Diplomarbeit, 2005
116 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen zum Verständnis weiblicher Genitalverstümmelung
2.1 Terminologie und Klassifikation
2.2 Historische Entwicklung
2.3 Geographische Einordnung, Verteilung, allgemeine Daten und Fakten
2.4 Informationen zur konkreten Umsetzung der Operation
2.5 Die Folgen weiblicher Genitalverstümmelung
2.5.1 Gesundheitliche Folgen
2.5.2 Seelische Folgen
2.5.3 Folgen für die Sexualität
2.5.4 Soziale Folgen
3 Begründungen weiblicher Genitalverstümmelung
3.1 Kultur
3.2 Tradition und Ritual
3.3 Sexualität und Ästhetik
3.4 Religion
3.5 Medizin und Hygiene
3.6 Ökonomie
4 Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland
4.1 Statistik
4.2 Migration und Tradition
4.3 Zur Lebenssituation afrikanischer Migrantinnen
4.4 Exkurs: Weibliche Genitalverstümmelung im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts
5 Intervention
5.1 Möglichkeiten der Intervention – Chancen und Grenzen
5.2 Der lange Weg zur Anerkennung weiblicher Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung auf internationaler Ebene
5.3 Übersicht über rechtliche Regelungen zu weiblicher Genitalverstümmelung
5.3.1 Rechtliche Situation in Afrika
5.3.2 Rechtliche Situation in Europa
5.4 Detaillierte Darstellung aktuellen Rechtslage in Deutschland
5.4.1 Das deutsche Strafrecht
5.4.2 Das deutsche Asylrecht
6 Prävention
6.1 Möglichkeiten von Prävention- Chancen und Grenzen
6.2 Kurzfassung präventiver Maßnahmen
6.2.1 Prävention in Afrika
6.2.2 Prävention in Europa
6.3 Nähere Betrachtung der Arbeit von TERRE DES FEMMES
6.3.1 Hintergrundinformationen zu TERRE DES FEMMES
6.3.2 Projekte in Afrika
6.3.3 Engagement in Deutschland
6.4 Beratungsstellen für afrikanische Migrantinnen in Deutschland
6.4.1 Kurzcharakteristik der verschiedenen Einrichtungen
6.4.2 Kritische Betrachtung der Beratungssituation in Deutschland
7 Weibliche Genitalverstümmelung – Neue Herausforderungen an die Soziale Arbeit?
7.1 Auseinandersetzung mit dem Arbeitstitel der Diplomarbeit
7.2 Berührungspunkte von Sozialer Arbeit und weiblicher Genitalverstümmelung
7.2.1 Der indirekter Kontakt
7.2.2 Der direkte Kontakt
7.2.3 Konkrete Ansätze der Sozialen Arbeit mit genitalverstümmelten Frauen
8 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit zielt darauf ab, die komplexen soziokulturellen, religiösen und ökonomischen Hintergründe der weiblichen Genitalverstümmelung zu durchleuchten und konkrete Interventions- sowie Präventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, wobei insbesondere die Rolle der Sozialen Arbeit in Deutschland bei der Unterstützung betroffener Frauen und der Bekämpfung dieser Praktik untersucht wird.
Die Infibulation oder pharaonische Beschneidung
Die Infibulation ist besonders zerstörerisch. Er umfasst die Entfernung der Klitoris, der inneren Labien und der inneren Schichten der äußeren Labien (oder auch die komplette Abtrennung der äußeren Labien). Die übrig gebliebene Haut wird über der Vaginalöffnung bis auf ein winziges Loch für Urin und Menstruationsblut zusammengenäht oder zusammengesteckt (zum Beispiel mit Akaziendornen, welche beim Durchbohren der Haut Taubheit hervorrufen sollen, was den aktuellen Schmerz etwas lindern kann, LIGHTFOOD-KLEIN, H. 1996: 73) und bildet ein Narbengewebe über der Vagina. Um die kleine, etwa maiskerngroße Öffnung zu gewährleisten, wird während des Heilungsprozesses ein kleines Holzstück, ein Streichholz oder ein Strohhalm in die Wunde gesteckt. Lightfood-Klein nennt dies einen "Keuschheitsgürtel aus dem eigenen Fleisch des Mädchens". (LIGHTFOOD-KLEIN, H. 2003: 64) Der Betroffenen werden bis zu mehreren Wochen die Beine von den Oberschenkeln bis zu den Knöcheln fest zusammengebunden, um den Heilungsprozess zu gewährleisten. Hanny Lightfood-Klein beschreibt den Gang einer infibulierten Frau als unverwechselbar: "Eine infibulierte Frau schlurft langsam und schmerzgepeinigt, hebt kaum die Beine beim Gehen, schleift mit den Füßen über den Boden.“ (LIGHTFOOD-KLEIN, H. 1996: 77)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der weiblichen Genitalverstümmelung ein, stellt die Motivation der Autorin dar und erläutert die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit.
