Diplomarbeit, 2008
101 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. TRAUMA – VERLETZUNG DER SEELE
2.1 ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOTRAUMATOLOGIE
2.2 TRAUMA – DEFINITION UND KLASSIFIKATION
2.3 FAKTOREN, PROZESSE UND REAKTIONEN HINSICHTLICH DES TRAUMAS
2.3.1 PRÄTRAUMATISCHE FAKTOREN
2.3.2 PERITRAUMATISCHE REAKTION/AKUTPHASE
2.3.3 POSTTRAUMATISCHE REAKTION/VERARBEITUNGSPHASE
2.4 CHRONIFIZIERUNG DES TRAUMAS – DIE POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG
2.4.1 INTRUSION/WIEDERERLEBEN
2.4.2 KONSTRIKTION/VERMEIDUNG UND BETÄUBUNG
2.4.3 HYPERAROUSAL/ÜBERERREGUNG
2.5 ÜBERLEBEN DES TRAUMAS DURCH DISSOZIATION
2.6 TRAUMA – SCHUTZ- UND RISIKOFAKTOREN
2.6.1 PROTEKTIVE FAKTOREN NACH DEM TRAUMA
2.6.2 RISIKOFAKTOREN
3. DIE BINDUNGSTHEORIE
3.1 PSYCHOANALYSE UND BINDUNG
3.2 BEGRÜNDUNG DER BINDUNGSTHEORIE – JOHN BOWLBY
3.3 WEITERENTWICKLUNG DER BINDUNGSTHEORIE – MARIE AINSWORTH
3.3.1 DIE „FREMDE SITUATION“
3.3.2 BINDUNGSSTILE/BINDUNGSTYPEN
3.4 DIE BINDUNGSTHEORIE – DEFINITION UND ÜBERBLICK
3.5 DIE PSYCHOPATHOLOGIE DER BINDUNG – BINDUNGSSTÖRUNG
4. TRAUMA UND BINDUNG – FOLGEN UND KONSEQUENZEN
4.1 STÖRUNG DER PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG
4.2 SPÄTFOLGEN DURCH TRAUMATISIERUNG IN DER KINDHEIT
4.2.1 ANGST
4.2.2 NICHTZUGEHÖRIGKEIT
4.2.3 VERRAT
4.2.4 SEXUALITÄT
4.2.5 OHNMACHT
4.2.6 CHRONIFIZIERUNG DER DISSOZIATION
4.3 DISSOZIATION IM KONTEXT VON TRAUMA UND BINDUNG – TÄTER-OPFER-SPALTUNG
4.4 PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN – STÖRUNG DER BEZIEHUNGSFÄHIGKEIT
4.4.1 DIE UNSICHER-DESORGANISIERTE BINDUNG UND DAS TRAUMA
4.4.2 DIE BORDERLINE-PERSÖNLICHKEIT
4.5 ERSCHEINUNGSFORMEN VON GEWALT GEGEN KINDER – DEFINITION UND HÄUFIGKEIT
4.5.1 ZAHLEN, FAKTEN, DEFINITION
5. TRAUMA UND BINDUNG – KONSEQUENZEN FÜR DIE SOZIALE ARBEIT
5.1 TRAUMA ALS GESELLSCHAFTLICHES PROBLEM
5.2 GESELLSCHAFTSÜBERGREIFENDE ASPEKTE DER BINDUNGSTHEORIE
5.3 SOZIALE ARBEIT IM KONTEXT VON TRAUMA UND BINDUNG
5.3.1 VON DER BEDEUTUNG DES PROFESSIONELLEN WISSENS
5.3.2 GESCHLECHTSSPEZIFISCHE AUSEINANDERSETZUNG
5.4 HILFE ZUR SELBSTHILFE – EMPOWERMENT
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen frühkindlicher Traumatisierungen auf das Bindungsverhalten von Menschen und analysiert, wie sich daraus resultierende Störungen der Bindungsfähigkeit im Erwachsenenalter manifestieren können. Ziel ist es, die Relevanz dieser Thematik für die Soziale Arbeit aufzuzeigen und konkrete Handlungsansätze zu erarbeiten.
