Diplomarbeit, 2004
80 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Partizipation als gesellschaftliche Aufgabe
1.1 Partizipation
1.2 Kinder und Jugendliche
1.3 Stellung der Jugend heute
2. Rechtliche Situation von Kindern und Jugendlichen
2.1 UN-Kinderrechtskonvention
2.2 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (GG)
2.3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
2.4 Sozialgesetzbuch – Achtes Buch (KJHG)
2.5 Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO)
2.6 Weitere rechtliche Aspekte
3. Handlungsbereiche der Partizipation von Kindern und Jugendlichen
3.1 Politische Partizipation von Kindern und Jugendlichen
3.1.1 Repräsentative Formen der Beteiligung
3.1.2 Offene Formen der Beteiligung
3.1.3 Projektorientierte Formen der Beteiligung
3.1.4 Anwaltschaftliche Formen der Beteiligung
3.2 Kulturelle Partizipation von Kindern und Jugendlichen
3.2.1 Praxisfelder in der Kinderkulturarbeit
3.2.1.1 Theater
3.2.1.2 Musik
3.2.1.3 Medien
3.2.1.4 Literatur
3.2.1.5 Bildnerisches Gestalten
3.2.2 Interkulturelles Lernen und interkulturelle Kompetenz
3.2.3 Aktuelle Herausforderung an die Kinderkulturarbeit
3.3 Gesellschaftliche und lebensweltorientierte Partizipation von Kindern und Jugendlichen
3.3.1 Partizipation in der Schule
3.3.2 Partizipation in der Familie
3.3.3 Partizipation in Verbänden und Vereinen
4. Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Sozialen Arbeit
4.1 Partizipation in der Gemeinwesen- und Stadtteilarbeit
4.2 Partizipation in der offenen Jugendarbeit
4.3 Partizipation in der Jugendhilfeplanung
5. Jugend und Politik
5.1 Jugend und Politik(er)verdrossenheit
5.2 Jugend und Demokratie
5.3 Jugend und ihre politische Positionierung
5.4 Jugend und Globalisierung
5.5 Jugend und Wahlrecht
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Partizipation als grundlegendes Element für die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in gesellschaftliche Prozesse. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Beteiligung nicht nur als demokratisches Recht, sondern als essenzielles Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Stärkung des Verantwortungsbewusstseins gegenüber der Gemeinschaft dient.
1.1 Zum Begriff Partizipation
Der Terminus „Partizipation“ stammt von dem lateinischen Wort „participatio“ ab und hat in seiner umgangssprachlichen Übersetzung verschiedene Bedeutungen. In seiner Verbform „partizipieren“ steht der Begriff für teilnehmen, teilhaben und mitwirken. Unter dem Titel „participati actuosa“ befasst sich z.B. seit dem Mittelalter die Kirche mit der Problematik, wie das Volk an der Messe teilnehmen und auch teilhaben kann. Im 20. Jahrhundert fand sich der Begriff „Partizipation“ in der Soziologie und der Politologie wieder. Innerhalb der Sozialwissenschaften wird „Partizipation“ sowohl deskriptiv als auch normativ verwendet und in Zusammenhang mit den Prozessen der Demokratieentwicklung, insb. der Bürgerbeteiligung, gebracht. (S. DV 2002, S. 688)
Auch in der Bewegungsforschung wird Partizipation als Wirkung verstanden, in der sich Menschen bei sozialen oder politischen Missständen engagieren und gemeinsam mit verschiedenen Mitteln dagegen vorgehen. Diese Theorie der sozialen Bewegung fand ihre Umsetzung in den 60er, 70er und 80er Jahren in der Studentenbewegung, der Frauenbewegung und der Anti-Atombewegung. In einem US-amerikanischen Ansatz der Bürgerbeteiligung, dem „Community Organizing“, ist das „doorknocking“ (an die Tür klopfen) ein weiterer Schritt zu einer Bürgerbeteiligung. Hierbei werden Bewohner eines Gebietes von Akteuren besucht und dazu animiert, zusammen mit einer Gruppe gegen ein bestimmtes Problem, welches sie betrifft, vorzugehen. Im zweiten Schritt, werden Ressourcen mobilisiert und Verantwortungen verteilt, so dass die Bürger an diesem Protest beteiligt werden können. (Vgl. HELLMANN/KOOPMANS 1998)
Auch wenn der Beteiligungsaspect innerhalb der Demokratieentwicklung dem staatlich politischen Raum zuzuordnen ist und Mitbestimmung eher für den Prozess der Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen steht, existiert eine große Schnittmenge und sind beide Theorien in ihrer praktischen Umsetzung von einander abhängig. Die Übergabe von Verantwortung an junge Menschen, das Sammeln von Erfahrungen durch eigene Intervention und überhaupt durch die Möglichkeit mitzugestalten, hat das Erlernen eines Demokratiebewusstseins zufolge. Diese Zielsetzung sieht auch THOMAS SWIDEREK in seinem Beitrag „Partizipation von Kindern und Jugendlichen – ein Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft“:
1. Partizipation als gesellschaftliche Aufgabe: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe und beleuchtet den gesellschaftlichen Status von Kindern und Jugendlichen sowie deren Wandel im letzten Jahrhundert.
