Bachelorarbeit, 2020
47 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand und Quellenlage
1.3 Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Problemfelder und Formen prekärer Arbeit unter Journalisten
2.1 Journalisten in Deutschland
2.2 Einkommen
2.3 Rechtliche Absicherung
2.4 Arbeitsverträge
2.5 Freiberufliche Arbeit
3 Verbände und ihre Funktionen im politischen System
4 Theoretische Einordnung und Handlungslogiken
4.1 Mitgliedschaftslogik
4.2 Einflusslogik
4.3 Trittbrettfahrerphänomen
4.4 Selektive Anreize
4.5 Schwache Interessen randständiger Gruppen
5 Fallauswahl
6 Vergleich
6.1 Organisationsstruktur
6.2 Finanzierung
6.3 Organisationsgrad
6.4 Mobilisierung und Mitgliedschaftsanreize
6.4.1 Immaterielle Anreize
6.4.2 Materielle Anreize
6.5 Erwartungen der Mitglieder an die Verbände
6.6 Konträre Interessenlagen innerhalb der Verbände
6.7 Partizipation
6.8 Verbandsinterne Kommunikationsmittel
6.9 Verbandsexterne Kommunikationsmittel und Handlungsstrategien
6.10 Ziele und Forderungen der Verbände
6.11 Kampagnen
6.12 Freie Journalisten als randständige Gruppe?
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie sich Journalisten in Interessenverbänden organisieren, um prekären Arbeitsbedingungen entgegenzuwirken. Im Fokus steht ein Vergleich zwischen dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und dem Verband Freischreiber, um deren Handlungsstrategien, Mitgliederrekrutierung und politische Einflussnahme im Kontext der Theorie von Mancur Olson zu analysieren.
6.1 Organisationsstruktur
Der bereits im Jahr 1949 gegründete Deutsche Journalisten Verband vertritt und unterstützt hauptberufliche Journalisten bei ihren beruflichen Zielen. Der Verband weist eine föderalistische Gliederung auf. Wie bei einigen anderen bundesweiten Berufsverbänden, sind die Mitglieder des DJV einzelne Landesverbände. Die natürlichen Personen als Mitglieder in den 17 DJV-Landesverbänden sind mittelbare Mitglieder im DJV-Bundesverband. Der Verband ist in Deutschland der größte und am längsten bestehende Berufsverband mit ca. 33.000 mittelbaren Mitgliedern (DJV 2020i).
Der Verbandstag des DJV legt die Richtlinien der Politik des DJV fest, die später artikuliert und in gewerkschaftliche Aktionen umgesetzt werden. Verschiedene Fachausschüsse haben die Aufgabe, die Beschlussorgane zu beraten und Entscheidungen vorzubereiten. Eine der Besonderheiten das DJV ist, dass der Verband auch als Gewerkschaft auftritt und fungiert. Er bekennt sich in seiner Satzung offen zu den Mitteln des Arbeitskampfes und verteidigt die Tarifautonomie (DJV 2017b: 5). Trotz der im Grundsatzprogramm beschriebenen Überpateilichkeit ist der DJV bereit, „mit allen Gewerkschaften, demokratischen Parteien und Gruppierungen zusammenzuarbeiten, um seine Ziele durchzusetzen“ (ebd.).
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik prekärer Arbeitsbedingungen im Journalismus und Definition des Forschungsinteresses sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 Problemfelder und Formen prekärer Arbeit unter Journalisten: Detaillierte Darstellung der prekären Beschäftigungssituation, von Einkommensfragen bis hin zu arbeitsrechtlichen Besonderheiten und der Situation freier Journalisten.
3 Verbände und ihre Funktionen im politischen System: Erläuterung der allgemeinen Funktionen von Verbänden wie Interessenaggregation, -selektion und -artikulation im politischen Prozess.
4 Theoretische Einordnung und Handlungslogiken: Einführung in die Theorie von Mancur Olson (Logik des kollektiven Handelns) sowie Konzepte zu Mitgliedschaftslogik, Einflusslogik und selektiven Anreizen.
5 Fallauswahl: Begründung der Auswahl des DJV und der Freischreiber als Vergleichsobjekte basierend auf deren unterschiedlichen Strukturen und Zielen.
6 Vergleich: Analyse der Organisationsstrukturen, Finanzierung, Mobilisierung sowie der politischen Strategien und Ziele beider Verbände im direkten Vergleich.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich der Handlungsfähigkeit, Mitgliedermobilisierung und der Frage nach "schwachen Interessen" von Freien Journalisten.
Journalismus, prekäre Arbeit, Interessenverbände, DJV, Freischreiber, Handlungslogik, Mitgliedschaftsanreize, Tarifpolitik, Arbeitsbedingungen, Gewerkschaft, Interessenvertretung, Mancur Olson, politische Einflussnahme, Kollektivgut, Interessenaggregation
Die Arbeit analysiert die Strategien und die organisatorische Arbeit zweier Interessenverbände im Journalismus, um prekären Beschäftigungsverhältnissen in dieser Branche zu begegnen.
Die Arbeit behandelt Themen wie prekäre Arbeitsformen, die Funktionsweise von Interessenverbänden, die Theorie des kollektiven Handelns nach Mancur Olson sowie die Unterschiede zwischen gewerkschaftlichen und rein berufsständischen Interessenvertretungen.
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie sich Journalisten organisieren, welche Handlungsstrategien Verbände wie der DJV und die Freischreiber verfolgen und inwieweit diese für die Interessen ihrer (oft prekär beschäftigten) Mitglieder effektiv sind.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse zweier Fallbeispiele, wobei auf Basis existierender Studien, Verbandsdaten und theoretischer Modelle ein systematischer Vergleich der Verbändearbeit durchgeführt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der Problemfelder (wie Einkommen und Verträge), die Fallauswahl und einen detaillierten Vergleich der Verbände anhand von Kriterien wie Struktur, Anreizsysteme, Kommunikation und politische Strategien.
Die zentralen Konzepte sind prekäre Arbeit, Interessenverbände, Handlungslogiken, gewerkschaftliche Interessenvertretung und die Organisation von Journalisten.
Olson liefert das theoretische Gerüst, um zu verstehen, warum sich Gruppen (wie Journalisten) bilden, wie diese ihre Mitglieder durch selektive Anreize binden und warum die Organisation von Interessen in großen gegenüber kleinen Gruppen unterschiedlich gelingt.
Ein wesentlicher Unterschied ist, dass der DJV als Gewerkschaft tarifpolitisch agieren kann, während der Verband Freischreiber als reiner Berufsverband auf andere Strategien, wie Vernetzung und öffentliche Kampagnen ("Code of Fairness"), angewiesen ist.
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