Magisterarbeit, 2002
108 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Die nüchterne Grausamkeit des Krieges: Paths of Glory
2.1. Das narrative Modell des Krieges
2.2. Der kalte Stil: Die Verschmelzung von Gehalt und Form
2.2.1. Die Ästhetik des Krieges
2.2.2. Filmsprache
2.2.3. Zynismus
2.3. Chaos und Ordnung: Die Struktur und Nicht-Struktur des Krieges
2.3.1. Ein Krieg, zwei Welten: Raumstrukturen und –inszenierungen
3. Die historische Schlachtendarstellung: Spartacus
4. Dr. Strangelove oder das Versagen der Kriegs-Maschine
4.1. Kriegs-Maschine: Logik und Mechanismen des Krieges
4.1.1. Spiel und Plan
4.2. Stilistische Perspektiven
4.2.1. Sarkasmus als Mittel der Abschreckung
4.2.2. Musik
5. Die Ordnung und Symmetrie des Krieges: Barry Lyndon
5.1. Authentizität in der filmischen Umsetzung historischer Stoffe
6. Full Metal Jacket – Die Armee als Ort des Individualitätsverlustes
6.1. Konditionierung
6.2. Liebestrieb und Todestrieb (Eros und Thanatos)
6.2.1. Krieg als (triebgesteuerte) hermetische Männerwelt
6.2.2. Das Weibliche
6.3. Krieg und Wahrheit
6.3.1. Kommunikation und Sprache
7. Zusammenfassung: Filmübergreifende Merkmale
8. Schlussbetrachtung: Der Krieg als fokussierter Gesellschaftszustand
Die Arbeit untersucht die Inszenierung von Krieg in ausgewählten Filmen von Stanley Kubrick, um aufzuzeigen, wie der Regisseur militärische Konflikte als Mittel nutzt, um soziale Strukturen, Machtmechanismen und die menschliche Psyche in Grenzsituationen zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Kubrick eine pazifistische Grundhaltung vermittelt oder primär den Zustand einer Gesellschaft im Fokus des Krieges seziert.
Die nüchterne Grausamkeit des Krieges: Paths of Glory
Die Aufklärung des Zuschauers ist eine der Triebfedern für das filmische Wirken Kubricks. Bezogen auf die Inszenierung von Krieg beinhaltet diese Maxime eine sowohl durch filmische als auch durch narrative Elemente zu Tage tretende Darstellung der Machtstrukturen und den damit zusammenhängenden Problematiken innerhalb einer kriegführenden Partei. Sei dies nun eine staatliche Armee, wie im Fall der französischen bei Paths of Glory, oder eine Armee von Sklaven bei Spartacus. Dabei, so wird im Folgenden zu beweisen sein, kommt es Kubrick in erster Linie auf die Mechanismen innerhalb des Krieges und deren Auswirkungen auf die handelnden Figuren an. Ihm geht es darum, den Zuschauer über die Natur des Menschen in einer Grenzsituation aufzuklären. Deshalb sind die Filme Kubricks, die den Krieg zum Thema haben, auch nicht nur Kriegs- oder auch Antikriegsfilme, sondern sie sezieren die Macht- und Konfliktstrukturen innerhalb von Gruppen. In diesen Gemeinschaften, so zeigt es Kubrick, werden Gefühle unterdrückt, sie sind „kalt, so kalt wie seine Beobachtung.“
Paths of Glory, 1957 nach dem gleichnamigen Roman von Humphrey Cobb entstanden, bietet einige Beispiele dafür, wie Kubrick den Krieg „beängstigend realistisch“ zur Schau stellt. Mit seiner distanzierten Sichtweise, die „nichts von Aufbegehren, von Revolte“, sondern „nur Vollzug“ also Machtintrigen, Hinrichtungen und die Schlacht als solches zeigt, liefert der Film eine detaillierte Beschreibung der Konflikte in und zwischen den Hierarchieebenen des Militärapparates. Das Zentrum des Films liegt nicht etwa im Kampf zwischen den Feinden des Krieges, also zwischen Franzosen und Deutschen, sondern die Gegner tragen hier „die gleiche Uniform“.
1. Einführung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich Kubricks Inszenierung von Krieg und Gewalt.
2. Die nüchterne Grausamkeit des Krieges: Paths of Glory: Analyse von Machtstrukturen und der kalten Inszenierung von Konflikten innerhalb des Militärapparates.
3. Die historische Schlachtendarstellung: Spartacus: Untersuchung der formalen Schlachteninszenierung und der Machtverhältnisse bei antiken Konflikten.
4. Dr. Strangelove oder das Versagen der Kriegs-Maschine: Thematisierung der Absurdität militärischer Logik und der Abhängigkeit des Menschen von technokratischen Systemen.
5. Die Ordnung und Symmetrie des Krieges: Barry Lyndon: Untersuchung der formalistischen Kriegsästhetik im 18. Jahrhundert.
6. Full Metal Jacket – Die Armee als Ort des Individualitätsverlustes: Analyse der Konditionierung von Soldaten und der Zerstörung menschlicher Identität durch den Drill.
7. Zusammenfassung: Filmübergreifende Merkmale: Synthese der stilistischen und inhaltlichen Konstanten in Kubricks Kriegsfilm-Werk.
8. Schlussbetrachtung: Der Krieg als fokussierter Gesellschaftszustand: Abschließende Reflexion über die Funktion der Filme als Beobachtung menschlicher Schwächen und gesellschaftlicher Prozesse.
Stanley Kubrick, Kriegsfilm, Militärapparat, Machtstrukturen, Filmsprache, Ästhetik, Eros, Thanatos, Individualitätsverlust, Konditionierung, Kriegsführung, Sozialpsychologie, Kameraführung, Zynismus, Gesellschaftskritik.
Die Arbeit analysiert, wie Stanley Kubrick das Thema Krieg in seinem filmischen Gesamtwerk inszeniert und welche Intentionen dabei im Vordergrund stehen.
Im Zentrum stehen die Machtstrukturen innerhalb von Militärapparaten, die Rolle der Technik und die psychologischen Auswirkungen auf den Menschen in einer soldatischen Gemeinschaft.
Es wird untersucht, ob Kubrick Krieg primär als pazifistisches Statement nutzt oder ob er durch die distanzierte filmische Darstellung eine soziologische Analyse des Kriegszustands anstrebt.
Der Autor führt eine tiefgehende filmanalytische Untersuchung durch, die narrative Strukturen, filmästhetische Stilmittel und psychoanalytische Ansätze, insbesondere nach Freud und Jung, kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen der einzelnen Filme (Paths of Glory, Spartacus, Dr. Strangelove, Barry Lyndon, Full Metal Jacket), wobei jeweils spezifische Inszenierungsmuster herausgearbeitet werden.
Begriffe wie Kriegsmaschinerie, filmische Kälte, Distanz, individuelle Freiheit vs. System, sowie psychoanalytische Kategorien wie Eros und Thanatos stehen im Mittelpunkt.
Die Arbeit zeigt auf, dass das Weibliche in den hermetisch abgeriegelten Männerwelten von Kubricks Kriegsfilmen meist ausgegrenzt oder als Bedrohung (Archetypus Anima) wahrgenommen wird.
Die sogenannte Kälte bezeichnet die emotionslose, distanzierte Kameraführung und Erzählhaltung, die bewusst keine moralische Identifikation mit den Charakteren zulässt und den Zuschauer zur objektiven Beobachtung zwingt.
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