Masterarbeit, 2020
195 Seiten, Note: 1,3
I. EINLEITUNG
1. Methode und Vorgehen
2. Forschungsstand
II. DIE SCHRIFTQUELLEN ZU MARTIN SCHONGAUERS WERK DES JÜNGSTEN GERICHTS IN BREISACH / AUFTRAGGEBER
III. WERKANALYSE
IV. DAS WERK MARTIN SCHONGAUERS IM KONTEXT SEINER ZEIT
1. Exkurs zur deutschen Wandmalerei
2. Die räumliche Konzeption
2.1 Die räumliche Umsetzung des Breisacher Weltgerichts
2.2 Die Westinnenwand
3. Die malerische Umsetzung des Breisacher Weltgerichtes
3.1 Die Flächenstrukturierung des Breisacher Weltgerichts
3.2 Das Figurenpersonal
3.3 Anordnung der Figuren
3.4 Die malerischen Ausführung des Weltgerichts
4. Die ikonografische Analyse
4.1 Der Quellentext
4.2 Die Herrlichkeit Christi
4.3 Das Reich Gottes
4.4 Der Höllensturz
V. DIE FUNKTION DES BREISACHER WELTGERICHTS
VI. ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das im St. Stephans Münster zu Breisach befindliche, großformatige Wandgemälde des Jüngsten Gerichts von Martin Schongauer. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen räumlichen, malerischen und ikonografischen Mittel zu analysieren, mit denen Schongauer dieses Motiv in Szene setzt, und dabei zu klären, inwieweit er sich an den traditionellen deutschen Darstellungskanon hält oder innovative Erneuerungen einbringt.
Die räumliche Konzeption
Die räumliche Situation des Wandgemäldes Martin Schongauers soll unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden. Zum einen ist die Größe des Werkes Schongauers ein wichtiges Merkmal des Freskos. Hier kann man in erster Linie einen Vergleich mit dem Weltgericht aus dem Münster in Ulm ziehen.
Zum anderen wird die Anbringung des Breisacher Weltgerichts auf drei voneinander unabhängigen Wandflächen betrachtet sowie ihre damit einhergehende thematische Trennung. Die vorgestellten Beispiele aus Ulm, Konstanz und Nussdorf haben gezeigt, dass eine Weltgerichtsdarstellung in Deutschland an einer Wandfläche wiedergegeben wird. Es lassen sich in Deutschland für die Situation in Breisach keine Vorbilder finden. In Italien hingegen findet man Beispiele für eine ähnliche räumliche Situation und auch ebenso für eine in gleicherweise thematische Aufteilung des Bildmotivs. Es wird sich zeigen, dass die räumliche Situation ähnlich, aber nicht identisch ist.
Als letzter Punkt soll der Ort der Anbringung thematisiert werden. In der Forschung wird immer wieder erwähnt, dass die Westinnenseite einer Kirche der traditionelle Ort einer Weltgerichtsdarstellung ist. Das möchte ich für die deutsche Wandmalerei in Frage stellen. Denn wie zu zeigen sein wird, baut die Forschung ihre Argumentation auf italienischen Beispielen auf, diese Situation ist nicht übertragbar auf Deutschland. Schon an den, im letzten Kapitel vorgestellten Beispielen, lässt sich zeigen, dass nur eines der Weltgerichtsfresken an der Westinnenwand umgesetzt wurde.
I. EINLEITUNG: Einführung in das Thema, die Forschungsfrage und die methodische Herangehensweise an Schongauers Wandgemälde.
II. DIE SCHRIFTQUELLEN ZU MARTIN SCHONGAUERS WERK DES JÜNGSTEN GERICHTS IN BREISACH / AUFTRAGGEBER: Analyse der spärlichen Quellenlage zur Person Schongauers und zur möglichen Autorenschaft sowie Identifizierung potenzieller Auftraggeber.
III. WERKANALYSE: Detaillierte Beschreibung der drei Wandflächen (West-, Süd- und Nordwand) und ihrer inhaltlichen sowie formalen Ausgestaltung.
IV. DAS WERK MARTIN SCHONGAUERS IM KONTEXT SEINER ZEIT: Umfassende Untersuchung der räumlichen, malerischen und ikonografischen Aspekte im Vergleich zur zeitgenössischen deutschen Wandmalerei.
V. DIE FUNKTION DES BREISACHER WELTGERICHTS: Erörterung der politischen und theologischen Absichten hinter der Stifter- und Auftraggeber-Thematik.
VI. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse zur Einzigartigkeit Schongauers im deutschen Darstellungskanon.
Martin Schongauer, St. Stephans Münster Breisach, Jüngstes Gericht, Wandmalerei, Ikonografie, Werkanalyse, Spätmittelalter, Paradies, Hölle, Deesis, Auftraggeber, räumliche Konzeption, deutsche Wandmalerei, Weltenrichter, Reform des Darstellungskanons.
Die Arbeit analysiert das Jüngste-Gericht-Wandgemälde von Martin Schongauer im St. Stephans Münster zu Breisach hinsichtlich seiner künstlerischen und ikonografischen Besonderheiten.
Die zentralen Themen sind die räumliche Anordnung, die malerische Ausführung, die ikonografische Deutung der biblischen Texte sowie die Suche nach den Auftraggebern.
Es soll geklärt werden, ob Schongauer eine traditionelle Umsetzung wählte oder durch Neuerungen den deutschen Darstellungskanon maßgeblich erweiterte.
Die Arbeit folgt dem Dreistufensystem der ikonografischen Analyse nach Erwin Panofsky, unter Ausschluss der dritten, ikonologischen Stufe.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Werkanalyse, einen Vergleich mit dem deutschen Wandmalerei-Kanon sowie eine spezifische ikonografische Interpretation der drei Bildszenen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schongauer, Breisach, Jüngstes Gericht, Ikonografie, Werkanalyse und Wandmalerei charakterisiert.
Schongauer verzichtet weitgehend auf das traditionelle Höllenmaul-Symbol und gestaltet die Hölle stattdessen als eine realistisch anmutende Fels- und Feuersbrunst-Landschaft.
Die umfangreiche Integration von Texten (u.a. von Boethius und Prosper von Aquitanien) verleiht dem Paradies eine geistige Dimension, die den Betrachter zur Reflexion einlädt.
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