Bachelorarbeit, 2018
47 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der sprachgeschichtliche Kontext: Die Emanzipation der ‚spanischen‘ romance vom Lateinischen
3. Das spanische Sprachbewusstsein zwischen Renacimiento und Siglo de Oro
4. Antonio de Nebrija und die Gramática de la lengua castellana von 1492
4.1 Nebrija als „humanista completo“
4.2 Die Prologe der Gramática de la lengua castellana als Ort apologetischer Sprachreflexion
5. Juan de Valdés: Der Diálogo de la lengua von 1535 in kontrastiver Position zu Nebrija
5.1 Externer Vergleich
5.2 Interner Vergleich
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das sich im Renaissance-Humanismus entwickelnde spanische Sprachbewusstsein des 15. und 16. Jahrhunderts. Ziel ist es, die unterschiedlichen sprachkonzeptionellen Ansätze von Antonio de Nebrija und Juan de Valdés kontrastiv gegenüberzustellen und deren historisches sowie fachwissenschaftliches Verständnis von Sprache zu analysieren.
4.1 Nebrija als „humanista completo“
In der Frage des Geburtsjahres des im heutigen Lebrija geborenen Antonio Martínez de Cala y Xarana, der als Universitätslehrender und Autor unter seiner Herkunftsbezeichnung Antonio de Nebrija bekannt war, herrscht in der Forschung kein Konsens. Verstärkt geht man jedoch von dem Jahr 1444 aus, welches ebenso wie das Jahr 1441 den autobiographischen Angaben seines Vocabulario español-latino zu entnehmen ist. Im Folgenden stehen das humanistische Gedankengut Nebrijas im Fokus sowie seine Beweggründe, eine Grammatik des Kastilischen zu verfassen.
Für seine späteren universitären Tätigkeiten sowie für seine zahlreichen Publikationen waren das Studium an der Universität Salamanca und besonders das Stipendium an dem Collegio di San Clemente in Bologna, wo er erstmals mit dem italienischen Humanismus in Kontakt kam, von Bedeutung. Sein dortiger Aufenthalt überrascht kaum, da Italien als ‚Wiege des Humanismus‘ nicht nur aufgrund der markanten sprachlichen und literarischen Leistungen italienischer Gelehrter, sondern auch wegen des Lateinstudiums wegweisend für das spanische Sprachbewusstsein war.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz des spanischen Sprachbewusstseins ein und begründet die Auswahl der zwei zentralen Untersuchungsobjekte im Siglo de Oro.
2. Der sprachgeschichtliche Kontext: Die Emanzipation der ‚spanischen‘ romance vom Lateinischen: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung der iberoromanischen Sprachen und die politische Rolle des Kastilischen während der Reconquista.
3. Das spanische Sprachbewusstsein zwischen Renacimiento und Siglo de Oro: Hier wird der Einfluss des italienischen Humanismus auf das entstehende Sprachbewusstsein in Spanien untersucht.
4. Antonio de Nebrija und die Gramática de la lengua castellana von 1492: Dieses Kapitel widmet sich der Person Nebrijas und analysiert die erste Grammatik des Kastilischen als humanistische Sprachreflexion.
4.1 Nebrija als „humanista completo“: Es werden die biographischen Hintergründe und das humanistische Selbstverständnis von Nebrija beleuchtet.
4.2 Die Prologe der Gramática de la lengua castellana als Ort apologetischer Sprachreflexion: Das Kapitel analysiert die im Prolog dargelegten Beweggründe und das sprachimperialistische Selbstverständnis des Autors.
5. Juan de Valdés: Der Diálogo de la lengua von 1535 in kontrastiver Position zu Nebrija: Dieses Kapitel kontrastiert Valdés’ Werk mit den Ansätzen von Nebrija vor dem Hintergrund des spanischen Humanismus.
5.1 Externer Vergleich: Der Vergleich erfolgt hier anhand der biographischen Aspekte und der literarischen Gattung des Dialogs.
5.2 Interner Vergleich: Hier steht die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Konzepten "ars" und "uso" im Vordergrund.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der kontrastiven Analyse zusammen und bewertet die Bedeutung beider Autoren für die spanische Sprachgeschichte.
Spanische Philologie, Siglo de Oro, Antonio de Nebrija, Juan de Valdés, Gramática de la lengua castellana, Diálogo de la lengua, Sprachbewusstsein, Sprachgeschichte, Kastilisch, Humanismus, ars, uso, Sprachreflexion, Romanistik, Sprachwandel
Die Arbeit analysiert die Unterschiede im Sprachverständnis zwischen Antonio de Nebrija und Juan de Valdés im Spanien des 15. und 16. Jahrhunderts.
Die zentralen Themen sind das spanische Sprachbewusstsein, die Abgrenzung zum Lateinischen, die Rolle des Humanismus und die Konzepte der normativen Grammatik versus des natürlichen Sprachgebrauchs.
Das Ziel ist die kontrastive Gegenüberstellung zweier historischer Zeugnisse des Sprachbewusstseins, um grundlegende sprachkonzeptionelle Unterschiede aufzuarbeiten.
Es wird eine kontrastive linguistische Analyse der Prologe von Nebrijas Grammatik und des Dialogs von Valdés angewandt, eingebettet in einen sprachgeschichtlichen Kontext.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontexts, die Analyse von Nebrijas "humanista completo"-Ansatz sowie den Vergleich von Nebrijas "ars"-Konzept mit Valdés' "uso"-orientiertem Dialog.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachbewusstsein, Siglo de Oro, Romanistik, Humanismus, "ars" und "uso" sowie sprachliche Kodifizierung charakterisieren.
Nebrija vertritt eine normative Kodifizierung durch eine "ars" (Grammatik) nach lateinischem Vorbild, während Valdés den natürlichen Sprachgebrauch ("uso") als maßgebliche Autorität betrachtet.
Valdés kritisiert die künstliche Natur von Nebrijas Regelwerk, das er als unangemessen für eine lebendige Volkssprache empfindet, und führt dies auf Nebrijas andalusische Herkunft zurück.
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