Examensarbeit, 2005
66 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
1.1 Anmerkungen
2. Therapeutische Reiten – was ist das eigentlich?
2.1 Die Hippetherapie
2.2 Reiten als Sport für Behinderte
2.3 Das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren
2.4 Die Reittherapie
3. Tiere helfen Menschen
3.1 Das Therapiepferd
3.2 Das Pferd als Kontaktvermittler
3.3 Die Rolle der Reitpädagogin
4. Geistige Behinderung
4.1 Zum Problem der Definition
4.2 Geistige Behinderung aus Sicht der Wissenschaften
4.3 Von der Defizitorientierung zur Kompetenzorientierung
5. Heilpädagogisches Reiten mit Menschen mit geistiger Behinderung
5.1 Fördermöglichkeiten im sensomotorischen Bereich
5.1.1 Koordination und Gleichgewicht
5.1.2 Grob- und Feinmotorik
5.1.3 Wahrnehmungsfähigkeit und Integration
5.1.4 Losgelassenheit und Entspannung
5.2 Fördermöglichkeiten im kognitiven Bereich
5.2.1 Konzentration
5.2.2 Gedächtnis
5.2.3 Orientierung in Raum und Zeit
5.2.4 Sprache
5.3 Fördermöglichkeiten im sozial-emotionalen Bereich
5.3.1 Abbau von Ängsten
5.3.2 Selbsteinschätzung
5.3.3 Selbstwertgefühl
5.3.4 Beziehungsfähigkeit
5.3.5 Gruppenfähigkeit
5.3.6 Verantwortungsbewusstsein
6. Psychischen Prozesse im Heilpädagogischen Reiten
6.1 Beziehungsbildung: Klient - Pferd- Pädagogin
6.2 Psychische Leistungen als Ziele im Heilpädagogischen Reiten
6.2.1 Durchhaltevermögen und Ausdauer
6.2.2 Durchsetzungsvermögen
6.2.3 Flexibilität
6.2.4 Mut, Selbstvertrauen und Leistungsbereitschaft
6.2.5 Selbständigkeit und Unabhängigkeit
6.2.6 Freude zulassen
7. Praxisteil
7.1 Der Erlenweiherhof
7.1.1 Die Angebote, die Pferde und das Team
7.1.2 Das Konzept – ein ganzheitlicher Ansatz
7.2 Die Kurse
7.3 Die Kursteilnehmer
7.3.1 Markus
7.3.2 Thomas
7.3.3 Michael
7.3.4 Christoph
7.3.5 Marcel
8. Nachwort
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten des heilpädagogischen Reitens zur Förderung von Jugendlichen mit geistiger Behinderung zu untersuchen, wobei ein besonderer Fokus auf den psychischen Prozessen und der individuellen Entwicklung der Teilnehmer liegt.
3.1 Das Therapiepferd
Das Therapiepferd gibt es nicht, d.h. es gibt keine bestimmte Rasse, die besonders geeignet ist oder sogar nur für diesen Zweck gezüchtet wird. Viele Faktoren spielen bei der Auswahl des passenden Pferdes eine Rolle. Neben der Anatomie, den Gangarten und Bewegungsabläufen ist vor allem der Charakter des Pferdes ausschlaggebend. Menschenfreundlichkeit, gutes Sozialverhalten, Scheufreiheit und gute Nerven, sowie die richtige Erziehung des Tieres, Leistungsbereitschaft und Lernverhalten und natürlich das Wissen über das Pferd als Lauf- und Fluchttier sind dabei wichtige Stichworte. (vgl. Hoffmann 1999, S. 18-22) Das Pferd oder Pony darf weder zu temperamentvoll, stürmisch, draufgängerisch noch phlegmatisch sein, es darf keine gravierenden Unarten, wie Schlagen, Beißen oder Bocken haben.
