Bachelorarbeit, 2021
75 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Krankheitsbild Demenz
2.1 Definition
2.2 Ursachen, Risikofaktoren und Demenztypen
2.3 Verbreitung in Deutschland
2.4 Diagnostik
2.5 Symptomatik
2.6 Behandlung und Therapie
2.7 Lebenserwartung und Prävention
3. Herausforderungen im Umgang mit Demenz
3.1 Aus der Sicht der demenziell Erkrankten
3.1.1 Die Phase des bedrohten Ichs
3.1.2 Die Phase des verirrten Ichs
3.1.3 Die Phase des verborgenen Ichs
3.1.4 Die Phase des versunkenen Ichs
3.2 Aus der Sicht der (pflegenden) Angehörigen
3.2.1 Gefühle der Verleugnung und Angst
3.2.2 Gefühle der Wut und Verzweiflung
3.2.3 Gefühle der Schuld und Stress
3.2.4 Gefühle der Trauer und Akzeptanz
4. Heilpädagogische Konzepte und Maßnahmen
4.1 Grundzüge und Ziele
4.2 Konzepte zum Umgang mit demenziell Erkrankten
4.2.1 Die Validation als Kommunikationsmethode nach Naomi Feil
4.2.2 Die person-zentrierte Pflege und Betreuung nach Tom Kitwood
4.2.3 Die mäeutische, erlebnisorientierte Pflege nach Cora van der Kooij
4.2.4 Das Realitäts-Orientierungs-Training nach Weitzel-Polzer
4.2.5 Die Selbst-Erhaltungs-Therapie nach Barbara Romero
4.2.6 Das Montessori-basierte Demenzprogramm nach Cameron J. Camp
4.2.7 Das psychobiografische Pflegemodell nach Erwin Böhm
4.2.8 Die Lebensrückblick- und Erinnerungstherapie nach Robert Neil Butler
4.2.9 Die basale Stimulation nach Andreas Fröhlich
4.2.10 Die psychotherapeutischen Unterstützungskonzepte für Angehörige
4.3 Heilpädagogische und pflegerische Maßnahmen im Einzelnen
4.3.1 Die Orientierung erleichtern
4.3.2 Für angemessene Beschäftigung sorgen
4.3.3 Körperliche Aktivitäten anregen und unterstützen
4.3.4 Geistige Aktivität aufrechterhalten
4.3.5 Vorhandene Fähigkeiten erhalten
4.3.6 Aufgaben vermitteln
4.3.7 Vergesslichkeit kompensieren
4.3.8 Erzählungen aus der Vergangenheit Aufmerksamkeit schenken
4.3.9 Unruhe und Aggressionen reduzieren, abbauen und vermeiden
4.3.10 Integration in soziale Gruppen
4.3.11 Dem inneren Rückzug entgegenwirken
4.3.12 Gefahren minimieren, für Sicherheit sorgen
4.3.13 Die Kommunikation erhalten
4.3.14 Depressionen angemessen begegnen
4.3.15 Körperliche Folgeerkrankungen verhindern
4.3.16 Bewusst Stimulieren
4.3.17 Die Angehörigen entlasten und betreuen
5. Chancen im Umgang mit Demenz
6. Fazit
Die Bachelorarbeit analysiert den Umgang mit demenziell erkrankten Menschen aus einer heilpädagogischen Perspektive unter Einbeziehung psychologischer und gesundheitswissenschaftlicher Konzepte. Das primäre Ziel ist es, Betroffenen und pflegenden Angehörigen wirksame Kommunikations- und Interaktionsstrategien an die Hand zu geben, um den Krankheitsverlauf konstruktiv zu begleiten und dabei sowohl Herausforderungen als auch spirituelle Potenziale des geistigen Wachstums zu beleuchten.
