Diplomarbeit, 2007
119 Seiten, Note: 2,0
I. EINLEITUNG
II. DIE DDR UND DIE GEMEINWESENARBEIT – AUF DER SUCHE NACH EINEM THEORETISCHEN RAHMEN
1. DIE DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK
1.1. Das politische System der Deutschen Demokratischen Republik
1.2. Das Sozialwesen der DDR
1.2.1. Die sozialpolitische Ausrichtung der DDR
1.2.2. Gesundheits- und Sozialwesen
1.2.3. Jugendhilfe
1.2.4. Ausbildung von Fachkräften des Sozialwesens
1.2.5. Wohnungswesen
1.3. „Kirche im Sozialismus“ – Verständnis von Gemeinde
2. GEMEINWESENARBEIT
2.1. Vom Settlement zur Dritten Methode der Sozialarbeit
2.2. Ansätze einer Gemeinwesenarbeit
2.2.1. Wohlfahrtsstaatliche Gemeinwesenarbeit
2.2.2. Integrative Gemeinwesenarbeit
2.2.3. Aggressive Gemeinwesenarbeit
2.2.4. Gemeinwesenarbeit nach Saul D. Alinsky
2.2.5. Katalytisch-aktivierende Gemeinwesenarbeit
2.3. Gemeinwesenarbeit – Mehr als die Dritte Methode
2.4. Stadtteilbezogene Soziale Arbeit
III. METHODIK DER INTERVIEWS
1. GÜTEKRITERIEN UND BEWERTUNGSKRITERIEN QUALITATIVER FORSCHUNG
1.1. Intersubjektive Nachvollziehbarkeit
1.2. Indikation des Forschungsprozesses und der Bewertungskriterien
1.3. Empirische Verankerung der Theoriebildung und -prüfung
1.4. Limitation
1.5. Reflektierte Subjektivität
1.6. Kohärenz
1.7. Relevanz
2. DATENERHEBUNG MIT PROBLEMZENTRIERTEN EXPERTINNENINTERVIEWS
3. DATENAUFBEREITUNG
4. DATENAUSWERTUNG
IV. PRAXIS DER GEMEINWESENARBEIT IN DER DDR AUS SICHT VIERER EXPERTEN
1. INHALTE BZW. ERGEBNISSE AUS DEN INTERVIEWS
1.1. Interviewdarstellung des Interviews mit M.P.
1.2. Interviewdarstellung des Interviews mit J.B.
1.3. Interviewdarstellung des Interviews mit O.F.
1.4. Interviewdarstellung des Interviews mit G.L.
V. DISKUSSION DER ERGEBNISSE – ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNGEN
1. GAB ES UNTER DEN GESELLSCHAFTSPOLITISCHEN VERHÄLTNISSEN DER DDR DIE MÖGLICHKEIT GEMEINWESENARBEIT ZU PRAKTIZIEREN?
2. GAB ES EINE LEHRE VON GEMEINWESENARBEIT IN DER DDR?
3. GAB ES GEMEINWESENARBEITSPROJEKTE IN DER DDR?
VI. RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob in der DDR Gemeinwesenarbeit (GWA) existierte, ausgehend von der bisher unzureichenden Klärung dieses Themas in der Fachliteratur. Das primäre Ziel ist es, einen Beitrag zur Geschichte und Theorie Sozialer Arbeit zu leisten und zu prüfen, ob unter den spezifischen gesellschaftspolitischen Bedingungen der DDR Ansätze von GWA – insbesondere unter dem Schutzraum der Kirche – umsetzbar waren.
1.2.1 Die sozialpolitische Ausrichtung der DDR
Mit der Gründung der DDR entwickelt sich ein neues Sozialsystem, welches sich von der Entwicklung in der BRD unterschied. Voraussetzung hierfür war unteranderem, dass durch die SED propagierte Sozialistische Menschenbild. In diesem Kontext wurde auch der Begriff der Sozialistischen Persönlichkeit verwendet. In Mayers Kleines Lexikon (1971) wird die Persönlichkeit wie folgt definiert:
„Persönlichkeit: allgemein jeder Mensch, der durch produktives, polit., geistig-kulturelles, sittl. Handeln die gesellschaftl. Entwicklung beeinflußt, auch selbstständiger, sittlich gereifter Mensch mit ausgeprägter Eigenart. […] Der Sozialismus führt durch Entwicklung aller Anlagen, Talente und Begabungen der Individuen zur massenhaften Ausbildung aller Menschen zu P., womit der Unterschied zwischen P. und Massen allmählich verschwindet“ (Mayers Kleines Lexikon 1971, 36).
