Diplomarbeit, 2004
83 Seiten, Note: 1,3
A. Problemstellung
B. Deutsches Gesellschaftsrecht vs. Europäisches Gemeinschaftsrecht
I. Die Niederlassungsfreiheit
1. Allgemeines
2. Ausübungsformen der Niederlassungsfreiheit
II. Sitztheorie
III. Gründungstheorie
VI. Die Rechtsprechung des EuGH zur Niederlassungsfreiheit
1. Daily Mail (1988)
2. Centros (1999)
3. Überseering (2002)
4. Inspire Art (2003)
C. Die rechtlichen Grundlagen der zu vergleichenden Gesellschaftsformen
I. Deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung
1. Die Rechtsnatur der GmbH
2. Die Kapitalausstattung
3. Der Gründungsvorgang
4. Der Gesellschaftsvertrag
5. Die Rechts- und Haftungsverhältnisse vor Entstehung der Gesellschaft
a) Die Vorgründungsgesellschaft
b) Die Vorgesellschaft
c) Die GmbH als juristische Person
6. Die Organisationsverfassung
a) Die Geschäftsführer
b) Die Gesellschafter
c) Der Aufsichtsrat
d) Der Abschlussprüfer
7. Die Kapitalaufbringung und Kapitalerhaltung
a) Kapitalaufbringung
b) Kapitalerhaltung
aa) Keine Auszahlung des Gesellschaftsvermögens
bb) Rückgewähr eigenkapitalersetzender Gesellschafterdarlehen
cc) Erstattung zurückgezahlter Darlehen
dd) Erwerb eigener Geschäftsanteile
ee) Kapitalherabsetzung
8. Die steuerliche Behandlung
a) Persönliche Steuerpflicht
b) Sachliche Steuerpflicht
9. Die Haftung
a) Die Haftung der Geschäftsführer
b) Haftung der Gesellschafter
10. Die Auflösung der Gesellschaft/ Insolvenzverfahren
II. Die englische Private Limited Company
1. Die Rechtsnatur der Private Limited Company
2. Die Kapitalausstattung
3. Der Gründungsvorgang
4. Der Gesellschaftsvertrag
a) Das „memorandum of association“
b) Die „articles of association“
5. Die Rechts- und Haftungsverhältnisse vor Entstehung der Gesellschaft
6. Die Organisationsverfassung
a) Das Direktorium („board of directors“)
b) Die Gesellschafter/ Hauptversammlung („general meeting“)
c) Der Sekretär („company secretary“)
d) Der Abschlussprüfer („auditor“)
e) Die staatliche Kontrolle
aa) Untersuchung durch Inspektoren
bb) Untersuchung von Dokumenten der Gesellschaft
7. Die Kapitalaufbringung und Kapitalerhaltung
a) Kapitalaufbringung
b) Kapitalerhaltung
aa) Kapitalherabsetzung
bb) Erwerb eigener Anteile
cc) „financial assistance“
dd) Gewinnausschüttung
8. Die steuerliche Behandlung
a) Persönliche Steuerpflicht
b) Sachliche Steuerpflicht
9. Die Haftung der „directors“
10. Die Auflösung der Gesellschaft
D. Vergleich der Unterschiede beider Rechtsformen unter Einbeziehung ökonomischer Gesichtspunkte
I. Vorteile bei der Verwendung einer Private Limited Company
1. Keine Mindeststammkapitalaufbringung
2. Keine Mitbestimmung
3. Keine notarielle Beurkundung bei Anteilsübertragungen
II. Risiken und Nachteile bei der Verwendung einer Private Limited Company
1. Anerkennung der Rechtsform im Geschäftsverkehr
2. Sprachliches Verständnis
3. Handlungsfähigkeit vor Eintragung ins Handelsregister
4. Gründungsvorgang /Kosten der Gründung und der laufenden Verwaltung
5. Zusätzlicher Aufwand bei Errichtung einer Zweigniederlassung
6. Organisationsverfassung und rechtliche Komplexität
7. Kapitalaufbringung /Kapitalerhaltung
8. Haftung der Geschäftsführer
9. Insolvenz
10. Besteuerung der Körperschaften
11. Haftungsrisiken für Rechts- und Steuerberater
E. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
Die Arbeit untersucht, ob die englische Private Limited Company (Ltd.) eine vorteilhafte Alternative zur deutschen GmbH darstellt, insbesondere wenn der Verwaltungssitz in Deutschland liegt. Dabei wird analysiert, inwieweit die rechtliche Flexibilität der Ltd. im Vergleich zur deutschen Rechtsordnung wirtschaftliche Vorteile bietet oder ob die komplexen Anforderungen und Haftungsrisiken überwiegen.
