Diplomarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 2,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. DER KRIEG IN 0 UND 1
1.1. FORSCHUNGSFRAGEN
1.2. BEGRIFFSABGRENZUNG
2. KRIEGSNACHRICHTEN IM SPANNUNGSFELD EXTERNER BEEINFLUSSUNG
2.1. EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE KRIEGSNACHRICHTEN
2.2. DIMENSIONEN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG NACH MANGOLD UND ULTZSCH
2.3. „ENTERTAINISIERUNG“ VON KRIEGSNACHRICHTEN
2.3.1. INFOTAINMENT
2.3.2. DER „FEEL-GOOD-EFFEKT“
2.3.3. „ENTERTAINISIERUNG“ ALS URSACHE FÜR INFORMATIONSREDUKTION
2.4. SCHWERPUNKT 1: MEDIALE STEUERUNG DURCH DIE POLITIK
2.4.1. DIE POLITISCHE FUNKTION DER MASSENMEDIEN
2.4.2. FERNSEHEN ALS PLATTFORM FÜR KRIEGSPROPAGANDA
2.4.3. FORMEN DER ZENSUR
2.4.4. „EMBEDDED JOURNALISTS“ ALS POLITISCHES UND MILITÄRISCHES KONTROLLORGAN
2.4.5. DER POLITISCHE EINFLUSS AUF TV-STATIONEN IM NATIONENVERGLEICH
2.4.5.1. FALLBEISPIEL 1: CNN ALS INSTRUMENT DER POLITIK
2.4.5.2. FALLBEISPIEL 2: DER POLITISCHE EINFLUSS AUF DIE GREMIEN DES ORF
2.4.6. FAZIT: ZIELE POLITISCHER INTERVENTION IN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG
2.5. SCHWERPUNKT 2: MEDIALE STEUERUNG DURCH DEN REZIPIENTEN
2.5.1. DIE BESTIMMUNG DES NACHRICHTENINHALTS DURCH DEN REZIPIENTEN
2.5.1.1. THEMENKOMPLEXITÄT
2.5.1.2. INTERESSEN VON POLITIK UND WIRTSCHAFT
2.5.1.3. KONKURRENZSITUATION
2.5.1.4. BOULEVARDISIERUNG DER NACHRICHTEN
2.5.1.5. INFORMATIONEN VON PR AGENTUREN
2.5.1.6. VISUALISIERBARKEIT
2.5.1.7. PERSONALISIERUNG
2.5.1.8. SCHLÜSSELWÖRTER
2.5.2. DIE INSZENIERUNG DER NACHRICHTEN NACH DEN BEDÜRFNISSEN DER REZIPIENTEN
3. DER OBJEKTIVITÄTSFAKTOR IN DEN KRIEGSNACHRICHTEN
3.1. VOM EREIGNIS ZUR NACHRICHT
3.2. DER NACHRICHTENWERT EINES EREIGNISSES
3.2.1. DIE GATEKEEPER-THEORIE
3.2.2. DIE NEWS-BIAS-THEORIE
3.2.3. DIE NACHRICHTENWERTTHEORIE
3.2.3.1. NACHRICHTENFAKTOREN NACH ÖSTGAARD
3.2.3.2. NACHRICHTENFAKTOREN NACH GALTUNG UND RUGE
3.2.3.3. NACHRICHTENFAKTOREN NACH SCHULZ
3.3. MODELLE DER NACHRICHTENSELEKTION
3.4. FUNKTIONEN VON NACHRICHTEN
3.5. DAS THEORETISCHE OBJEKTIVITÄTSMODELL
3.5.1. FORMEN VON OBJEKTIVITÄT
3.5.1.1. INNERE UND ÄUßERE OBJEKTIVITÄT
3.5.1.2. ADDITIVE UND REDUKTIVE OBJEKTIVITÄT
3.5.1.3 SUBJEKTBEZOGENE UND OBJEKTBEZOGENE OBJEKTIVITÄT
3.5.1.4. MEDIENOBJEKTIVITÄT UND JOURNALISTISCHE OBJEKTIVITÄT
3.6. KRITERIEN DER OBJEKTIVITÄT
3.6.1. RELEVANZ
3.6.2. RICHTIGKEIT
3.6.3. SACHLICHKEIT
3.6.4. AUSGEWOGENHEIT
3.6.5. VIELFALT
3.6.6. TRANSPARENZ
3.7. FAKTOREN DER OBJEKTIVITÄTSREDUKTION IN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG
3.8. OBJEKTIVITÄT IN DER PRAXIS: FALLBEISPIEL CNN UND ORF – SPOTVERGLEICH
3.8.1. DER AUFBAU DER NACHRICHT
3.8.2. DIE INTERVIEWSITUATION
3.8.3. DIE INHALTLICHE AUFBEREITUNG
3.8.4. FAKTOREN DER ENTERTAINISIERUNG
3.8.5. DIE AUSPRÄGUNG DER OBJEKTIVITÄT
3.8.6. OBJEKTIVITÄTSBEWERTUNG
4. OBJEKTIVITÄT: QUOTENENTSCHEIDUNG ODER POLITISCHE TAKTIK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Reduktion von Objektivität in der Kriegsberichterstattung durch ein Spannungsfeld, das durch die Politik, die Rezipienten und die Journalisten geprägt wird. Ziel der Arbeit ist es zu identifizieren, inwiefern Objektivität durch diese Einflussfaktoren reduziert wird und ob vollkommene Objektivität im Kriegsjournalismus überhaupt erreichbar ist.