3.1 Aus der Sicht der demenziell Erkrankten
Sie hatte sich tief in sich selbst zurückgezogen. Die Namen ihrer Kinder wusste sie nicht mehr, und zu ihrem Mann sagte sie höflich: „Guten Tag, mein Herr.“ Ja, weit weg war sie, als sei sie nur noch durch einen ganz dünnen Faden mit dem irdischen Leben verbunden. Ihre Augen waren leer. Wenn man hineinschaute, konnte man sie darin nicht mehr wiederfinden. (Stolp, 2016, S. 13)
Dieser Auszug aus dem Gedicht „Der tiefere Sinn der Demenz“ von Hals Stolp beschreibt die geistige Zurückgezogenheit einer Frau, die auf Grund ihrer Demenz nicht nur ihre unmittelbare Umgebung und ihre Liebsten nicht mehr wiedererkennen kann, sondern auch sich selbst zu vergessen scheint. Es lässt zudem vermuten, dass sich die Person im letzten Stadium einer Demenzerkrankung befindet und im Zuge der Krankheit sowohl kognitiv als auch emotional zurückgetreten ist. In ihrem leeren Blick kommt ihre Identität nicht mehr zum Vorschein, und es wirkt als hätte ihr Lebenswille sie bereits verlassen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Demenz ein, erläutert die heilpädagogische Forschungsintention und stellt die zentrale Leitfrage nach der Bedeutung der Erkrankung als seelischer Rückzug oder Chance zum Wachstum.
2. Das Krankheitsbild Demenz: Hier werden medizinische Grundlagen, Demenzformen, Symptomatiken sowie die epidemiologische Verbreitung und therapeutische Möglichkeiten fundiert dargelegt.
3. Herausforderungen im Umgang mit Demenz: Dieses Kapitel analysiert das Ich-Erleben der Erkrankten in vier Phasen sowie die psychische Belastungssituation pflegender Angehöriger im Kontext von Rollenkonflikten und Trauerprozessen.
4. Heilpädagogische Konzepte und Maßnahmen: Im Zentrum stehen hier verschiedene theoretische Betreuungsansätze wie Validation, Person-zentrierte Pflege und Mäeutik, ergänzt durch konkrete Interventionsmaßnahmen im Alltag.
5. Chancen im Umgang mit Demenz: Dieses Kapitel betrachtet Demenz aus einer spirituellen und menschlichen Perspektive als Potenzial für geistiges Wachstum und positive Persönlichkeitsentwicklung.
6. Fazit: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer wertschätzenden, ganzheitlichen Haltung, die den Menschen trotz kognitiver Verluste als Individuum mit Würde begreift.
Demenz, Heilpädagogik, Person-zentrierte Pflege, Angehörigenbelastung, Validation, Biografiearbeit, Alzheimer, Psychobiografisches Pflegemodell, Lebensqualität, Demenzphasen, Basale Stimulation, Trauerarbeit, Seelenpflege, Ressourcenorientierung, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht den professionellen Umgang mit demenziell erkrankten Menschen aus einer heilpädagogischen Perspektive und kombiniert dabei theoretische Konzepte mit praktischen Betreuungsansätzen.
Zu den Schwerpunkten gehören das Krankheitsbild Demenz, die Auswirkungen auf die Identität der Betroffenen sowie die psychische und soziale Belastungssituation für pflegende Angehörige.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Phänomen Demenz zu schaffen und Strategien aufzuzeigen, die sowohl die Lebensqualität der Erkrankten fördern als auch die Angehörigen entlasten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse bestehender psychologischer, gerontologischer und heilpädagogischer Konzepte sowie spiritueller Ansätze.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Krankheitsphasen (Ich-Erleben), eine Darstellung bewährter Betreuungskonzepte wie der Validation oder der person-zentrierten Pflege und eine Aufzählung konkreter pflegerischer Maßnahmen.
Wichtige Begriffe sind Heilpädagogik, Identitätsverlust, Ressourcenorientierung, Angehörigenberatung und der ganzheitliche Ansatz der Seelenpflege.
Die mäeutische Pflege nach Cora van der Kooij nutzt die geschickte Fragestellung als pädagogisches Mittel, um den Betreuten zu helfen, aus eigener Vernunft auf vorhandenes Wissen zuzugreifen.
Anhand der Werke von Hans Stolp wird diskutiert, ob Demenz auch als eine Chance für geistiges Wachstum und die Entdeckung ungenutzter Potenziale begriffen werden kann, anstatt die Krankheit nur als rein negativen Abbauprozess zu sehen.
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