Bachelorarbeit, 2021
101 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Care Leaver
2.2 Hilfen zur Erziehung
2.3 Transition
3 Lebenslagen der Care Leaver
3.1 Jugend als eigenständige Lebensphase
3.2 Doppelte Benachteiligungsstruktur
3.3 Bedeutung von sozialen Netzwerken
4 Schnittstellen im Sozialleistungssystem
4.1 Schnittstellen in den Hilfen zur Erziehung
4.2 Ende der stationären Hilfe
4.3 Abgrenzungsproblematik zwischen SGB VIII und SGB XII
4.4 Versorgungslücken im Übergangsprozess
5 Betreuungsangebote nach dem stationären Aufenthalt
5.1 Betreutes Wohnen
5.2 Ambulant betreutes Wohnen
6 Methodische Vorgehensweise
6.1 Darstellung der Methodik
6.2 Entwicklung der Fragestellung
6.3 Auswahl der Experten
6.4 Durchführung der Interviews
7 Datenanalyse
7.1 Datenaufbereitung
7.2 Datenauswertung
7.3 Generalisierung
7.4 Ergebnis
8 Fazit
8.1 Auswertung der Fragestellung
8.2 Verifizierung der Hypothesen
8.3 Kritische Reflexion der angewandten Methodik
8.4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die soziale Arbeit Care Leaver beim Übergang aus stationären Wohngruppen in die Selbstständigkeit unterstützt und welche Herausforderungen dabei entstehen. Im Fokus steht die Forschungsfrage, inwiefern das Hilfesystem die Betroffenen im Verselbstständigungsprozess begleitet und welche Auswirkungen diese Unterstützung auf ihren Lebenslauf hat.
3.1 Jugend als eigenständige Lebensphase
Sie [die Jugend; Anm. N.N.] bezeichnet die individuelle Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein, bezieht sich ganz konkret auf eine bestimmte Altersgruppe der Gesellschaft, umfasst in weitem Bogen den vagen Vergleich mit vorangegangenen Generationen und verweist zudem auf die hohe Idealvorstellung von Jugendlichkeit schlechthin (Mienert 2008: S. 17).
Es existiert eine Vielzahl von Definitionen der Jugend, die diesen Lebensabschnitt unterschiedlich betrachteten und abweichende Altersspannen festlegen. Während die Jugend nach Schultze (2018) mit der sexuellen Reife beginnt und nach oben hin kein Ende definiert wird (vgl. S.10), ist die Jugend nach deutschem Bundesgesetz eine an ein Alter gebundene Phase, die mit dem 14ten Lebensjahr beginnt und mit der Volljährigkeit abschließt und somit den Beginn des Erwachsenenalters ankündigt. Laut Schultze (2018) lässt sich insbesondere keine eindeutige Altersspanne der Jugend festlegen, da in unserer modernen Gesellschaft verschiedene Familienbilder, moderne Rollenverteilungen und unterschiedlich lange Ausbildungswege existieren und sich individuelle Lebensverläufe so nicht mehr linear bestimmen lassen, sondern modular erscheinen (vgl. S.10). Dadurch kann die Jugendphase stark ausgedehnt sein und laut Mienerts Definition beispielsweise vom 12ten bis hin zum 30ten Lebensjahr andauern (vgl. Mienert 2008: S.20 ff.). Wiesener betrachtet die Lebensphase der Jugend als einen individualisierten Übergang in das Erwachsenenalter, entkoppelt von Bildung und Beschäftigung, der auch durch individuell getroffene Entscheidungen und diverse Institutionen abseits der Schule maßgeblich bestimmt wird (vgl. Wiesener 2014: S. 5). So unterschiedlich die verschiedenen Definitionen der Jugend auch sind, sehen doch alle die Jugend als eine Phase, die von Veränderung und steigender Autonomie geprägt ist und deren erfolgreiche Bewältigung entscheidend für den weiteren Lebensverlauf sein kann. Der 15te Kinder- und Jugendbericht (2017) benennt als Kernherausforderungen des Jugendalters die Qualifizierung, Selbstpositionierung und Verselbständigung.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Care Leaver und skizziert die Problematik, dass trotz gesetzlicher Ansprüche häufig keine adäquate nachfolgende Unterstützung beim Übergang in die Volljährigkeit erfolgt.
2 Begriffsbestimmung: In diesem Kapitel werden die zentralen Fachbegriffe Care Leaver, Hilfen zur Erziehung sowie der Transitionsbegriff definiert und rechtlich eingeordnet.
3 Lebenslagen der Care Leaver: Es wird die Jugendphase als Entwicklungsabschnitt thematisiert und die doppelte Benachteiligungsstruktur der Care Leaver gegenüber ihren Altersgenossen analysiert.
4 Schnittstellen im Sozialleistungssystem: Die Problematik der Zuständigkeitswechsel zwischen SGB VIII und SGB XII sowie daraus resultierende Versorgungslücken im Übergangsprozess werden dargestellt.
5 Betreuungsangebote nach dem stationären Aufenthalt: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über stationäre und ambulante Betreuungsmodelle, die Care Leavern nach dem Auszug zur Verfügung stehen.
6 Methodische Vorgehensweise: Die methodische Basis der Arbeit, insbesondere die Durchführung von Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften und einem Care Leaver, wird erläutert.
7 Datenanalyse: Die Auswertung der geführten Interviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring wird dargelegt und die Ergebnisse werden mit Ankerbeispielen verknüpft.
8 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage, verifiziert die aufgestellten Hypothesen, reflektiert kritisch die gewählte Methodik und gibt einen Ausblick auf notwendige Verbesserungen.
Care Leaver, Hilfen zur Erziehung, Verselbstständigung, Jugendhilfe, Übergang, Sozialleistungssystem, Betreutes Wohnen, Jugendamt, Transitionsphase, Sozialpädagogik, Lebenslauf, Nachbetreuung, Schnittstellenproblematik, Experteninterview, Alltagskompetenz
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unterstützung von jungen Menschen, sogenannten Care Leavern, die nach einer stationären Jugendhilfemaßnahme in die Selbstständigkeit wechseln.
Zentrale Themen sind die Benachteiligung von Care Leavern, die Komplexität des Sozialleistungssystems, die Rolle der Jugendhilfe und die Bedeutung einer kontinuierlichen Begleitung beim Übergang in das Erwachsenenalter.
Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern die soziale Arbeit die Herausforderungen der Care Leaver erkennt und wie eine erfolgreiche Unterstützung beim Übergang in die Selbstständigkeit gelingen kann.
Es wurde eine qualitative Forschungsarbeit durchgeführt, die auf Experteninterviews (pädagogische Leitung, Jugendamt, Care Leaver) und einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen, die spezifische Lebenssituation der Zielgruppe, Herausforderungen an System-Schnittstellen sowie verschiedene Betreuungsangebote beleuchtet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Care Leaver, Hilfen zur Erziehung, Verselbstständigung, Übergangsprozess und Schnittstellenproblematik charakterisiert.
Mit 18 Jahren endet häufig die stationäre Jugendhilfe, wodurch junge Menschen oft plötzlich auf sich allein gestellt sind, ohne dass sie über ausreichende Ressourcen oder soziale Netzwerke verfügen.
Das Jugendamt ist als Leistungsträger zentral für die Bewilligung weiterführender Hilfen; in der Praxis entstehen jedoch oft Verzögerungen oder Ablehnungen durch unklare Zuständigkeiten.
Eine feste Bezugsperson, die den jungen Menschen bereits kennt, bietet Sicherheit und psychologische Unterstützung, was den Übergang in die Selbstständigkeit signifikant erleichtert.
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