3.2. Der Nachrichtenwert eines Ereignisses
Der Journalist erfüllt im Auswahlprozess von Nachrichten die wahrscheinlich wichtigste Funktion. Galtung und Ruge gehen davon aus, dass der Journalist Entscheidungen über den Inhalt der Nachrichten aufgrund von Schlüsselreizen trifft. „… every link in the chain reacts to what it recieves fairly much according to the same principles. The journalist scans the phenomena ... and selects and distorts, and so does the reader when he gets the finished product, the news pages, and so do all the middle-men”.
Roland Burkart betont in diesem Zusammenhang zusätzlich, dass Nachrichtenberichterstattung aus diesem Grund nie umfassend und vollständig sein kann, denn „Ereignisse werden erst dadurch zu Nachrichten, dass Sie aus der Totalität und Komplexität des Geschehens ausgewählt werden“.
Durch diese Selektion ist der Journalist maßgeblich für den Erhalt des Meinungspluralismus verantwortlich, denn sowohl die Inhalte, die in den Nachrichten behandelt werden, als auch die, die bewusst nicht gesendet werden, haben Einfluss auf die Meinungsvielfalt. Die subjektive Selektion durch den Journalisten stellt außerdem einen Faktor zur Objektivitätsreduktion dar, auf den die Verfasserin zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen kommen wird.
Basierend auf den drei genannten Stufen, die eine Nachricht auf ihrem Entstehungsweg durchläuft, sind im Laufe der Zeit drei Forschungsansätze entstanden, die sich dem Selektionsprozess im Nachrichtenfluss basierend auf dem Nachrichtenwert widmen: die Gatekeeper-Theorie, die News-Bias-Theorie und die Nachrichtenwerttheorie.
1. DER KRIEG IN 0 UND 1: Einleitung in die Thematik der Kriegsberichterstattung im Wandel vom Vietnamkrieg bis zum Irakkrieg 2003 unter Berücksichtigung der Rolle des Fernsehens.
2. KRIEGSNACHRICHTEN IM SPANNUNGSFELD EXTERNER BEEINFLUSSUNG: Analyse der Faktoren Politik, Rezipient und Journalisten, welche die Objektivität von Kriegsnachrichten beeinflussen.
3. DER OBJEKTIVITÄTSFAKTOR IN DEN KRIEGSNACHRICHTEN: Vertiefende Untersuchung der Mechanismen der Nachrichtenselektion und theoretischer Kriterien zur Definition von Objektivität in den Medien.
4. OBJEKTIVITÄT: QUOTENENTSCHEIDUNG ODER POLITISCHE TAKTIK: Fazit zur Problematik der Erreichung von Objektivität unter den Bedingungen politischer und wirtschaftlicher Einflussnahme.
Kriegsberichterstattung, Objektivität, Infotainment, Politik, Medien, Fernsehen, Zensur, Embedded Journalists, Nachrichtenselektion, Rezipient, Einschaltquoten, Propaganda, Nachrichtenwert, Journalismus, Irakkrieg.
Die Diplomarbeit untersucht die Gründe für die Abnahme von Objektivität in der modernen Kriegsberichterstattung und wie politische sowie wirtschaftliche Akteure diesen Prozess beeinflussen.
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Politik und Militär, die Rolle des Unterhaltungsdrangs der Zuschauer („Entertainisierung“) sowie die journalistischen Auswahlkriterien im Kriegsgebiet.
Die Kernfrage lautet, inwiefern Objektivität durch Faktoren wie Politik, Rezipientenwünsche und journalistische Selektionsprozesse reduziert wird und ob eine vollkommene Objektivität im Krieg überhaupt erreichbar ist.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus theoretischer Fundierung (Medientheorien), Experteninterviews mit Korrespondenten und einer vergleichenden Inhaltsanalyse von Nachrichtensendungen (ORF und CNN).
Der Hauptteil analysiert, wie externe Faktoren Nachrichten filtern und wie das „Embedding-System“ sowie der wirtschaftliche Erfolgsdruck die journalistische Freiheit einschränken.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Objektivitätsreduktion, politisches Instrumentarium, Infotainment, Nachrichtenwerttheorie und das Spannungsfeld zwischen Information und Unterhaltung.
Das System bezeichnet die Eingliederung von Journalisten in militärische Einheiten. Kritiker bemängeln, dass dadurch eine unabhängige Sichtweise unmöglich wird, da die Journalisten nur noch aus der Perspektive des Militärs berichten können.
Die Analyse verdeutlicht, dass europäische Medien (ORF) aufgrund der Neutralität mehr Hintergrundinformationen liefern können, während US-Medien (CNN) stärker in patriotische und politische Legitimationsmuster eingebunden sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