4.2.1 ANGST
Das Gefühl von Angst spielt im Leben vieler traumatisierter Menschen eine entscheidende Rolle. Insbesondere bei sexualisierter Gewalt kann eine diffuse Angst allgegenwärtig sein. Angst ist bedrohlich und kann das Lebensgefühl eines Menschen erheblich einschränken; für Betroffene gehört diese allgegenwärtig dazu, auch wenn sie nicht als selbstverständlich angenommen wird. Studien belegen, dass bei 23,4 Prozent der von einer Angstsymptomatik Betroffenen sexualisierte Gewalt in der Kindheit vorliegt, bei anderen Erfahrungen von Gewalt sind es sogar 44,9 Prozent (vgl. Arnold/Joraschky 2000, S.186f.).
Die Welt als etwas zu erfahren, das außerhalb der eigenen Kontrolle liegt und voller Gefahren steckt, und die damit verbundene Ohnmacht und Hilflosigkeit zu spüren, setzen sich im Erleben des Betroffenen fort und können ein stetiges Gefühl entstehen lassen, Situationen und Anforderungen bzw. dem Leben an sich nicht gewachsen zu sein (vgl. Rothbaum/Foa 2000, S.342).
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Verknüpfung von Psychotraumatologie und Bindungstheorie ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.
2. TRAUMA – VERLETZUNG DER SEELE: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung der Psychotraumatologie, definiert den Traumabegriff und beschreibt die körperlichen sowie psychischen Reaktionen auf Belastungen.
3. DIE BINDUNGSTHEORIE: Hier werden die Grundlagen der Bindungstheorie nach John Bowlby und die Weiterentwicklung durch Marie Ainsworth inklusive der Bindungsstile vorgestellt.
4. TRAUMA UND BINDUNG – FOLGEN UND KONSEQUENZEN: Dieses Kapitel analysiert die langfristigen Auswirkungen von Traumatisierung auf die Persönlichkeitsentwicklung, Dissoziationsphänomene und Bindungsstörungen.
5. TRAUMA UND BINDUNG – KONSEQUENZEN FÜR DIE SOZIALE ARBEIT: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Sozialarbeit und führt das Empowerment-Konzept als methodischen Ansatz ein.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit endet mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Resümee über die Notwendigkeit sensiblen, professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit.
Trauma, Bindung, Psychotraumatologie, Bindungstheorie, Bindungsstörung, Soziale Arbeit, Empowerment, Dissoziation, frühkindliche Traumatisierung, Posttraumatische Belastungsstörung, Bindungsverhalten, Gewalt gegen Kinder, Psychopathologie, Persönlichkeitsentwicklung, Schutzfaktoren.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den langfristigen Auswirkungen von frühkindlichen Traumatisierungen auf die Bindungsfähigkeit von Menschen und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit.
Zentrale Themen sind die psychotraumatologischen Grundlagen, die Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth, die Folgen von Kindheitstraumata für die Persönlichkeitsentwicklung und Methoden der Sozialen Arbeit, insbesondere Empowerment.
Das primäre Ziel ist zu klären, wie sich frühe Traumata auf das Bindungsverhalten auswirken und wie Sozialarbeiter diese Problematik in ihrer professionellen Praxis konstruktiv adressieren können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen und traumatherapeutischen Erkenntnissen sowie deren Bezug zum Fachbereich Sozialwesen.
Der Hauptteil erstreckt sich von der Definition und Klassifikation von Traumata über die Bindungstheorie bis hin zu den spezifischen Folgen wie Dissoziation und Persönlichkeitsstörungen sowie den Konsequenzen für die Soziale Arbeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Trauma, Bindung, Bindungsstörung, Soziale Arbeit und Empowerment.
Eine unsichere Bindung erhöht das Risiko für psychische Störungen, da sie die Fähigkeit beeinträchtigt, Vertrauen aufzubauen und emotionale Sicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen zu finden.
Empowerment dient als ressourcenorientierter Handlungsansatz in der Sozialen Arbeit, um Klienten trotz vergangener Traumata wieder in die Lage zu versetzen, ihren Alltag eigenverantwortlich und kompetent zu gestalten.
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