A. Problemstellung
Mit seinem Urteil in Sachen „Inspire Art Ltd.“ vom 30.09.2003 hat der Europäische Gerichtshof zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren zu Gunsten der Niederlassungsfreiheit von Gesellschaften nach Art. 43 und 48 EG entschieden. Im Anschluss daran ist eine lebhafte Diskussion über die Frage entstanden, ob die Rechtsform der deutschen Kapitalgesellschaft bzw. das gesamte deutsche Kapitalgesellschaftsrecht kraft dieser Entscheidung überholt ist. Dem Urteil zu Folge steht nämlich fest, dass eine Kapitalgesellschaft, die in einem EU-Mitgliedstaat wirksam gegründet wurde, in allen anderen Mitgliedstaaten als solche anzuerkennen ist, auch wenn sie ihren tatsächlichen Verwaltungssitz und ihre Haupttätigkeit im Aufnahmestaat hat.
Demnach wird befürchtet, dass künftig mit einer wachsenden Zahl von Gesellschaften mit fremdem Gesellschaftsstatut (eines anderen EG-Mitgliedstaates) und Sitz in Deutschland zu rechnen ist.
Die unternehmerische Entscheidung vor der Gründung einer Gesellschaft beschränkt sich nicht mehr auf die Wahl zwischen der deutschen GmbH und anderen möglichen Gesellschaftsformen, sondern es sind nach der aktuellen Rechtsprechung des EuGH zur Niederlassungsfreiheit auch ausländische Rechtsformen zu berücksichtigen.
Ein besonderes Augenmerk fällt hierbei auf die englische private limited company (Ltd.), deren angeblich so „einfache und kostengünstige Gründung“ sowohl in zahlreichen Kleinanzeigen als auch im Internet bereits beworben wird.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es tatsächlich Vorteile bei der Verwendung einer englischen Ltd. mit Verwaltungssitz in Deutschland im Vergleich zu einer deutschen GmbH gibt, und ob zukünftig eine Öffnung gegenüber ausländischen Rechtsformen notwendig wird.
A. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die durch den EuGH-Fall „Inspire Art“ ausgelöste Diskussion über die Niederlassungsfreiheit ausländischer Kapitalgesellschaften in Deutschland ein.
B. Deutsches Gesellschaftsrecht vs. Europäisches Gemeinschaftsrecht: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Sitz- und Gründungstheorie sowie die entscheidende Rechtsprechung des EuGH dargelegt, die den Rahmen für den grenzüberschreitenden Wettbewerb der Rechtsformen bildet.
C. Die rechtlichen Grundlagen der zu vergleichenden Gesellschaftsformen: Ein detaillierter Rechtsvergleich zwischen der deutschen GmbH und der englischen Ltd. bezüglich Gründung, Kapital, Haftung, Organisation und steuerlicher Behandlung.
D. Vergleich der Unterschiede beider Rechtsformen unter Einbeziehung ökonomischer Gesichtspunkte: In diesem Kapitel werden die theoretischen Unterschiede aus Abschnitt C auf ihre praktischen Auswirkungen im unternehmerischen Alltag und die daraus resultierenden ökonomischen Vor- und Nachteile geprüft.
E. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse: Das Fazit der Arbeit betont, dass die Ltd. für kleine Unternehmen ohne hohen Kapitalbedarf Vorteile bieten kann, aber durch die komplexere Rechtslage und strengere Haftungsregeln für viele deutsche Gründer weniger attraktiv ist.
GmbH, Private Limited Company, Ltd., Niederlassungsfreiheit, EuGH, Sitztheorie, Gründungstheorie, Kapitalaufbringung, Kapitalerhaltung, Gesellschaftsrecht, Unternehmensgründung, Haftung, Geschäftsführer, INSPIRE ART, Rechtsformvergleich
Die Arbeit vergleicht die englische Private Limited Company mit der deutschen GmbH vor dem Hintergrund der europäischen Niederlassungsfreiheit.
Im Zentrum stehen die Gründungsformalitäten, die Kapitalstruktur, Haftungsrisiken für Geschäftsführer sowie die steuerliche Behandlung und die allgemeine Rechtsflexibilität beider Formen.
Ziel ist es zu klären, ob die englische Ltd. als Rechtsform für deutsche Unternehmen mit Verwaltungssitz in Deutschland tatsächlich Vorteile gegenüber einer GmbH bietet.
Die Autorin wendet eine rechtsvergleichende Methode an, bei der die nationalen Gesellschaftsrechte (GmbHG und Companies Act 1985) unter Berücksichtigung der EuGH-Rechtsprechung und ökonomischer Aspekte analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte rechtliche Analyse beider Formen und einen anschließenden Vergleich, der Kosten, Komplexität und Haftungsrisiken gegenüberstellt.
Wesentliche Begriffe sind Niederlassungsfreiheit, Kapitalerhaltung, Haftungsdurchgriff, Inspire Art und Rechtsformvergleich.
Für kleine Unternehmen ohne Anlagevermögen kann der Verzicht auf ein Mindeststammkapital eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Gründung einer haftungsbeschränkten Gesellschaft bieten.
Das Hauptrisiko liegt in der mangelnden Kenntnis des komplexen englischen Gesellschaftsrechts und der strengen, teilweise persönlich wirkenden Haftungsregeln (z.B. wegen wrongful trading).
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

