Masterarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Vorgehensweise und Methodik
1.3 Begriffserklärung
2 Theoriediskussion
2.1 Migration in dualen Ökonomien
2.1.1 Das Modell von Lewis (1954)
2.1.2 Das Fei-Ranis Modell (1961)
2.2 Migration in Todaro Modellen
2.2.1 Die Modelle von Todaro (1969) und Harris-Todaro (1970)
2.2.2 Das Modell von Fields (1974)
2.3 Neue Migrationsökonomie
3 Migration in China
3.1 Entwicklung der Migration in der Reformphase
3.1.1 Gründe für Migration
3.1.2 Die wichtigsten Sender- und Empfängerregionen
3.2 Migration aus der Perspektive der Senderregionen
3.2.1 Wer migriert und warum?
3.2.2 Auswirkungen der Migration auf die Senderregionen
3.3 Migration aus der Perspektive der Empfängerregionen
3.3.1 Migranten und der städtische Arbeitsmarkt
3.3.2 Auswirkungen der Migration auf die Empfängerregionen
4 Politische Konzepte und Maßnahmen
4.1 Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
4.1.1 Direkte Integration
4.1.2 Indirekte Integration
4.2 Bildungspolitische Maßnahmen
4.2.1 Direkte Integration
4.2.2 Indirekte Integration
4.3 Empfohlene Konzepte und Maßnahmen
4.3.1 Direkte Integration
4.3.2 Indirekte Integration
5 Erkenntnisse
Die Arbeit untersucht den sozioökonomischen Transformationsprozess Chinas, insbesondere die massive Land-Stadt-Migration, und analysiert, wie die chinesische Regierung politische Konzepte und Maßnahmen zur Integration der sogenannten "Landflüchtigen" in die städtischen Arbeitsmärkte umsetzt, um gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.
2.1.1 Das Modell von Lewis (1954)
In seinem Modell geht Lewis (1954) davon aus, dass die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes nicht ausschließlich von der Akkumulation des Kapitals (zu Kapital gehört auch Know-how) in den modernen Industrien angetrieben wird, sondern auch von der Interaktion zwischen dem ländlichen und dem städtischen Sektor abhängig ist (vgl. Lewis, 1954, S. 173ff.). Im Laufe des wirtschaftlichen Entwicklungsprozesses eines Landes wächst der moderne industrielle Sektor durch Reinvestition des generierten Kapitals in die weitere Expansion, wodurch zwangsläufig der Bedarf an Arbeitskräften steigt. Der traditionelle landwirtschaftliche Sektor entwickelt sich hingegen nur langsam und weist eine Unterbeschäftigung bzw. hohen Überschuss an Arbeitskräften auf. Dieser Überschuss wird von dem schnell wachsenden modernen Sektor absorbiert (vgl. Lewis, 1954, S. 151f.)
Es wird angenommen, dass die Grenzproduktivität der Arbeit in dem arbeitsintensiven landwirtschaftlichen Sektor im Bereich von Null liegt. Die landwirtschaftlichen Arbeitskräfte erhalten daher Löhne im Bereich des Existenzminimums. Die Löhne im modernen industriellen Sektor liegen deutlich höher. Dieser Einkommensunterschied dient als Auslöser für die Wanderung der Arbeitkräfte von dem traditionellen in den modernen Sektor – Landflucht. Der Migrationsprozess hält in der Theorie so lange an, bis die Löhne in den modernen und den traditionellen Sektoren ein ausgeglichenes Niveau erreichen, oder bis die überschüssige Arbeitskraft des traditionellen Sektors durch den modernen Sektor vollständig absorbiert wurde (vgl. Ghatak, 1986, 63f.; Lall, Selod und Shalizi, 2006, S. 8).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der massiven Landflucht in China ein und beschreibt das Motiv, die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Begriffe der Arbeit.
2 Theoriediskussion: Hier werden relevante ökonomische Modelle der Migration – von der dualen Ökonomie über die Todaro-Modelle bis zur Neuen Migrationsökonomie – diskutiert, um einen Rahmen für die Analyse zu schaffen.
3 Migration in China: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, den Verlauf und die Folgen der Binnenmigration in China sowie die Lebenssituation der Migranten auf den städtischen Arbeitsmärkten.
4 Politische Konzepte und Maßnahmen: Hier werden die von der chinesischen Regierung implementierten direkten und indirekten Maßnahmen zur Arbeitsmarkt- und Bildungsintegration evaluiert und kritisch hinterfragt.
5 Erkenntnisse: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach zwar Maßnahmen zur Förderung der Integration existieren, das hukou-System jedoch weiterhin ein zentrales Hindernis darstellt.
China, Migration, Landflucht, Arbeitsmarkt, hukou-System, Integration, ökonomische Entwicklung, Land-Stadt-Disparitäten, informeller Sektor, Reformphase, Migrationsökonomie, Humankapital, Sozialpolitik, Bildung, Arbeitsmigration.
Die Arbeit analysiert die Migration von Arbeitskräften vom ländlichen Raum in die chinesischen Städte und bewertet die politischen Konzepte der Regierung zur Integration dieser Menschen.
Im Zentrum stehen die ökonomischen Migrationsmodelle, die Entwicklung der Migration in China seit den Reformen, die Auswirkungen auf Sender- und Empfängerregionen sowie staatliche Integrationsmaßnahmen.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie China mit den Herausforderungen der massiven Landflucht umgeht und inwieweit die politischen Maßnahmen eine erfolgreiche Integration in den städtischen Arbeitsmarkt ermöglichen.
Die Autorin stützt sich auf eine breite Auswertung englisch- und deutschsprachiger Fachliteratur sowie die Analyse sekundärer statistischer Daten über den chinesischen Arbeitsmarkt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Bestandsaufnahme der Migration in China sowie eine kritische Evaluation der arbeitsmarkt- und bildungspolitischen Integrationsansätze.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Migration, hukou-System, Land-Stadt-Disparität, Arbeitsmarktsegmentierung und soziale Integration.
Das hukou-System fungiert als administratives Kontrollinstrument, das Migranten den Zugang zu städtischen Sozialleistungen verwehrt und ihre Integration in den formellen Arbeitsmarkt massiv erschwert.
Die Migration wird insgesamt als positiver Motor für das Wirtschaftswachstum bewertet, wobei die negativen sozialen Folgen für die Migranten durch fehlende politische Weichenstellungen kritisiert werden.
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