Bachelorarbeit, 2021
80 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
2. Forschungsstand
2.1. Forschung unternehmerischer Gruppen
2.2. Forschung bezüglich unternehmerischer Konflikte
2.3. Arbeits- und Beziehungskonflikte im Zusammenhang unternehmerischer Gruppengrößen
2.3.1. Wechselwirkungen der Beziehungs- und Arbeitskonflikte
2.3.2. Forschungslücke
3. Theoretische Grundlagen
3.1. Dyadische Gruppen
3.2. Interaktionssystem als Bedingung für Gruppe?
3.3. Georg Simmels Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung
3.4. Die spezifische Dyade und der Hinzutritt des Dritten
3.4.1. Interaktionsdynamiken in dyadischen und triadischen Gruppen
3.4.2. Bezug zum Konfliktgegenstand
3.4.3. Strukturen der Stimmungsherstellung in den Gruppenformen
4. Methoden
4.1. Sekundärdatenanalyse und Auswahl der Daten
4.2. Ziele und Vorgehen der Münchener Gründerstudie
4.3. Forschungsdesign, Auswahlverfahren und Stichprobenziehung
4.4. Messung theoretischer Begriffe und deskriptive Ergebnisse
4.5. Hypothesenüberprüfung
4.6. Auswertung der Ergebnisse
4.6.1. Alternative Erklärungsansätze
4.6.2. Probleme der Inhaltsvalidität, der Sekundärdatennutzung sowie des Stichprobenumfangs
5. Schluss und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Gruppengröße (Dyaden vs. Triaden) auf die Konfliktstrukturen in unternehmerischen Teams. Basierend auf der Theorie Georg Simmels zur "Quantitativen Bestimmtheit der Gruppe" wird analysiert, ob und wie sich diese Gruppenformen in ihrem Konfliktverhalten unterscheiden.
3.4. Die spezifische Dyade und der Hinzutritt des Dritten
Simmels Beobachtungen der Beziehungen Zweier resultiert in der Erkenntnis ihres spezifischen Charakters, welcher sich gänzlich verändert, sobald ein Dritter hinzutritt (Simmel 1922, 70; 73).
„Man wird von vornherein und aus den alltäglichen Erfahrungen heraus zugeben, dass […] engere Kreise Qualitäten und Wechselwirkungen aufweisen, die bei ihrer numerischen Erweiterung unvermeidlich verloren gehen.“ (Simmel 1922, 32)
Obwohl der Soziologe von einem Verlust der Eigenschaften bei einer Erweiterung zwar enger, dennoch unbestimmter Kreisgröße spricht, bestimmt er diesen Verlust bei einer Erweiterung einer Dyade um eine weitere Person als einzigartig.
„Dass Verhältnisse zu zweien überhaupt als solche spezifische Züge haben, zeigt nicht nur die Tatsache, dass der Zutritt eines dritten sie ganz abändert, sondern mehr noch die vielfach beobachtete: dass die weitere Ausdehnung auf vier oder mehrere das Wesen der Vereinigung keineswegs noch entsprechend weiter modifiziert.“ (Simmel 1922, 70)
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an Konflikten in kleinen Unternehmergruppen und begründet die theoretische Herleitung über Georg Simmels Kleingruppenkonzept.
2. Forschungsstand: Dieses Kapitel arbeitet den aktuellen Stand der Kleingruppen- und Konfliktforschung auf und identifiziert die Forschungslücke bezüglich dyadischer und triadischer Unternehmerteams.
3. Theoretische Grundlagen: Hier wird die theoretische Basis durch Simmels Analysen zur Dyade und Triade sowie deren spezifische Interaktionsdynamiken und Konfliktpotenziale gelegt.
4. Methoden: Dieses Kapitel beschreibt die quantitative Sekundäranalyse der Münchener Gründerstudie, die Operationalisierung der Variablen und die methodische Vorgehensweise bei der Hypothesenüberprüfung.
5. Schluss und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Hypothesentests zusammen, diskutiert die Validitätsprobleme der Daten und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Unternehmerteams, Dyade, Triade, Georg Simmel, Sozialer Konflikt, Arbeitskonflikt, Beziehungskonflikt, Kleingruppenforschung, Sekundärdatenanalyse, Münchener Gründerstudie, Gruppengröße, Konfliktstruktur, Teameffektivität, Arbeitszufriedenheit, Heterogenität.
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern sich Konfliktstrukturen zwischen dyadischen (Zweier-) und triadischen (Dreier-) Unternehmerteams unterscheiden.
Die zentralen Felder sind die soziologische Kleingruppenforschung, insbesondere die Theorien von Georg Simmel, sowie die Analyse unternehmerischer Konflikte anhand quantitativer Daten.
Das Hauptziel ist zu prüfen, ob die gruppenspezifischen Strukturen von Dyaden und Triaden einen messbaren Einfluss auf die Häufigkeit und Art von Konflikten (beziehungs- vs. aufgabenbezogen) haben.
Die Autorin führt eine quantitative Sekundäranalyse der "Münchener Gründerstudie" durch und nutzt logistische Regressionsmodelle zur statistischen Hypothesenprüfung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Gruppendynamiken nach Simmel und einen empirischen Teil, in dem Hypothesen zur Heterogenität, Konflikthäufigkeit und Arbeitsintensität getestet werden.
Zu den Kernbegriffen zählen unternehmerische Teams, Dyaden, Triaden, Konfliktstrukturen, soziale Interaktion und Sekundärdatenanalyse.
Simmel begründet, dass die Dyade eine einzigartige Form der "Engheit" darstellt, die sich durch den Zutritt einer dritten Person fundamental verändert, was laut Autorin auch Auswirkungen auf das Konfliktpotenzial in Gründungsteams hat.
Die Ergebnisse zeigen entgegen der ursprünglichen Annahme, dass dyadische Gruppen tendenziell streitanfälliger sind als triadische oder größere Unternehmerteams.
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