Doktorarbeit / Dissertation, 1993
166 Seiten
Einleitung
i. blut und puls in der naturphilosophie
Einleitung
1. Zur Interpretation des Blutkreislaufs
a) Der Grundansatz in der Irritabilität
b) Aristotelische Motive
c) Bemerkungen zur Entdeckung des Blutkreislaufs
2. Über den Anfang des animalischen Lebens: das Phänomen des springend-pulsierenden Blutpunkts
3. Organismus, Raum, Zeit und Blut
ii. blut und puls in der religionsphilosophie
1. Vom Blut als dem Symbol und der Substanz des Lebens zur Inkorporation des heiligen Blutes
2. Die Erhebung zum denkenden Puls
iii. eine these über das verhältnis der beiden hauptwerke hegels: die ›phänomenologie des geistes‹ und die ›wissenschaft der logik‹
iv. die diaphanie des pulses
Einleitung
1. Zum Unterschied der Erscheinungsweise von Tier und Mensch
Exkurs: Die spekulative Deutung der Natur der menschlichen Gestalt
2. Das nichterscheinende und das erscheinende Auge, oder: die Skulptur und die Malerei
3. Das schwingende Erzittern der Musik
v. die rede vom ›punkt‹. versuch einer rekonstruktion des systems
1. Über die auf das Materielle bezogene Bedeutung des Ausdrucks ›Punkt‹ in der zur ›Enzyklopädie‹ gehörigen Naturphilosophie
2. Der ›Punkt‹ in seiner geistigen Bedeutung
3. Der Sprung des Punktes
vi. der knoten des monarchen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Metapher des "Pulsierens" in Hegels System und analysiert deren Funktion als Bindeglied zwischen der organischen Natur, der Religionsphilosophie und der dialektischen Logik. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern das "Pulsieren" ein zentrales Strukturmoment von Hegels Begriffsbewegung darstellt.
Einleitung
Es ist nicht unbeachtet geblieben, daß Hegel zur Charakterisierung der Form der Bewegung des Begrifflichen gelegentlich den Ausdruck ›Pulsieren‹ gebraucht. Die bekannteste Passage dürfte dabei eine Stelle aus der Phänomenologie des Geistes sein. Gegen Ende des ersten Teils mit dem Titel A. Bewußtsein, im Übergang vom Bewußtsein zum Selbstbewußtsein, heißt es – in einem Satz, übervoll an Bestimmungen:
»Diese einfache Unendlichkeit oder der absolute Begriff ist das einfache Wesen des Lebens, die Seele der Welt, das allgemeine Blut zu nennen, welches allgegenwärtig durch keinen Unterschied getrübt noch unterbrochen wird, das vielmehr selbst alle Unterschiede ist, so wie ihr Aufgehobensein, also in sich pulsiert, ohne sich zu bewegen, in sich erzittert, ohne unruhig zu sein.« (TWA Bd. 3, S. 132)
Einleitung: Einführung in die Metaphorik des Pulsierens im Denken Hegels und Fragestellung nach deren immanenter Bedeutung für die Begriffsbewegung.
i. blut und puls in der naturphilosophie: Untersuchung, wie Hegel das Blut als "absolute Bewegung" und das Pulsieren als spekulatives Prinzip im Rahmen seiner Naturphilosophie interpretiert.
ii. blut und puls in der religionsphilosophie: Analyse der religiösen Dimension von Blut und Puls, insbesondere im Kontext von Judentum und Christentum.
iii. eine these über das verhältnis der beiden hauptwerke hegels: die ›phänomenologie des geistes‹ und die ›wissenschaft der logik‹: Darlegung der These, dass das Verständnis der Puls-Metapher entscheidend für die Vermittlung zwischen diesen Hauptwerken ist.
iv. die diaphanie des pulses: Untersuchung der ästhetischen Manifestation des Pulses in Skulptur, Malerei und Musik.
v. die rede vom ›punkt‹. versuch einer rekonstruktion des systems: Systematische Rekonstruktion der Bedeutung des "Punktes" in Hegels Natur- und Geistesphilosophie.
vi. der knoten des monarchen: Untersuchung der politischen Philosophie Hegels und der Rolle des Monarchen als "Knoten" im Staatssystem.
Hegel, Pulsieren, Blutkreislauf, spekulative Dialektik, Naturphilosophie, Religionsphilosophie, Phänomenologie des Geistes, Wissenschaft der Logik, Begriff, springender Punkt, absolute Idee, Persönlichkeit, Recht, Monarchie.
Die Arbeit untersucht die philosophische Bedeutung der Metapher des "Pulsierens", die Hegel systematisch auf den Geist und den Begriff anwendet, um die Dynamik seines Denkens zu verdeutlichen.
Die Themen umfassen die Naturphilosophie (das Organische), die Religionsphilosophie, die Kunstphilosophie (Ästhetik) sowie die politische Philosophie und die Logik.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob die Metapher des Pulsierens bloß dekorativ ist oder einen inneren Zusammenhang der Hegelschen Systematik aufzeigt.
Die Arbeit nutzt eine immanente Textauslegung, die Hegels eigene Forderung aufgreift, sich dem "immanenten Rhythmus der Begriffe" zu übergeben, ergänzt durch eine intertextuelle Analyse.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu den verschiedenen Bereichen von Hegels System, angefangen beim Blut in der Naturphilosophie bis hin zur politischen Rolle des Monarchen in der Rechtsphilosophie.
Zentrale Begriffe sind das Pulsieren, der Begriff, der springende Punkt, die absolute Idee und die dialektische Bewegung.
Der Autor identifiziert den "springenden Punkt" als einen zentralen Begriff, der phänomenologisch im Blutkreislauf verwurzelt ist und systematisch den Übergang vom endlichen Sein zum unendlichen, spekulativen Geist markiert.
Der Autor zeigt auf, dass Hegel das Blut in der Naturphilosophie als "Realsymbol" oder Materie des Lebens fasst, welches im Prozess der dialektischen Erhebung in die Subjektivität des Geistes eingeht.
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