Die Aufgabe der Erziehung zur Sozialistischen Persönlichkeit findet sich in Gesetzten und Verordnungen wieder. Hier ein Auszug aus dem Jugendgesetz der DDR (1974):
„§ 2 (1): Die Entwicklung der jungen Menschen zu sozialistischen Persönlichkeiten ist Bestandteil der Staatspolitik der Deutschen Demokratischen Republik […] § 2 (3) Die Eltern tragen gegenüber der Gesellschaft große Verantwortung für die sozialistische Erziehung ihrer Kinder“ (Schneider 1995, 35).
I. EINLEITUNG: Definiert die Fragestellung und den Kontext der Untersuchung, inklusive der drei zentralen Leitfragen.
II. DIE DDR UND DIE GEMEINWESENARBEIT – AUF DER SUCHE NACH EINEM THEORETISCHEN RAHMEN: Analysiert das politische und soziale System der DDR sowie die verschiedenen theoretischen Ansätze der Gemeinwesenarbeit.
III. METHODIK DER INTERVIEWS: Beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Forschung unter Anwendung problemzentrierter Experteninterviews.
IV. PRAXIS DER GEMEINWESENARBEIT IN DER DDR AUS SICHT VIERER EXPERTEN: Präsentiert die Falldarstellungen und Ergebnisse der geführten Interviews.
V. DISKUSSION DER ERGEBNISSE – ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNGEN: Setzt die theoretischen Erkenntnisse in Bezug zu den empirischen Befunden, um die Forschungsfragen fundiert zu beantworten.
VI. RESÜMEE: Fasst die Kernergebnisse zusammen und plädiert für die Existenz von Gemeinwesenarbeit unter dem Dach der evangelischen Kirche in der DDR.
Gemeinwesenarbeit, DDR, Sozialwesen, Sozialistische Persönlichkeit, Evangelische Kirche, Kirchliche Fürsorge, Sozialarbeit, Sozialraumanalyse, Experteninterview, Aktivierung, Stadtteilarbeit, Partizipation, DDR-Sozialpolitik, Demokatischer Zentralismus, Sozialraumorientierung.
Die Arbeit untersucht, ob es in der DDR, entgegen der gängigen Annahme, Ansätze von Gemeinwesenarbeit (GWA) gegeben hat, wobei der Schwerpunkt auf den 1980er Jahren liegt.
Zentrale Themen sind die Sozialpolitik der DDR, das Wirken der evangelischen Kirche als Schutzraum für soziale Arbeit sowie die Entwicklung und Anwendung von GWA-Methoden in dieser Zeit.
Die Hauptforschungsfrage lautet, ob unter den restriktiven gesellschaftspolitischen Verhältnissen der DDR Möglichkeiten bestanden, Gemeinwesenarbeit zu praktizieren, und ob entsprechende Projekte existierten.
Der Autor nutzt die qualitative Sozialforschung, konkret eine Mischung aus problemzentrierten Interviews (PZI) und Experteninterviews, um die Perspektiven von vier Zeitzeugen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Themas, eine methodische Beschreibung sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion von vier Experteninterviews, die in drei verschiedenen Regionen der DDR tätig waren.
Wichtige Begriffe sind Gemeinwesenarbeit, DDR, kirchliche Fürsorge, Sozialraumorientierung, Partizipation und die Rolle der evangelischen Kirche als Nische für soziale Arbeit.
Die Kirche fungierte als notwendiger Schutzraum, da sie nicht vollständig dem Prinzip des Demokratischen Zentralismus unterlag und so Freiräume für die praktische soziale Arbeit bot.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass GWA in der DDR möglich war, jedoch nur eingeschränkt und primär unter dem Dach der Kirche, wobei die Projekte aufgrund der politischen Bedingungen häufig den Charakter von Experimenten hatten.
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