2. Rechtliche Situation von Kindern und Jugendlichen: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen von der UN-Kinderrechtskonvention bis hin zu nationalen Gesetzen wie BGB und KJHG dargestellt, die Partizipation legitimieren.
3. Handlungsbereiche der Partizipation von Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel differenziert zwischen politischer, kultureller und lebensweltorientierter Beteiligung und beschreibt spezifische Modelle wie Jugendparlamente oder Theaterarbeit.
4. Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Sozialen Arbeit: Die Autorin verbindet Partizipationsansätze mit professionellen Feldern der Sozialen Arbeit, wie der Gemeinwesenarbeit und Jugendhilfeplanung.
5. Jugend und Politik: Diese Analyse setzt sich kritisch mit dem politischen Desinteresse, dem Verhältnis zur Demokratie und der Forderung nach einem Minderjährigenwahlrecht auseinander.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedingungen gelingender Partizipation und plädiert für eine gelebte Partizipationskultur als Grundlage der Demokratie.
Partizipation, Kinder, Jugendliche, Demokratie, Soziale Arbeit, Jugendhilfe, Beteiligung, Mitbestimmung, Kinderrechte, Jugendkulturarbeit, Politikverdrossenheit, Demokratisierung, Gemeinwesenarbeit, Jugendhilfeplanung, Selbstbestimmung
Die Diplomarbeit widmet sich dem Thema der Partizipation von Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie junge Menschen aktiv an gesellschaftlichen und politischen Prozessen beteiligt werden können.
Die Arbeit behandelt rechtliche Rahmenbedingungen, politische Mitbestimmungsmodelle, kulturelle Bildung als Partizipationsraum sowie die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Förderung dieser Prozesse.
Das Ziel ist es, ein „Plädoyer für die Jugend“ zu formulieren, das zeigt, dass Partizipation eine notwendige Herausforderung ist, um Generationen zu verbinden und eine zukunftsfähige Demokratie zu gestalten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Analyse von Fachkonzepten, Jugendstudien und gesetzlichen Bestimmungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, verschiedene Handlungsbereiche der Beteiligung (politisch, kulturell, lebensweltorientiert) und die Anwendung dieser Ansätze innerhalb der Sozialen Arbeit.
Zu den Kernbegriffen zählen Partizipation, Jugend, Demokratie, Kinderrechte, Soziale Arbeit, Selbstbestimmung und politische Teilhabe.
Laut der Autorin bietet die Kinderkulturarbeit (wie Theater, Musik oder Medienarbeit) niedrigschwellige, kreative Ausdrucksformen, durch die Kinder spielerisch ihre Interessen artikulieren und Selbstvertrauen für gesellschaftliche Teilhabe gewinnen können.
Sie argumentiert, dass das Ausschlussargument (mangelnde Einsichtsfähigkeit) nicht haltbar ist und plädiert für die Einführung des Wahlrechts, um Kinder als gleichberechtigte Bürger ernst zu nehmen und ihre zukunftsrelevante Perspektive in die Politik einzubringen.
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