Masterarbeit, 2021
74 Seiten
Einleitung
1. Menschen und Tiere
1.1 Biophilie-Hypothese
1.2 „Du-Evidenz“
1.3 Bindungstheorie
2. Biopsychologische Wirkungen
2.1 Physische bzw. physiologische Wirkungen
2.2 Psychologische Wirkung
2.3 Soziale Wirkung
3. Formen tiergestützter Interventionen
3.1 Tiergestützte Förderung
3.2 Tiergestützte Therapie
3.3 Tiergestützte Pädagogik
3.4 Tiergestützte Aktivität
4. Beispiele tiergestützter Pädagogik
4.1 Hippotherapie
4.2 Tiergestützte Pädagogik mit Insekten: Die Biene
5. Hunde und Menschen
5.1 Effekte von Hunden auf den Menschen
5.2 Begrifflichkeiten: Therapiebegleithund, Sozialhund, Schulhund
6. Einsatzmöglichkeiten von Hunden
6.1 Tiergestützte Pädagogik in der Schule: HuPaSch
6.1.1 Voraussetzungen an das Mensch-Hund-Team
6.1.2 Voraussetzungen auf rechtlicher Ebene
6.1.3 Voraussetzungen auf schulischer Ebene
6.2 Grundschule
6.3 Weiterführende Schulen
6.4 Sonderpädagogischer Einsatz
7. Wirkungen von Hunden auf Kinder und Jugendliche
7.1 Wirkungen im pädagogischen Kontext
7.2. Drei-Faktoren-Modell von Hunden in der Pädagogik
8. Herausforderungen
8.1 Belastung im Unterricht
8.2 Kulturelle und religiöse Aspekte
8.3 Angst und Skepsis
9. Einsatzfelder rund um die Schule
9.1 Leseförderung
9.2 Kompetenztraining
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von Hunden im schulischen Kontext unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung, um das Potenzial dieser Intervention für die pädagogische Praxis und die Förderung von Schülerinnen und Schülern wissenschaftlich zu beleuchten.
1.1 Biophilie-Hypothese
Der Begriff „Biophilie“ wurde erstmalig von Erich Fromm 1979 in „Die Seele des Menschen“ eingeführt und meint soviel wie „Liebe zum Leben“. Der Begriff „Biophilie“ leitet sich von den altgriechischen Worten „bio“, also „das Lebens betreffend“ und „philie“, der Liebe oder Zuneigung zu etwas, ab. Der Soziobiologe Edward O. Wilson erklärte unabhängig von Fromm in seinem 1984 erschienen Buch „Biophilia: The Human Bond with Other Species“, dass Menschen sich über Millionen von Jahren immer mit anderen Lebewesen (weiter-) entwickelt haben. Wilson beschreibt „die Menschen inhärente Affinität zur Vielfalt von Lebewesen in ihrer Umgebung ebenso wie zu ökologischen Settings, welche die Entwicklung von Leben ermöglichen.“ Es geht also um eine tiefe Verbundenheit und auch Abhängigkeit, die der Mensch von Natur aus zu anderen Lebewesen und der Umwelt hat. Kellert und Wilson beschreiben außerdem 1993 den Begriff der Biophilie als eine „physische, emotionale und kognitive Hinwendung zu Leben und zu Natur, die für die Entwicklung der Person eine weitreichende Bedeutung hat.“
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Naturentfremdung durch Digitalisierung und führt in die wachsende Bedeutung sowie die noch fehlende Unterstützung für tiergestützte Interventionen in deutschen Schulen ein.
1. Menschen und Tiere: Dieses Kapitel erörtert die historische Mensch-Tier-Beziehung und theoretische Konzepte wie Biophilie, Du-Evidenz und Bindungstheorie, die das Potenzial für tiergestützte Arbeit begründen.
2. Biopsychologische Wirkungen: Hier werden die physischen, psychologischen und sozialen Effekte von Tieren auf den Menschen dargelegt, wobei der Fokus auf Stressreduktion und Förderung des Wohlbefindens liegt.
