Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 1,9
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Struktur der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Begriffsbestimmung „Resilienz“
2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.3 Das Konzept der Salutogenese von Aaaron Antonovsky
2.3.1 „sence of coherence“ – Kohärenzgefühl
2.3.2 Entwicklung und Veränderbarkeit von Kohärenz
2.3.3 Generalisierte Widerstandsressourcen
2.4 Resilienz als dynamischer Anpassungsprozess
3 Resilienzforschung und relevante Studien
3.1 Kauai–Längsschnittstudie
3.2 Bielefelder Invulnerabilitätsstudie
3.3 Resümee der Forschungsergebnisse
4 Risiko– und Schutzfaktorenkonzept
4.1 Risikofaktorenkonzept
4.1.1 Vulnerabilitätsfaktoren
4.1.2 Risikofaktoren
4.2 Schutzfaktorenkonzept
4.2.1 Personale Ressourcen
4.2.2 Soziale Ressourcen
4.2.3 Familiäre Ressourcen
4.2.4 Resümee Risiko– und Schutzfaktoren
5 Resilienzfaktoren
5.1 Positives Selbstkonzept
5.2 Selbststeuerungsfähigkeit
5.3 Selbstwirksamkeit
5.4 Soziale Kompetenzen
5.5 Umgang mit Stress
5.6 Problemlösekompetenzen
6 Resilienz in der sozialpädagogischen Praxis
6.1 Projekt Petra – PAN
6.2 Fallbeispiel
6.2.1 Verlauf der Hilfe
6.2.2 Resümee
7 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Resilienzförderung in der Kinder- und Jugendhilfe durch Potenzialaktivierung als Grundlage der Sozialen Arbeit genutzt werden kann, um Kindern und Jugendlichen trotz Belastungssituationen eine positive Lebensbewältigung zu ermöglichen.
6.2.1 Verlauf der Hilfe
Im Verlauf der Hilfe zeigte Frau M. eine stetig ansteigende Mitarbeit. Nach dem holprigen Start nahm sie die Termine, zweimal wöchentlich, immer wahr. Auch die anstehenden Drogentests führte sie in Anwesenheit der Pädagogin immer durch und deren Ergebnis war immer negativ. Alle Baustellen von Frau M. konnten im Laufe der Hilfe bearbeitet werden. Frau M. kümmerte sich, gemeinsam mit der Pädagogin, um die Beantragung der Hilfeleistungen des Jobcenters. Gemeinsam wurde auch eine neue Wohnung gesucht, die den Vorgaben des Jobcenters im Sinne der Kostenübernahme entspricht. Durch den Nachweis, dass Frau M. keine Drogen mehr konsumiert, ließ einer der Kindsväter den Antrag auf alleiniges Sorgerecht fallen, so dass der jüngste Sohn bei Frau M. bleiben konnte. Der ältere Sohn entschied vor Gericht selbst, dass er bei seinem Vater leben möchte. Dies war für Frau M. zwar schwierig, aber aus Liebe zu ihrem Kind, akzeptierte sie dessen Wunsch. Frau M. suchte gemeinsam mit der Pädagogin eine Schuldnerberatung auf, um sich den Dingen zu stellen. Weitere Termine wurden auch hier wahrgenommen. Zusätzlich nutzte Frau M. das Angebot der Drogenberatung, zusammen mit der Pädagogin. Ebenfalls konnte Frau M. den Kita-Platz behalten, da alle nötigen Formulare eingereicht wurden und die Kosten nachträglich übernommen wurden. Frau G. führte mit Frau M. immer wieder Gespräche, bestärkte und ermutigte diese. Auch in schwierigen Momenten konnte Frau M. die Unterstützung der Pädagogin annehmen und an sich wachsen. In einem Abschlussgespräch mit dem Jugendamt, welches mit Erstaunen die Protokolle vernahm, wurde die Hilfe schlussendlich beendet, da Frau M. nun in der Lage ist, ihr Leben alleine zu gestalten und in schwierigen Situationen weiß, wie sie damit umgehen muss und wo sie sich Hilfe holen kann.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Resilienzthemas in der Kinder- und Jugendhilfe durch persönliche und fachliche Motivation der Autorin und definiert die Forschungsfrage.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Resilienz sowie das Konzept der Salutogenese von Aaron Antonovsky als theoretische Basis.
3 Resilienzforschung und relevante Studien: Hier werden zentrale wissenschaftliche Studien zur Resilienz, wie die Kauai-Längsschnittstudie, vorgestellt und deren Ergebnisse zusammengefasst.
4 Risiko– und Schutzfaktorenkonzept: Das Kapitel differenziert zwischen Risiko- und Schutzfaktoren und zeigt deren Wechselwirkung im Entwicklungsprozess von Kindern auf.
5 Resilienzfaktoren: Sechs spezifische Resilienzfaktoren wie Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit werden detailliert als protektive Eigenschaften für Kinder erläutert.
6 Resilienz in der sozialpädagogischen Praxis: Hier erfolgt der Transfer in die Praxis, belegt durch das Konzept von Projekt Petra (PAN) und eine detaillierte Fallstudie.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die These, dass Hilfe zur Selbsthilfe durch Potenzialaktivierung langfristige Förderung ermöglicht.
Resilienz, Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Potenzialaktivierung, Salutogenese, Kohärenzgefühl, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Selbstwirksamkeit, Selbstkonzept, Problemlösekompetenz, Hilfe zur Selbsthilfe, Biografiearbeit, Prävention, Resilienzförderung
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe durch den Ansatz der Potenzialaktivierung.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Resilienzforschung, das salutogenetische Modell nach Antonovsky, die Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren sowie deren praktische Anwendung in der sozialpädagogischen Arbeit.
Das Ziel ist zu erforschen, ob und wie Potenzialaktivierung als Methode der Hilfe zur Selbsthilfe eine Grundlage für resilientere pädagogische Arbeit bilden kann, um Betroffene in ihrer Lebensbewältigung nachhaltig zu stärken.
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse aktueller Studien zur Resilienz, ergänzt durch eine exemplarische Fallstudie aus der beruflichen Praxis (Projekt Petra - PAN).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Resilienz- und Schutzfaktorenkonzepte sowie die konkrete Darstellung, wie diese Konzepte in der Praxis angewandt und durch fallbezogene Arbeit zur Stärkung der Klienten genutzt werden können.
Kernbegriffe sind Resilienz, Potenzialaktivierung, Soziale Arbeit, Salutogenese, Schutzfaktoren sowie Hilfe zur Selbsthilfe.
Antonovskys Modell bietet eine ressourcenorientierte Perspektive auf Gesundheit, die sich hervorragend mit dem Resilienzkonzept vereinen lässt, da es den Fokus auf die Faktoren legt, die Menschen trotz Belastungen gesund erhalten.
Das Fallbeispiel illustriert, dass auch bei komplexen Problemstellungen wie Drogenproblematik oder drohendem Sorgerechtsentzug durch einen stärkenorientierten, ressourcenfokussierten Ansatz eine positive Entwicklung und Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit möglich ist.
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