Bachelorarbeit, 2021
45 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Erkenntnisinteresse und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
2 Einordnung der zentralen Begriffe
2.1 Das Erlebnis
2.2 Das Abenteuer
2.3 Wagnis und Wagnissport
2.4 Risiko und Risikosport
2.5 Der Extremsport
3 Erklärungsansätze für das Aufsuchen von Wagnissen
3.1 Gesellschaftstheoretische Hintergründe
3.2 Flow-Theorie
3.3 Sensation Seeking
3.4 Anreiztrias
4 Wagnis im Kontext Schule
4.1 Die pädagogische Perspektive „Etwas wagen und verantworten“
4.2 Die Umsetzung des Wagnisses
4.2.1 Studie nach Schmoll
4.2.2 Studie nach Poweleit und Ruin
4.3 Die Sicherheitsdebatte
4.4 Reflexion und Selbstkonzept
5 Diskussion: Die Bedeutung des Wagnisses im Schulsport
5.1 Die Repräsentation des Wagnisses in der Schule
5.2 Die Rahmenbedingungen
5.3 Die schwache Repräsentation des Wagnisses
5.4 Der Mehrwert des Wagnisses
5.5 Kritik am Wagnis
6 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die pädagogische Bedeutung und die tatsächliche Umsetzung der Perspektive „Etwas wagen und verantworten“ im Schulsport an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie das Wagnis im Schulsport repräsentiert ist, welchen Stellenwert es einnimmt und welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich sind.
2.3 Wagnis und Wagnissport
Als vermutlich wichtigster Begriff der Arbeit wird der Wagnisbegriff behandelt. Das Wagnis kann sowohl dem freizeitlichen Bereich als auch dem pädagogischen Bereich zugeordnet werden. Bei der Betrachtung des Ausdrucks fällt auf, dass sich das Wagnis auf eine konkrete Person bezieht, die sich einer Wagnissituation aussetzt (vgl. Hebbel-Seeger & Liedtke, 2003, S. 111). Das Individuum steht im Zentrum. Geht man ein Wagnis ein, so ist es eine Situation des „unsicheren Handelns“ (Pfitzner, 2001, S. 85). Diese ist aktiv herbeigeführt und hat das Ziel, eine Unsicherheit selbst wahrzunehmen (vgl. Neumann, 1999, S. 67). Durch ein Wagnis hat man die „Möglichkeit […] Grenzsituationen zu erfahren […]. Tod und Leid als mögliche Folgen des Wagens verleihen einen existenziellen Charakter“ (ebd., S. 62). Für Neumann wird das Wagnis durch die Möglichkeit eines schuldvollen Ausgangs charakterisiert, der im schlimmsten Fall mit dem Tod des Wagenden enden kann, aber mindestens schwere Verletzungen mit sich bringt (vgl. ebd., S. 62).
Demgegenüber steht das Wagnis im pädagogischen Kontext. Hier soll ein schwerwiegender Ausgang auf jeden Fall verhindert werden. Im Zentrum stehen viel mehr „besondere Erfahrung[en]“ (Schwarz, 1968, S. 152), die über ein Erlebnis hinausgehen und durch „individuelle Verarbeitung und Reflexion“ (ebd.) nutzbar gemacht werden. Bei einem pädagogischen Wagnis ist die psychische Komponente von Bedeutung, damit meinen Hebbel-Seeger und Liedtke, dass der oder die Wagende nicht unbedingt „seine körperliche Unversehrtheit aufs Spiel [setzt], sondern vielleicht nur die Kontrolle über die Situation oder das Bild, das andere von ihm haben“ (Hebbel-Seeger & Liedtke, 2011, S. 112).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ausgangslage im Schulsport, definiert das Forschungsinteresse und skizziert den Aufbau der literaturgestützten Arbeit.
2 Einordnung der zentralen Begriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Begrifflichkeiten wie Erlebnis, Abenteuer, Wagnis, Risiko und Extremsport definiert und voneinander abgegrenzt.
3 Erklärungsansätze für das Aufsuchen von Wagnissen: Dieses Kapitel stellt gesellschaftstheoretische und psychologische Theorien vor, die das menschliche Motiv erklären, Wagnissituationen aufzusuchen.
4 Wagnis im Kontext Schule: Hier wird die Verankerung des Wagnisses in den pädagogischen Perspektiven sowie dessen Umsetzung in der Schulpraxis anhand von Studien und Sicherheitsdebatten untersucht.
5 Diskussion: Die Bedeutung des Wagnisses im Schulsport: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, um die Forschungsfragen zu beantworten und Möglichkeiten zur Verbesserung der Repräsentation des Wagnisses aufzuzeigen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen, reflektiert die Limitationen der Arbeit und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschung.
Wagnis, Wagnissport, Schulsport, pädagogische Perspektive, Risikokompetenz, Sicherheitserziehung, Flow-Theorie, Sensation Seeking, Persönlichkeitsbildung, Unterrichtsplanung, Reflexion, Selbstkonzept, Risikogesellschaft, Erlebnisgesellschaft, Sportpädagogik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der pädagogischen Perspektive „Etwas wagen und verantworten“ im schulischen Sportunterricht.
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung des Wagnisbegriffs, die empirische Analyse seiner Umsetzung in Schulen und die sicherheitsorientierte pädagogische Gestaltung.
Das Ziel ist zu klären, wie das Wagnis im Sportunterricht repräsentiert ist und warum es trotz seiner pädagogischen Bedeutung oft nur schwach umgesetzt wird.
Es handelt sich um eine rein literaturgestützte Arbeit, die verschiedene Theorien und empirische Studien zur Analyse heranzieht.
Der Hauptteil behandelt theoretische Hintergründe, die Bedeutung von Sicherheitsdebatten im Schulkontext sowie die Reflexion als Werkzeug zur Persönlichkeitsentwicklung.
Wagnis, Schulsport, pädagogische Perspektive, Risikokompetenz, Sicherheitserziehung und Persönlichkeitsbildung sind die zentralen Begriffe.
Obwohl das Wagnis offiziell in den Rahmenvorgaben verankert und für die ganzheitliche Bildung wichtig ist, zeigt die Untersuchung eine bemerkenswert schwache Repräsentation im tatsächlichen Unterricht.
Lehrkräfte sind die Hauptakteure; ihre persönlichen Kompetenzen und Interessen beeinflussen maßgeblich, ob das Wagnis im Unterricht stattfindet oder aufgrund von Unsicherheiten vermieden wird.
Die Reflexion ist notwendig, um das Erlebte zu verarbeiten, den Transfer in den Alltag zu ermöglichen und sicherzustellen, dass die pädagogischen Ziele wie Persönlichkeitsstärkung nachhaltig erreicht werden.
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