2 Grundlagen zum Verständnis weiblicher Genitalverstümmelung: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Formen der Verstümmelung, skizziert deren historische Ursprünge und gibt einen Überblick über die geographische Verbreitung sowie die vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Folgen.
3 Begründungen weiblicher Genitalverstümmelung: Hier werden die komplexen Motive untersucht, die zum Fortbestand dieser Tradition beitragen, darunter kulturelle Identitätsstiftung, religiöse Mythen, ästhetische Ideale und ökonomische Absicherung.
4 Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Situation von Migrantinnen in Deutschland, beleuchtet den Zusammenhang zwischen Migration und der Bewahrung traditioneller Rituale und ordnet das Phänomen durch einen historischen Exkurs ein.
5 Intervention: Hier werden internationale und nationale rechtliche Regelungen diskutiert, die auf die Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung abzielen, und deren Chancen sowie Grenzen in der praktischen Anwendung aufgezeigt.
6 Prävention: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über präventive Ansätze, stellt die Arbeit von Organisationen wie TERRE DES FEMMES vor und untersucht die Situation und Notwendigkeit spezialisierter Beratungsstellen für afrikanische Migrantinnen.
7 Weibliche Genitalverstümmelung – Neue Herausforderungen an die Soziale Arbeit?: Das abschließende Kapitel reflektiert die spezifischen Einsatzmöglichkeiten und neuen Anforderungen an die Soziale Arbeit bei der Unterstützung betroffener Frauen in Deutschland.
8 Schlussbetrachtung: Die Autorin fasst ihre gewonnenen Erkenntnisse zusammen und plädiert für einen sensiblen, ressourcenorientierten und interdisziplinären Ansatz in der Sozialen Arbeit.
Weibliche Genitalverstümmelung, FGM, Menschenrechte, Soziale Arbeit, Prävention, Intervention, Migration, Infibulation, Klitoridektomie, Empowerment, Beratungsstellen, Trauma, Kultur, Tradition, Deutschland.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung, insbesondere aus der Perspektive der Sozialen Arbeit in Deutschland.
Die zentralen Themen sind das Verständnis der Praktik und ihrer Folgen, die kulturellen und sozialen Begründungen, die rechtliche Situation in Afrika und Europa sowie konkrete Präventions- und Interventionsstrategien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie SozialarbeiterInnen durch ein fundiertes Wissen und einen kultursensiblen Ansatz betroffene Frauen unterstützen und zur Prävention beitragen können.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse, der Auswertung bestehender Statistiken sowie der Einbeziehung von Expertenwissen und Beratungskontexten.
Im Hauptteil werden neben den Grundlagen und Begründungen besonders die aktuelle Rechtslage sowie die praktische Arbeit von Organisationen und Beratungsstellen detailliert dargestellt.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Menschenrechte, interkulturelle Kompetenz, Empowerment und einen ressourcenorientierten Ansatz in der Sozialen Arbeit gekennzeichnet.
Weil die Problematik nicht nur gesundheitliche, sondern auch tiefgreifende soziale, psychische und rechtliche Aspekte berührt, die eine Zusammenarbeit von Medizinern, Sozialarbeitern und Behörden erfordern.
Die Autorin kritisiert eine oft sensationslüsterne und inkompetente Berichterstattung, die Vorurteile schürt, anstatt einen konstruktiven Dialog zu fördern.
Das Asylrecht ist zentral, da die Anerkennung geschlechtsspezifischer Verfolgung, wie bei drohender Genitalverstümmelung, betroffenen Frauen Schutz und eine sicherere Aufenthaltsperspektive bieten kann.
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