Examensarbeit, 2008
49 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 FÖRDERSCHULE MIT DEM FÖRDERSCHWERPUNKT GEISTIGE ENTWICKLUNG
3 FÖRDERUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT
3.1 SELBSTSTÄNDIGKEIT
3.2 FÖRDERUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT
3.3 SELBSTSTÄNDIGKEIT IM STRAßENVERKEHR
3.4 RELEVANZ FÜR SCHÜLER DER MAMRE-PATMOS-SCHULE
4 KONZEPTE DER VERKEHRSERZIEHUNG
4.1 VORHANDENE KONZEPTE
4.2 KONZEPT DER VERKEHRSERZIEHUNG FÜR MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG
4.3 VERKEHRS- UND MOBILITÄTSERZIEHUNG FÜR SCHÜLER DER MAMRE-PATMOS-SCHULE
5 SELBSTSTÄNDIGKEITSFÖRDERUNG IM RAHMEN VON VERKEHRSERZIEHUNG
5.1 KONZEPTIONELLE VORÜBERLEGUNGEN
5.1.1 SCHÜLER DER OBERSTUFE
5.1.2 MÖGLICHER HANDLUNGSRAHMEN
5.1.3 ORGANISATORISCHE ÜBERLEGUNGEN
5.1.4 PRINZIPIEN DER FÖRDERUNG
5.1.5 MÖGLICHE LERNBEREICHE IN ALLTAGSSITUATIONEN
5.2 DIAGNOSTIK DER VORHANDENEN KOMPETENZEN
5.2.1 UMFELDANALYSE
5.2.2 KOMPETENZKATALOG
5.2.3 MÖGLICHE DIAGNOSTIK
5.2.4 KONSEQUENZEN
5.3 MÖGLICHER AUFBAU DER FÖRDERUNG
5.3.1 PLANUNGSPHASE
5.3.2 FÖRDEREINHEIT „WEGE MIT AKTIVER BEGLEITUNG BESTREITEN“
5.3.3 FÖRDEREINHEIT „WEGE MIT PASSIVER BEGLEITUNG BESTREITEN“
5.3.4 FÖRDEREINHEIT „WEGE SELBSTSTÄNDIG BESTREITEN“
6 MÖGLICHKEIT DER EVALUATION
7 SCHLUSSBETRACHTUNG
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, konzeptionelle Überlegungen für eine handlungs- und praxisorientierte Verkehrserziehung an der Mamre-Patmos-Schule zu entwickeln. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Schüler der Oberstufe einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung durch gezielte Förderung ihrer Kompetenzen im Straßenverkehr zu einem selbstständigeren und unabhängigeren Leben befähigt werden können.
3.1 Selbstständigkeit
Das Wort selbst meint „ohne fremde Hilfe stehen können“ (LENZEN, 1989, S.1360). Es gibt nach dem Zukunfts- und Freizeitforscher OPASCHOWSKI drei Dimensionen der Selbstständigkeit, die in unserer Gesellschaft vorzufinden sind: 1. die psychologisch-pädagogische Dimension (Selbst-ständigkeit im Laufe der Entwicklung, Erziehung und Abgrenzung), 2. die kulturell-soziale Dimension (Selbstständigkeit bezogen auf das Umfeld, die Gesellschaft) und 3. die ökonomische Dimension (wirtschaftliche Selbstständigkeit) (zitiert von PRIES, 2003, S.78ff). Die Definition ist immer abhängig vom Standpunkt der Betrachtung.
Im pädagogischen Kontext ist Selbstständigkeit nach GILICH das oberste Bildungs- und Erziehungsziel und wird umschrieben als „Fähigkeit zum eigenständigen und damit auch kritischen Denken sowie zum daran angeschlossenen sachgerechten und verantwortungsbewussten Handeln“ (1993, S.14). Selbstständigkeit kann dementsprechend auch als Handlungsfähigkeit verstanden werden und bedeutet die interessengeleitete, zielgerichtete, planvolle und bewusste Auseinandersetzung mit der Umwelt (BREHM, 1981, S.59f).
Selbstständigkeit per se gibt es jedoch nicht. ZIECHMANN betont in diesem Zusammenhang den immer vorhandenen Bezug zum Inhalt (1988, S.30) und PRIES den daraus resultierenden lebenslangen Lernprozess (2003, S.14). Daraus ist zu schließen, dass alle Menschen in bestimmten Bereichen so lange unselbstständig sind, bis sie sich Handlungskompetenz in diesem Bereich angeeignet haben. Folglich bezieht sich die Selbstständigkeit immer auf einen speziellen Lebensbereich, in dem sich die Selbstständigkeit durch Handlung realisiert. Diese umfasst die selbstständige Orientierung, Planung, Durchführung und Kontrolle der Handlung (PITSCH/ THÜMMEL, 2005, S.59ff). Die Entwicklung der Handlungsfähigkeit erfolgt nach PITSCH in vier Stufen: ganzheitlich-reaktives Handeln → gelenkt-reproduktives Handeln → reproduktiv-selbstständiges Handeln → schöpferisch-selbstständiges Handeln (1999, S.82).