3. Formen tiergestützter Interventionen: Es erfolgt eine Kategorisierung der verschiedenen Interventionsformen (Förderung, Therapie, Pädagogik, Aktivität) basierend auf Zielen, Qualifikationen und beruflichem Hintergrund.
4. Beispiele tiergestützter Pädagogik: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand von Hippotherapie und der Arbeit mit Insekten (Bienen), wie Tiere in unterschiedlichen pädagogischen Settings erfolgreich integriert werden können.
5. Hunde und Menschen: Der Fokus liegt auf der besonderen Mensch-Hund-Beziehung, deren gesundheitsfördernden Effekten sowie der begrifflichen Abgrenzung von Service- und Schulhunden.
6. Einsatzmöglichkeiten von Hunden: Das Kapitel widmet sich detailliert der HuPaSch, den Voraussetzungen für Mensch-Hund-Teams sowie rechtlichen und schulischen Rahmenbedingungen in verschiedenen Schulformen.
7. Wirkungen von Hunden auf Kinder und Jugendliche: Hier werden die spezifischen pädagogischen Wirkungen von Hunden im Schulalltag sowie das Drei-Faktoren-Modell zur Erläuterung der Wirksamkeit analysiert.
8. Herausforderungen: Es werden potenzielle Hürden wie Belastungen im Unterricht, kulturell-religiöse Aspekte sowie Ängste und Skepsis im Umgang mit Hunden in der Schule thematisiert.
9. Einsatzfelder rund um die Schule: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Anwendungsgebiete wie die Leseförderung und allgemeine Kompetenztrainings zur sozialen Entwicklung.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Chancen und Herausforderungen zusammen und plädiert für die Notwendigkeit rechtlicher Klarheit sowie eine fundierte Umsetzung des hundegestützten Unterrichts.
Tiergestützte Pädagogik, Hundegestützte Intervention, HuPaSch, Mensch-Tier-Beziehung, Biophilie, Du-Evidenz, Bindungstheorie, Stressreduktion, Soziale Kompetenz, Leseförderung, Schulhund, Inklusion, Pädagogik, Wohlbefinden, Kompetenztraining
Die Arbeit befasst sich mit den Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von Tieren, insbesondere Hunden, in Schulen als pädagogisches Unterstützungsmittel.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung, die wissenschaftlich belegten Wirkungen von Tieren auf den Menschen und die praktische Umsetzung sowie rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von Schulhunden.
Das Ziel der Arbeit ist es, auf Basis von Theorie und Forschung zu zeigen, wie Hunde als "Co-Pädagogen" einen positiven Einfluss auf Lernprozesse, das Klassenklima und die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen nehmen können, während gleichzeitig praktische Herausforderungen diskutiert werden.
Es handelt sich um eine theoretische Abschlussarbeit, die auf einer fundierten Analyse aktueller Fachliteratur, Studien und Definitionen zur tiergestützten Intervention basiert.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung, die biopsychologischen Wirkmechanismen, die Abgrenzung verschiedener Interventionsformen sowie detaillierte Anforderungen an den Einsatz von Hunden in verschiedenen Schulformen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tiergestützte Pädagogik, HuPaSch, Bindungstheorie, Stressreduktion, soziale Kompetenzen und Leseförderung charakterisiert.
Die Unterscheidung ist für die pädagogische Qualität entscheidend, da sie zwischen ausgebildeten Therapiebegleithunden und dem Einsatz in Schulen differenziert und klare Erwartungen an Ausbildung und Zielsetzung stellt.
Die "Du-Evidenz" bildet eine theoretische Grundlage, da sie beschreibt, wie Tiere als Gegenüber wahrgenommen werden, was die Basis für eine emotionale Verbindung und somit für therapeutische oder pädagogische Arbeit ist.
Die Arbeit betont, dass Lehrkräfte solche Vorbehalte (z.B. aufgrund des Islam oder spezieller kultureller Prägungen) frühzeitig durch Information und Transparenz abmildern müssen und betonen, dass der Kontakt mit dem Tier stets auf Freiwilligkeit basiert.
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