Masterarbeit, 2021
128 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Erkenntnisinteressen
1.2 Vorgehensweise
I Theoretischer Teil
2. Grundbegriffe
2.1 Essen und Ernährung
2.2 Ernährungserziehung vs. Ernährungsbildung
2.3 Fehlernährung
2.3.1 Unterernährung
2.3.2 Überernährung
3. Ernährung im Wandel der Zeit
4. Einflussfaktoren auf das kindliche Ernährungsverhalten
4.1 Soziales Umfeld
4.2 Bildung
4.3 Lebensmittelindustrie
4.4 Medien
4.5 Individuelle Faktoren
5. Stellenwert von Ernährung im Kindesalter
5.1 Anforderungen an die kindliche Ernährung
5.2 Bedeutung von Ernährung im schulischen Kontext
6. Ernährung in der Grundschule
6.1 Essensangebote
6.2 Ernährung im Schulunterricht
7. Studien zum Thema Ernährung bei Kindern und Jugendlichen
7.1 EsKiMo-Studie
7.1.1 Aufbau und Design
7.1.2 Ergebnisse der EsKiMo-Studie
7.2 DONALD-Studie
7.2.1. Aufbau und Ziele
7.2.2 Ergebnisse der DONALD-Studie
7.3 Einordnung der Studienergebnisse
7.4 Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen (ErnBildung)
7.4.1 Forschungsdesign der Studie
7.4.2 Durchführung und Analysearbeit
7.4.3 Ergebnisse der ErnBildung-Studie
8. Lösungsansätze
8.1 Die aid-Ernährungspyramide als didaktisches Ernährungsmodell
8.2 Der Ernährungsführerschein als Unterrichtskonzept
8.3 Ernährung als eigenständiges Schulfach
8.4 Ernährungserziehung durch Schulessen
9. Zwischenfazit
II Empirische Analyse
10. Methodisches Vorgehen
10.1 Untersuchungsdesign
10.2 Erhebungsinstrumente der Online-Befragung
10.3 Stichprobe und Durchführung der Online-Befragung
10.4 Auswertungsverfahren
11 Befragungsergebnisse
11.1 Darstellung
11.2 Interpretation der Ergebnisse
11.3 Reflexion über Verlauf und Ergebnisse der Umfrage
12. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Relevanz der Ernährungserziehung in der Grundschule sowie deren aktuelle Vermittlung. Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf das kindliche Ernährungsverhalten zu identifizieren, die Bedeutung von Ernährung im Grundschulalter darzulegen und mittels einer empirischen Online-Befragung bei Eltern zu prüfen, wie diese die Rolle der Schule und das eigene Handeln bewerten.
2.1 Essen und Ernährung
„Gegessen wird mit den Sinnen, ernährt wird mit dem Verstand“ (Lauff 1991, S.34). Dieses Zitat zeigt zwei unterschiedliche Beschreibungen für die oft als Synonym verwendeten Begriffe Essen und Ernährung. Auch Ines Heindl unterscheidet die beiden Begriffe. Für sie ist Essen ‚sinnlich-emotional besetzt und steht für Genuss, Freude, Lust, aber auch Völlerei‘(vgl. Heindl 2003, S.29). Ernährung hingegen sei auf Empfehlungen von Experten bezogen und würde eher mit Verzicht und Unlust verbunden werden (vgl. ebd.). Vergleicht man die Bedeutung des Themas Ernährung im antiken Griechenland mit der Bedeutung des Themas heute, so stellt man fest, dass es in unserer modernen Gesellschaft, so Ekmekcioglu, noch eine zusätzliche Bedeutung als Lifestyle-Faktor bekommen hat (vgl. Ekmekcioglu 2006, S.9). Generell scheint sich also auch der Blick auf Essen und Ernährung im Laufe der Zeit geändert zu haben und nicht umsonst hat bei ‚einem Teil der Bevölkerung ein Umdenken hin zu einer alternativen, gesundheitsbewussteren Ernährungsweise stattgefunden‘ (vgl. Wittkowske et al. 2017, S.8). Im Detail wird dieser Wandel in Kapitel 3 beschrieben.
Auffällig ist, dass hier nicht etwa von „Essensweise“, sondern von „Ernährungsweise“ gesprochen wird. Das liegt sicherlich auch daran, dass ‚Menschen mit „Ernährung“ die Deckung des Nährstoffbedarfs, der durch Körperkonstitutionen, Alter, Geschlecht, Bewegungsverhalten und physiologischen Status beeinflusst und rational besetzt ist,‘ verbinden, während ‚mit dem Begriff „Essen“ Gefühle, Emotionen, Genuss und Geschmack, Symbole und Routinen einhergehen‘ (vgl. Pudel 2002 und Brombach 2011, zitiert nach Mörixbauer et al. 2019, S.10). Deckungsgleich zu den bisher genannten Unterschieden zwischen den Begriffen Essen und Ernährung stellen auch Wittkowske et al. klar heraus, dass es sich bei den Begriffen Essen und Ernährung nicht um Synonyme handelt. Ernährung werde mit kognitiven und gesundheitsbezogenen Aspekten assoziiert, Essen hingegen mit emotionalen Prozessen und Genuss (vgl. Wittkowske et al. 2017, S.8).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Ernährungserziehung vor dem Hintergrund steigender Adipositasraten und definiert die zentralen Leitfragen der Arbeit.
