Bachelorarbeit, 2019
48 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Methodik
3 Definitionen und Begrifflichkeiten
3.1 Abgrenzung Mobilität und Verkehr
3.2 Abgrenzung Städtebau und Stadtplanung
3.3 Siedlungsstruktur
3.4 Projektentwicklung
4 Aktuelles Mobilitätsverhalten in Deutschland
4.1 Verkehrsaufkommen und Verkehrsleistung
4.2 Modalsplit
4.2.1 Motorisierter Individualverkehr (MIV)
4.2.2 Fahrrad
4.2.3 Öffentlicher Personen Nahverkehr (ÖPNV)
4.2.4 Fußverkehr
4.2.5 Car- und Bikesharing
4.3 Verkehrsbelastung
5 Zukünftige Trends im Mobilitätssektor
5.1 Mobilität als Dienstleistung und intermodale Mobilität
5.2 Sharing-Konzepte
5.3 Umweltverbund
5.4 Automatische Fahrzeuge
5.5 Elektrische Motoren
5.6 Digitalisierung und Vernetzung als Treiber der Mobilitätswende
6 Historische Auswirkungen der Mobilität auf den Städtebau und Immobilie
6.1 Gründerzeit
6.2 Gartenstadtbewegung in Deutschland
6.3 Charta von Athen
6.4 Leitbild „gegliederte und aufgelockerte Stadt“
6.4.1 Suburbanisierung
6.4.2 Das Leitbild „Autogerechte Stadt“ und seine Auflösung
7 Auswirkungen einer veränderten Mobilität auf Städtebau- und Siedlungsstruktur
7.1 Dichte und Nähe
7.2 Nutzungsmischung
7.3 Attraktive Mobilitätsangebote
7.4 Attraktive öffentliche Räume
8 Auswirkungen einer veränderten Mobilität auf die Projektentwicklung von Immobilien
8.1 Verkehrstechnische Erschließung von Grundstücken
8.2 Standortwahl
8.3 Gebäudetypen
9 Empirischer Abgleich
10 Kritische Bewertung und Ausblick
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Einflüsse zwischen modernen Mobilitätskonzepten und der Projektentwicklung von Immobilien. Das primäre Ziel ist es, Trends in der Stadt- und Siedlungsentwicklung aufzuzeigen, die aus einer veränderten, autoreduzierten Alltagsmobilität resultieren, um daraus Anforderungen für die künftige Immobilienprojektentwicklung abzuleiten.
5.2 Sharing-Konzepte
Carsharing ist eine Mobilitätsdienstleistung, die schon vor vielen Jahren entwickelt wurde und in der Vergangenheit ein Nischenprodukt war. Vor dem Hintergrund des demografischen und gesellschaftlichen Wandels gewinnt sie zunehmend an Bedeutung und wird durch dynamische Entwicklungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie in den Einsatzmöglichkeiten erweitert.
Zukünftig soll die Carsharing Nutzung sich vervielfältigen und um 300 % ansteigen. Detailliertere Prognosen gehen von 3,5 Mio. Carsharing Nutzer weltweit im Jahr 2021 aus. Forscher sehen Carsharing bereits jetzt in das Mobilitätssystem integriert.
Die Tatsache, dass das Auto laut Studien 95 % des Tages und im Durchschnitt 23 Stunden ungenutzt wird, lässt Carsharing zu einer Chance werden die private PKW Nutzung bzw. den PKW-Besitz zu reduzieren. Ergebnisse einer Simulationsstudie zeigen, dass die gesamte Distanz aller Fahrzeuge sich durch den Übergang zu shared Mobilitätsdiensten halbiert.
Nach einer Kundenbefragung des Carsharing-Anbieters Cambio Bremen stellte sich heraus, dass 37,1 % der Carsharing-Kunden auf einen PKW-Besitz beim Umzusetzen eines geeigneten Carsharing-Konzepts verzichten würden.
Studien haben zusätzlich festgestellt, dass ein genutztes Carsharing PKW im Durchschnitt acht Privatwagen ersetzt. In Berlin sind es sogar 15,3 PKWs, die durch ein Carsharing Auto ersetzt werden könnten. Daraus resultiert, dass Carsharing insgesamt eine bessere Ausnutzung von PKWs bedeuten und im Durchschnitt 7 Parkplätze einsparen könnte.
