Examensarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Ehe und Liebe im 12. Jahrhundert
2.1. Biblische Grundlagen der mittelalterlichen Ehe- und Liebesauffassung
2.2. Die Position der Kirche zu Ehe und Liebe im Mittelalter
2.3. Das Bild der Frau im 12. Jahrhundert
3. Das Bild der Frau in ‘Erec et Enide’
3.1. Die Schönheit der Enide
3.2. Weitere Wesensmerkmale der Enide
4. Die Konzeption der Ehe in Chrétien de Troyes’ Roman ‘Erec et Enide’
4.1. Der Heiratsantrag
4.2. Der Beginn der Liebe
4.3. Die Hochzeit
4.4. Das Verliegen Erecs
4.5. Die Aventurefahrt
4.5.1. Das Schweigegebot
4.5.2. Der Graf Oringles de Limors
4.5.3. Die Versöhnung
4.5.4. Das Abenteuer der Joie-de-la-Cour
4.6. Die Krönung
5. Zusammenfassung und Auslegung des Romans ‘Erec et Enide’ in Hinsicht auf Chrétien de Troyes’ Konzeption der Ehe
Die Arbeit untersucht die Ehekonzeption Chrétien de Troyes’ in seinem Roman 'Erec et Enide', wobei insbesondere die Entwicklung der Beziehung zwischen den Protagonisten vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Ehetheorie analysiert wird.
3.1. Die Schönheit der Enide
Birgit Arendt formuliert, dass ‘Erec et Enide’ eine „Lobeshymne auf Schönheit als Liebes- und Ehegrund“ sei. Chrétien de Troyes ist davon überzeugt, dass durch Schönheit Liebe entstehe; „La biautez de li m´aluma:“ (V. 3634). Dies hängt mit der Vorstellung des 12.Jh. zusammen, dass die äußere die innere Schönheit wiederspiegelt (Im 13.Jh. verteufelt man im Gegensatz dazu die Schönheit, da sie als verführerisch und gefährlich gilt.). Äußere Schönheit lässt nach dieser Auffassung ein gutes inneres Wesen erkennen. Dieser Gedanke ist bereits in der Bibel auffindbar. Dort werden gottesfürchtige Frauen wie etwa Sarah, die Frau Abrahams, stets als schön beschrieben.
Wenn man den Zusammenhang zwischen Attraktivität und einem guten Wesen außer Acht lassen würde, könnte man meinen, dass Chrétien Enide auf ihr Äußeres reduziere. Vor allem da er auffallend öfter von ihrer Schönheit spricht als von ihren anderen positiven Eigenschaften. Besonders die Verse 437-441 („Que diroie de sa biauté? Ce fu cele por verité qui fu fete por esgarder, qu´an se poïst an li mirer ausi com an un mireor.“) verführen dazu, Enide als gefügiges Objekt (hier: Spiegel) zu sehen. Insofern ist es wichtig, den Zusammenhang von Schönheit und einem guten inneren Wesen im Auge zu behalten.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema der Ehekonzeption bei Chrétien de Troyes und Darstellung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Ehe und Liebe im 12. Jahrhundert: Multiperspektivische Untersuchung der gesellschaftlichen, religiösen und rechtlichen Grundlagen von Liebe und Ehe in der mittelalterlichen Zeit.
3. Das Bild der Frau in ‘Erec et Enide’: Literarwissenschaftliche Analyse der Enide-Figur mit Fokus auf ihre Schönheit und ihre wesentlichen Charaktereigenschaften.
4. Die Konzeption der Ehe in Chrétien de Troyes’ Roman ‘Erec et Enide’: Narratologische Untersuchung der Eheeintwicklung entlang der Romanhandlung von der Verlobung bis zur Krönung.
5. Zusammenfassung und Auslegung des Romans ‘Erec et Enide’ in Hinsicht auf Chrétien de Troyes’ Konzeption der Ehe: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Eheauffassung des Autors in den historischen und literarischen Kontext.
Chrétien de Troyes, Erec et Enide, Mittelalter, Ehe, höfischer Roman, Liebe, Frauenbild, Philia, Eros, Agape, Aventurefahrt, Ehekonzeption, Heiratsantrag, Tugend, Sozialisation.
Die Arbeit behandelt die Konzeption der Ehe in Chrétien de Troyes’ Werk 'Erec et Enide' unter Berücksichtigung mittelalterlicher Ehe- und Liebesvorstellungen.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Ehe im 12. Jahrhundert, die Darstellung des Frauenbildes, die Funktion der höfischen Liebe sowie die Entwicklung der Beziehung der Protagonisten.
Ziel ist es, Chrétiens spezifische Ansicht zur Ehe herauszuarbeiten und zu klären, inwiefern seine Darstellung der Ehe im 'Erec et Enide' von zeitgenössischen Vorstellungen abweicht oder diese reflektiert.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans, die durch die Einbeziehung historischer und theologischer Kontextinformationen unterstützt wird.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Handlungsstufen der Ehe, angefangen beim Heiratsantrag über das Verliegen Erecs bis hin zur Aventurefahrt und der abschließenden Krönung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen 'amour courtois', 'Agape', 'Eros', 'Philia', 'mezura' sowie der Begriff des 'Verliegens'.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Enide als ideale Ehefrau dargestellt wird, die sowohl als unterstützende Partnerin als auch als moralische Instanz für ihren Gatten fungiert.
Die Aventurefahrt dient als Erkenntnis- und Reifeprozess, der Erec und Enide hilft, die Balance zwischen individueller Liebe und gesellschaftlichen Pflichten zu finden.
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