2. Grundbegriffe: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Essen und Ernährung sowie zwischen Ernährungserziehung und Ernährungsbildung, und definiert Formen der Fehlernährung.
3. Ernährung im Wandel der Zeit: Der Wandel der Ernährungsgewohnheiten von der Vergangenheit bis in die moderne Gesellschaft und deren Auswirkungen auf den Stellenwert von Mahlzeiten werden untersucht.
4. Einflussfaktoren auf das kindliche Ernährungsverhalten: Es werden zentrale Einflussfaktoren wie soziales Umfeld, Bildung, Lebensmittelindustrie und Medien hinsichtlich ihres Einflusses auf Kinder analysiert.
5. Stellenwert von Ernährung im Kindesalter: Dieses Kapitel betrachtet die Anforderungen an eine kindgerechte Ernährung und deren Bedeutung für die kognitive sowie körperliche Entwicklung im schulischen Kontext.
6. Ernährung in der Grundschule: Der Fokus liegt auf der Verankerung von Ernährungsthemen in der Schule durch Verpflegungsangebote und das schulische Curriculum.
7. Studien zum Thema Ernährung bei Kindern und Jugendlichen: Es werden große Studien (EsKiMo, DONALD, ErnBildung) herangezogen, um das Ernährungsverhalten von Kindern wissenschaftlich zu fundieren.
8. Lösungsansätze: Verschiedene didaktische Modelle wie die Ernährungspyramide und der Ernährungsführerschein sowie die Idee eines eigenständigen Schulfachs werden als Lösungsstrategien diskutiert.
9. Zwischenfazit: Eine Resümierung der theoretischen Erkenntnisse bildet den Übergang zur empirischen Analyse.
10. Methodisches Vorgehen: Das methodische Design der Online-Befragung bei Eltern wird dargelegt, inklusive Stichprobe, Instrumenten und Auswertungsstrategie.
11 Befragungsergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Studie werden deskriptiv dargestellt, interpretiert und reflektiert.
12. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer Einordnung der Bedeutung der Ernährungserziehung für die Zukunft.
Ernährungserziehung, Ernährungsbildung, Grundschule, Ernährungsverhalten, Fehlernährung, Adipositas, Lebensmittelindustrie, Ernährungskompetenz, Schulisches Curriculum, Elternhaus, Ernährungsstudien, Gesundheitsförderung, EsKiMo, DONALD, Online-Befragung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Ernährungserziehung in der Grundschule und untersucht, inwiefern das Ernährungsverhalten von Kindern durch externe und interne Faktoren beeinflusst wird.
Die Untersuchung deckt die Bereiche Einflussfaktoren (Soziales, Medien, Industrie), die Bedeutung von Ernährung im Schulalltag (Verpflegung, Unterricht) sowie die elterliche Wahrnehmung und Förderung ab.
Das Ziel ist es, die Relevanz der Ernährungserziehung zu analysieren und zu klären, wie diese im Grundschulkontext erfolgreich realisiert und von Eltern bewertet werden kann.
Es wird eine quantitative Forschungsmethode angewandt, konkret eine Online-Befragung von Eltern, ergänzt durch eine umfangreiche Literaturanalyse bestehender Studien und didaktischer Ansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil, der Einflussfaktoren und didaktische Modelle beleuchtet, sowie einen empirischen Teil, der Daten zur elterlichen Perspektive auf das Ernährungsthema auswertet.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Ernährungserziehung, Grundschule, Ernährungsverhalten, Adipositas-Prävention, Ernährungsbildung und Schulisches Curriculum.
Die Befragung zeigt, dass Eltern der Ernährungserziehung eine hohe Relevanz beimessen, jedoch mit dem aktuellen schulisches Angebot (Qualität der Verpflegung, Integration in den Unterricht) eher unzufrieden sind.
Obwohl Eltern sich selbst als eher geringen Einflussfaktor sehen, belegen die Ergebnisse eine hohe Einbindung des Kindes in den Alltag (gemeinsames Kochen, Einkauf), was auf ein starkes Interesse an der gesunden Entwicklung zeigt.
Die Arbeit favorisiert eine stärkere, langfristige Integration von Ernährungsthemen in das schulische Curriculum, idealerweise durch ein eigenes Schulfach oder eine tiefere Verankerung in bestehende Fächer, um die Gesundheit der Kinder nachhaltig zu fördern.
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