie, Wirtschaftswachstum, Standortmarketing, Unternehmensneugründung, Infrastruktur, Standorttheorie, Raumwirtschaftspolitik
Die Arbeit untersucht das Phänomen der "Industrial Estates" – künstlich geschaffene Gewerbe- und Industrieparks – als Instrument zur Förderung von Wirtschaftswachstum auf regionaler und betrieblicher Ebene.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Begründung für die Errichtung solcher Parks, den Standortentscheidungen von Unternehmen, der systemtheoretischen Betrachtung, internationalen Erfahrungen sowie der Ableitung von Erfolgsanforderungen.
Das Ziel ist eine umfassende wissenschaftliche Erfassung des Phänomens "Industrial Estates", um Aussagen über die Tauglichkeit dieser Zonen zur Erreichung spezifischer politischer und ökonomischer Ziele treffen zu können.
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Bezugsrahmen aus der Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie der Wirtschaftsgeographie, kombiniert mit einer deduktiven Entwicklung von Anforderungsmustern und einer Auswertung empirischer Erkenntnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung der Park-Errichtung, eine systemtheoretische Analyse, die Auswertung weltweiter Erfahrungen, eine ökonomische und ökologische Bewertung sowie die praxisorientierte Formulierung von Anforderungen für künftige Projekte.
Wichtige Schlagworte sind Industrial Estates, Standortfaktoren, Regionalpolitik, Strukturwandel, Eco-Industrial Estates, Systemtheorie und Wirtschaftsförderung.
Die Makro-Standortwahl ist primär politisch-ökonomisch motiviert und ordnet sich in übergeordnete nationale Entwicklungsziele ein, während die Mikro-Standortwahl durch Pre-Projekt-Studien spezifische lokale Gegebenheiten und unternehmensspezifische Bedürfnisse berücksichtigen muss.
Sie stellen eine innovative, nachhaltige Weiterentwicklung herkömmlicher Industrieparks dar, die durch systemtheoretische "Closed-Loop"-Konzepte ökologische und ökonomische Effizienz zu verbinden suchen.
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