Bachelorarbeit, 2021
64 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Volksparteitypologien
3.1. Typologie nach Otto Kirchheimer – Die Catch-All-Party
3.2. Typologie nach Peter Lösche – lose verkoppelte Anarchie
4. Forschungsgegenstand und Hypothesen
4.1. Forschungsgegenstand
4.2. Hypothesen
5. Methodik und Daten
5.1. Soziale Heterogenität SPD-Wählende
5.2. Soziale Heterogenität der SPD-Mitglieder
5.3. Soziale Heterogenität der MdB der SPD-Fraktion
5.4. Stimmenmaximierung
5.5. Koalitions-und Kompromissfähigkeit
6. Analyse: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
6.1. Soziale Heterogenität der SPD-Wählenden
6.2. Soziale Heterogenität der SPD-Mitglieder
6.3. Soziale Heterogenität der MdB der SPD-Fraktion
6.4. Stimmenmaximierung
6.5. Koalitions- und Kompromissfähigkeit
7. Fazit
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status der SPD als Volkspartei nach der Bundestagswahl 2017. Ziel ist es, durch eine synchrone empirische Analyse zu prüfen, ob die Partei die theoretischen Kriterien einer Volkspartei – soziale Heterogenität, Stimmenmaximierung sowie Koalitions- und Kompromissfähigkeit – zum Zeitpunkt der Analyse noch erfüllt.
3.1. Typologie nach Otto Kirchheimer – Die Catch-All-Party
Kirchheimers Aussagen fußen auf den Überlegungen zweier Forscher, die das Problem des Parteienerfolgs bzw. -versagens mit einer neuen Fragestellung erklären wollen. Myron Weiner und Josef La Palombara (1966) gehen davon aus, „[…] dass die soziale Wirklichkeit allen Parteisystemen im Laufe der Zeit gewisse Probleme zur Lösung aufgibt: Schaffung der nationalen Einheit, Errichtung einer Verfassungsordnung, Eingliederung der Gesamtbevölkerung in diese Ordnung und Befriedigung der Bevölkerungswünsche auf Vollbeteiligung an allen zivilisatorischen Errungenschaften“ (Kirchheimer 1965: 20). Für den Erfolg bzw. Misserfolg des Parteiensystems ist entscheidend, dass die Probleme durch die im Parteiensystem agierenden Parteien nacheinander gelöst werden, wobei „[…] das Vermeiden des zeitlichen Zusammenfallens der „Krisen“, die mit der jeweiligen Lösung dieser konkreten Probleme verknüpft sind, […] als eine der Bedingungen für Erfolg oder Mißerfolg für ein Parteiensystem [erscheint]“ (Kirchheimer 1965: 20). Diese Ausgangshypothese ist Kirchheimers Grundlage für seine weiteren Überlegungen. Er sieht mit jedem der genannten Probleme die Möglichkeit des Entstehens einer Krise des Parteiensystems, wenn die darin agierenden Parteien diese nicht lösen können bzw. wollen. Das zeitliche Zusammenfallen mehrerer ungelöster Probleme führt dann unweigerlich zu einer Krise, denn die Problemlösungskapazität der Parteien und somit des Parteiensystems ist überfordert (Mintzel 1984: 97).
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Abstieg der SPD als Volkspartei und formuliert die Forschungsfrage, ob die SPD nach der Bundestagswahl 2017 noch als solche bezeichnet werden kann.
2. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende Parteienforschung und führt in die zentralen Volksparteitypologien ein, wobei besonders die Bedeutung diachroner Verlaufstypologien hervorgehoben wird.
3. Volksparteitypologien: Hier werden die Konzepte von Otto Kirchheimer (Catch-All-Party) und Peter Lösche (lose verkoppelte Anarchie) gegenübergestellt, um den theoretischen Rahmen für die empirische Analyse abzustecken.
4. Forschungsgegenstand und Hypothesen: Das Kapitel begründet die Eignung der SPD als Forschungsgegenstand durch ihren historischen Werdegang und leitet konkrete, überprüfbare Hypothesen aus den theoretischen Indikatoren ab.
5. Methodik und Daten: Hier werden die empirischen Methoden und Datengrundlagen detailliert erläutert, die zur Operationalisierung der Indikatoren soziale Heterogenität, Stimmenmaximierung und Koalitionsfähigkeit herangezogen werden.
6. Analyse: Ist die SPD noch eine Volkspartei?: Dieses Hauptkapitel präsentiert die empirischen Befunde zur sozialen Heterogenität der Wähler, Mitglieder und MdB sowie zur Stimmenmaximierung und Koalitionsfähigkeit der Partei.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die SPD aufgrund des Fehlens zentraler Indikatoren nach der Bundestagswahl 2017 nicht mehr als klassische Volkspartei definiert werden kann.
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Die Arbeit befasst sich mit dem Status der SPD als Volkspartei nach der Bundestagswahl 2017 und untersucht, ob dieser Status unter aktuellen Bedingungen noch haltbar ist.
Im Fokus stehen die theoretische Definition von Volksparteien sowie die empirische Analyse von Merkmalen wie sozialer Zusammensetzung, Wahlerfolgen und Regierungsfähigkeit.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die SPD anhand spezifischer Indikatoren nach dem Stand von 2017 noch als Volkspartei klassifiziert werden kann.
Es wird eine synchrone empirische Analyse durchgeführt, bei der verschiedene Datensätze (z.B. GLES-Nachwahlquerschnitt) mittels deskriptiver Statistiken und t-Tests ausgewertet werden.
Der Hauptteil prüft systematisch die drei Indikatoren soziale Heterogenität (bei Wählern, Mitgliedern und MdB), Stimmenmaximierung und Koalitionsfähigkeit.
Wichtige Begriffe sind Volkspartei-Typologie, soziale Heterogenität, Stimmenmaximierung, SPD-Mitgliederstudien und das Hamburger Grundsatzprogramm.
Dieser Begriff von Peter Lösche beschreibt eine Organisationsform, in der die Partei eher als Sammelbecken verschiedener Interessengruppen agiert, statt einer starren, hierarchischen Struktur zu folgen.
Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die SPD zwei von drei untersuchten Indikatoren nicht mehr erfüllt und somit als Volkspartei nach der Bundestagswahl 2017 nicht mehr definiert werden kann.
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