Im Bereich der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bestimmt die Förderung der Handlungsfähigkeit das Erziehungsziel der Selbstständigkeit. Ziel ist, auf der Basis der „eingeschränkten Handlungsfähigkeit Geistigbehinderter“ (MÜHL, 1981, S.69), das Erreichen eines den individuellen Möglichkeiten entsprechenden, selbstständigen Handelns (PITSCH/ THÜMMEL, 2005, S.23). Selbstständigkeit wird dabei verstanden als ein Unabhängigsein von anderen Menschen - nach PITSCH als Handlungsfähigkeit (2003, S.14).
1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Relevanz der Verkehrserziehung an einer Förderschule ein und legt das Ziel fest, konzeptionelle Überlegungen für eine handlungs- und praxisorientierte Förderung zu erarbeiten.
2 FÖRDERSCHULE MIT DEM FÖRDERSCHWERPUNKT GEISTIGE ENTWICKLUNG: Dieses Kapitel beschreibt das Profil der Mamre-Patmos-Schule sowie deren Zielsetzung hinsichtlich der individuellen Persönlichkeits- und Selbstständigkeitsentwicklung der Schülerschaft.
3 FÖRDERUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Begriffs der Selbstständigkeit sowie die Herausarbeitung der speziellen Bedeutung von Mobilität und Handlungsfähigkeit im Straßenverkehr für Menschen mit geistiger Behinderung.
4 KONZEPTE DER VERKEHRSERZIEHUNG: Das Kapitel reflektiert allgemeine verkehrspädagogische Ansätze und prüft deren Anwendbarkeit auf die Zielgruppe, wobei spezifische Konzepte für Menschen mit geistiger Behinderung kritisch hinterfragt werden.
5 SELBSTSTÄNDIGKEITSFÖRDERUNG IM RAHMEN VON VERKEHRSERZIEHUNG: Dies ist der Kernbereich, der konzeptionelle Vorüberlegungen, diagnostische Instrumente (Umfeldanalyse/Kompetenzkatalog) und den dreistufigen Förderaufbau von der aktiven zur selbstständigen Verkehrsteilnahme detailliert beschreibt.
6 MÖGLICHKEIT DER EVALUATION: Hier wird aufgezeigt, wie der Kompetenzkatalog zur Überprüfung von Lernfortschritten genutzt werden kann, um individuelle Förderziele fortlaufend anzupassen.
7 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit der Kooperation zwischen Schule, Eltern und Wohnheim, um die gesetzten Förderziele nachhaltig zu erreichen.
Verkehrserziehung, Selbstständigkeitsförderung, Geistige Behinderung, Mobilität, Handlungsfähigkeit, Mamre-Patmos-Schule, Alltagssituationen, ÖPNV-Nutzung, Fußgängertraining, Diagnostik, Kompetenzkatalog, Umfeldanalyse, Förderplanung, Sonderpädagogik, Lebensweltorientierung
Die Arbeit entwickelt konzeptionelle Überlegungen zur Förderung der Selbstständigkeit von Oberstufenschülern an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung im Kontext der Verkehrserziehung.
Im Mittelpunkt stehen die Begriffe der Selbstständigkeit und Mobilität, die Analyse von Verkehrssituationen im Alltag, diagnostische Verfahren zur Kompetenzermittlung sowie die konkrete pädagogische Förderplanung.
Ziel ist es, einen handlungs- und praxisorientierten Ansatz zu formulieren, der Schülern eine möglichst selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr und damit ein autonomeres Leben außerhalb der Schule ermöglicht.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender Konzepte sowie die Entwicklung eines praktischen, schülerorientierten Kategoriensystems zur Diagnostik und Förderplanung im Straßenverkehr.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des Lernumfeldes, der Erstellung eines Kompetenzkatalogs für verschiedene Verkehrssituationen sowie einem prozesshaften Fördermodell, das auf dem Prinzip der abbauenden Hilfe basiert.
Wesentliche Begriffe sind Verkehrserziehung, Selbstständigkeitsförderung, geistige Behinderung, Mobilität, Handlungsfähigkeit, Diagnostik und Förderplanung.
Der Katalog dient dazu, die individuellen Fähigkeiten der Schüler in spezifischen Verkehrssituationen – wie etwa beim Fußweg zur Haltestelle oder der Stadtbahnnutzung – zu erfassen und darauf aufbauend maßgeschneiderte Förderziele zu definieren.
Die Autorin betont, dass für einen nachhaltigen Erfolg eine kontinuierliche Förderung über die Schule hinaus stattfinden muss, wofür die Kooperation und der Informationsaustausch mit allen Bezugspersonen der Schüler unabdingbar sind.
Die Einheiten unterscheiden sich durch den Grad der Begleitung: Von der aktiven Anleitung durch die Lehrperson, über eine passive Begleitung, bis hin zur vollständig selbstständigen Bewältigung der Wege durch die Schüler.
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