Bachelorarbeit, 2008
51 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Begriffsbestimmung Internet
2.1.1 Das Internet als Kommunikationsmedium
2.1.1.1 E-Mails: Zeitversetzte Kommunikation
2.1.1.2 Chat: Zeitgleiche Kommunikation
2.2 Begriffsbestimmung Partnersuche
2.2.1 Partnerforen im Internet
2.3 Die Austauschtheorie
3 Darstellung der Untersuchung
3.1 Kernaussagen der Austauschtheorie und ihre Anwendung auf das Geschehen beim Kennenlernen im Internet-Leitfadenkonstruktion und Operationalisierung
3.1.1 Fragenkatalog für die fokussierten Interviews:
3.1.1.1 Themenkomplex 1+2
3.1.1.2 Themenkomplex 3
3.1.1.3 Themenkomplex 4
3.1.1.4 Themenkomplex 5
3.1.1.5 Themenkomplex 6
3.1.1.6 Themenkomplex 7
3.1.1.7 Themenkomplex 8
3.1.1.8 Themenkomplex 9
3.2 Erhebungsmethode: Fokussierte Leitfadeninterviews
3.2.1 Qualitätsmaßstäbe
3.3 Auswahl der Interviewpartner
3.4 Analyse
4 Ergebnisse
4.1 Kategorien und Codierung
4.1.1 Kategorien mit Farbschema und Codes
4.2 Quantitatives Ergebnis der Kategorisierung und zusammenfassender Überblick
5 Ergebnisdiskussion und Kritik
5.1 Diskussion der Ergebnisse
5.1.1 Reziprozitätserwartung
5.1.2 Hypothese 1: Verhaltenswiederholung durch positive Verstärkung
5.1.3 Hypothese 2: Anlegen eines Verhaltensrepertoires durch positive Verstärkung
5.1.4 Hypothese 3: Wert-Hypothese: Ein angenommener Wert führt zu einer höheren Verhaltenswahrscheinlichkeit
5.1.5 Hypothese 4: Frustration – Aggression: Eine erlebte Frustration führt zur Aggression
5.1.6 Hypothese 5: Häufig erhaltene Belohnung führt zu Wertverlust
5.1.7 Hypothese 6: Vergleichsniveau für Alternativen
5.1.7.1 Innerhalb der Netzkontakte
5.1.7.2 Zwischen Netzkontakten und den Kontakten außerhalb des Internets
5.1.8 Weitere Ergebnisse
5.1.8.1 Kontaktintensivierung durch gemeinsam verbrachte Zeit
5.2 Kritische Bemerkungen
5.2.1 Operationalisierung
5.2.2 Methodenwahl
5.2.3 Befragung
5.2.4 Kategorisierung
5.2.5 Qualitätsmaßstäbe
5.2.6 Ergebnisse
6 Abschließende Betrachtung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, ob die Austauschtheorie in ihrer ursprünglichen Form nach Homans, unter Berücksichtigung von Erweiterungen durch Thibaut und Kelley, das Interaktionsverhalten bei der Partnersuche im Internet erklären kann.
3.1 Kernaussagen der Austauschtheorie und ihre Anwendung auf das Geschehen beim Kennenlernen im Internet-Leitfadenkonstruktion und Operationalisierung
Nach den obigen theoretischen Grundlagen wurden erste Annahmen über Punkte, an denen die Austauschtheorie im Verlauf des Kennenlernens im Internet relevant sein könnte, herausgearbeitet. Ausgehend von den einzelnen Hypothesen der Theorie wurden Fragen für einen Leitfaden formuliert.
3.1.1 Fragenkatalog für die fokussierten Interviews: Anhand von Homans’ Hypothesen und den Erweiterungen von Thibaut und Kelley wurden neun Themenkomplexe (TK) erarbeitet. Der Begriff Themenkomplex wurde gewählt, weil zum Teil mehrere Fragen zum interessierenden Aspekt an die Interviewpartner gerichtet wurden.