Weitere Vorteile durch Carsharing ergeben sich direkt für den Kunden. Dieser ist nämlich weitgehend von Wartungs- und Unterhaltstätigkeiten entlastet. Diesem Trend steht jedoch entgegen, dass Carsharing nicht die Flexibilität durch das eigene Auto ersetzen kann und das der Besitz eines eigenen Autos teilweise immer noch als Statussymbol fungiert.
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Mobilität als Standortfaktor und der Problemstellung durch Emissionsbelastungen sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2 Methodik: Beschreibung der angewandten Literaturrecherche und der Durchführung von Experteninterviews zur Validierung der Thesen.
3 Definitionen und Begrifflichkeiten: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Mobilität, Städtebau, Siedlungsstruktur und Projektentwicklung.
4 Aktuelles Mobilitätsverhalten in Deutschland: Analyse des Status quo anhand von Verkehrsleistung, Modalsplit und Belastungsparametern.
5 Zukünftige Trends im Mobilitätssektor: Darstellung von Entwicklungen wie Intermodalität, Sharing, Automatisierung und Digitalisierung als Treiber der Mobilitätswende.
6 Historische Auswirkungen der Mobilität auf den Städtebau und Immobilie: Chronologische Aufarbeitung der Einflüsse verschiedener Verkehrsträger auf Stadtstrukturen vom 19. Jahrhundert bis heute.
7 Auswirkungen einer veränderten Mobilität auf Städtebau- und Siedlungsstruktur: Diskussion der Anforderungen an kompakte Siedlungsstrukturen, Nutzungsmischung und öffentliche Räume.
8 Auswirkungen einer veränderten Mobilität auf die Projektentwicklung von Immobilien: Ableitung konkreter Anforderungen an Erschließung, Standortwahl und Gebäudetypen im Kontext neuer Mobilität.
9 Empirischer Abgleich: Zusammenführung der theoretischen Thesen mit den Erkenntnissen aus den Experteninterviews.
10 Kritische Bewertung und Ausblick: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse und Reflexion über die Klimaschutzrelevanz sowie Grenzen der Untersuchung.
Mobilitätswende, Immobilienprojektentwicklung, Städtebau, Siedlungsstruktur, Modalsplit, Carsharing, Autonomes Fahren, Intermodalität, Nutzungsmischung, Flächenverteilung, Parkraumreduktion, Nahmobilität, Standortwahl, Nachhaltigkeit, Verkehrsbelastung
Die Bachelorarbeit untersucht den Einfluss moderner, nachhaltiger Mobilitätstrends auf die zukünftige Gestaltung von Immobilien und Quartieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Verkehrsplanung, Stadtentwicklung und der Immobilienwirtschaft sowie der Transformation hin zu autoreduzierten Siedlungskonzepten.
Das Ziel ist es, Trends und Thesen für eine zukunftsfähige Projektentwicklung zu erarbeiten, die auf einem veränderten, multimodalen Mobilitätsverhalten basieren.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche zur theoretischen Herleitung sowie auf qualitativen Experteninterviews zur Validierung der aufgestellten Thesen.
Der Hauptteil analysiert aktuelle Mobilitätsdaten, historische Zusammenhänge zwischen Verkehr und Städtebau sowie Auswirkungen neuer Trends wie Shared Mobility und autonomes Fahren auf die Projektentwicklung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mobilitätswende, Projektentwicklung, urbane Dichte, intermodale Mobilität und Flächeneffizienz charakterisieren.
Durch Konzepte wie Carsharing und autonomes Fahren wird ein deutlicher Trend zur Reduktion von Stellplatzschlüsseln und zum Bau flexibler Quartiersgaragen anstelle klassischer Tiefgaragen prognostiziert.
Autonome Shuttles könnten den Bedarf an privaten Stellplätzen in der unmittelbaren Immobilie langfristig minimieren, erfordern jedoch neue infrastrukturelle Lösungen wie Ladestationen oder Vorfahrtsbereiche.
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