Die Idealvorstellung ist ein waches, leichtrittiges, vorwärtsgehendes, gutmütiges Pferd oder Pony. Trotz Gutmütigkeit darf das Tier aber auch sensibel oder in manchen Fällen ängstlich sein, es soll sich nicht alles gefallen lassen und seinen Unmut kundtun können. (vgl. Gäng 1990, S. 24)
Marianne Gäng ist der Meinung, dass Pferde und Ponys sich besonders gut als Erziehungshilfen in Sozialisationsprozessen eignen, da die Tiere in ihrem Verhalten weitgehend konstant, also verlässlich und in Erziehungsprozesse einplanbar sind. Pferde ändern ihr Verhalten kaum, wenn Kinder um sie sind. Sie sind „einfühlsam“ und „rücksichtsvoll“ und zeigen dennoch Angst, Ungeduld und Unruhe. Pferde reagieren auf falsche Behandlung und fordern damit die Kinder , Jugendlichen oder Erwachsenen zum Reagieren und Handeln auf.
1. Einleitung: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation und den Zugang zum Thema sowie den Aufbau ihrer Untersuchung.
2. Therapeutische Reiten – was ist das eigentlich?: Abgrenzung der verschiedenen Fachbereiche wie Hippotherapie, Reiten als Sport für Behinderte und das Heilpädagogische Reiten.
3. Tiere helfen Menschen: Analyse der therapeutischen Beziehung zwischen Mensch und Tier sowie die Rolle des Therapiepferdes und der Pädagogin.
4. Geistige Behinderung: Auseinandersetzung mit Definitionsfragen und dem Paradigmenwechsel von der Defizitorientierung zur Kompetenzorientierung.
5. Heilpädagogisches Reiten mit Menschen mit geistiger Behinderung: Detaillierte Darstellung der Fördermöglichkeiten in sensomotorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Bereichen.
6. Psychischen Prozesse im Heilpädagogischen Reiten: Vertiefende Betrachtung des Beziehungsdreiecks und der psychischen Leistungen, die als Ziele der Therapie dienen.
7. Praxisteil: Vorstellung der Arbeit auf dem Erlenweiherhof und exemplarische Dokumentation von Therapieverläufen einzelner Jugendlicher.
8. Nachwort: Persönliches Fazit der Autorin zur Wirksamkeit der Methode und Ausblick auf die eigene berufliche Weiterentwicklung.
Heilpädagogisches Reiten, Geistige Behinderung, Therapiepferd, Sensorische Integration, Psychische Prozesse, Soziale Kompetenz, Selbstwertgefühl, Selbständigkeit, Beziehungsdreieck, Reitpädagogik, Bewegungsförderung, Individuelle Förderung, Erlenweiherhof, Angstabbau, Ganzheitlicher Ansatz
Die Arbeit untersucht, wie das Heilpädagogische Reiten Jugendliche mit geistiger Behinderung in ihrer psychischen und physischen Entwicklung unterstützen kann.
Die Autorin behandelt theoretische Grundlagen der Reitpädagogik, die Definition von geistiger Behinderung sowie die praktischen Fördermöglichkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen.
Es soll aufgezeigt werden, wie durch den gezielten Einsatz des Mediums Pferd individuelle Kompetenzen wie Selbständigkeit, soziale Partizipation und emotionale Stabilität gefördert werden können.
Neben einer fundierten Literaturanalyse basiert die Arbeit auf praktischen Beobachtungen und einer Fallstudien-Dokumentation im Rahmen eines Praxisteils auf dem Erlenweiherhof.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse von Fördermöglichkeiten (sensomotorisch, kognitiv, sozial-emotional) und die Untersuchung psychischer Prozesse im Beziehungsgefüge zwischen Klient, Pferd und Pädagogin.
Zentrale Begriffe sind das Heilpädagogische Reiten, die Sensorische Integration, das Beziehungsdreieck sowie der kompetenzorientierte Förderansatz.
Das Pferd fungiert als neutrales "Icebreaker"-Medium zwischen Klient und Pädagogin, das eine entlastende Kommunikation ermöglicht und positive Beziehungserfahrungen fördert.
Die Fallbeispiele verdeutlichen, dass Therapieerfolge stark vom persönlichen Lernrhythmus und der spezifischen Ausgangslage des Jugendlichen abhängen und daher individuell zu bewerten sind.
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