Themenkomplex 1+2: Frage eins und zwei beziehen sich auf die oben von Hill und Kopp genannte grundsätzliche Annahme einer erwarteten Reziprozität. Wird bei der Kontaktaufnahme davon ausgegangen, dass das Gegenüber antwortet, und wie lange wird weiter versucht werden, den Kontakt aufzunehmen bzw. zu halten? Fühlt sich der Interviewpartner immer verpflichtet, in ähnlicher Weise zu antworten oder dies überhaupt zu tun? Hieraus resultieren folgende Fragen:
Themenkomplex 1: „Gehen Sie davon aus, dass das Gegenüber entsprechend antwortet, wenn Sie es kontaktieren? Wie lange bleiben Sie aktiv, wenn es sich nicht oder nicht ihren Erwartungen entsprechend meldet?“
Themenkomplex 2: „Wenn Sie selbst angeschrieben werden, fühlen Sie sich immer verpflichtet zu antworten oder wovon ist ihre Antwort überhaupt bzw. deren Qualität abhängig?“
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Arbeit durch den Roman "Gut gegen Nordwind" und führt in das Thema des Interaktionsverhaltens bei der Partnersuche im Internet ein.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Internet und Partnersuche und legt die theoretische Basis durch die Austauschtheorie nach Homans sowie Thibaut und Kelley.
3 Darstellung der Untersuchung: Hier wird der Untersuchungsansatz dargelegt, der Leitfaden für die fokussierten Interviews operationalisiert und die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der Interviewpartner beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die durchgeführte Kategorisierung und Codierung der Interviewdaten sowie einen quantitativen Überblick über die zentralen Erkenntnisse.
5 Ergebnisdiskussion und Kritik: Die empirischen Ergebnisse werden kritisch diskutiert, auf die ursprünglichen Hypothesen bezogen und hinsichtlich ihrer methodischen Validität reflektiert.
6 Abschließende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Austauschtheorie das Verhalten in der Anbahnungsphase von Internetkontakten gut erklären kann, stößt aber bei langfristigeren Bindungen an ihre Grenzen.
Austauschtheorie, Internet-Partnersuche, Interaktionsverhalten, Reziprozität, Online-Kommunikation, fokussierte Leitfadeninterviews, Kosten-Nutzen-Analyse, Verhaltensrepertoire, soziale Beziehungen, Anonymität, Attraktivität, Kontaktintensivierung, Commitment.
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Austauschtheorie nach Homans sowie Thibaut und Kelley dazu geeignet ist, das menschliche Interaktionsverhalten während der Partnersuche im Internet zu erklären.
Im Zentrum stehen die Fragen nach der Reziprozität von Kommunikation, dem Aufbau von Verhaltensroutinen, der Bedeutung von Attraktivität und dem Umgang mit Frustration bei der digitalen Partnersuche.
Das primäre Ziel ist es, erste deskriptive Einblicke in die psychologischen Prozesse der Online-Anbahnung zu geben und die Übertragbarkeit der klassischen Austauschtheorie auf das moderne Medium Internet zu prüfen.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, konkret fokussierte Leitfadeninterviews mit 14 Probanden, um die subjektiven Sichtweisen und Handlungsmotive der Akteure zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die operationalisierte Darstellung der Untersuchung inklusive Leitfadenkonstruktion, die Kategorisierung der Ergebnisse sowie eine ausführliche Diskussion dieser Ergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Austauschtheorie, Online-Partnersuche, soziale Interaktion, Reziprozität, Verhaltensrepertoire und qualitative Sozialforschung.
Die Untersuchung zeigt, dass Nutzer zwar eine Reziprozität erwarten, diese im Internet jedoch aufgrund der Anonymität und der Unverbindlichkeit des Mediums oft nicht strikt einfordern oder selbst einhalten.
Ein als besonders attraktiv oder wertvoll wahrgenommener Kontakt führt laut der Untersuchung zu einer höheren Bereitschaft, Zeit zu investieren und das Kommunikationsverhalten anzupassen, um die Interaktion zu vertiefen.
Mit zunehmender gemeinsamer Zeit ("Zeitinvestition") entwickelt sich ein Gefühl der Verbundenheit (Commitment), das dazu führen kann, dass Akteure weniger streng in rein rationalen Kosten-Nutzen-Kategorien denken.
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