Diplomarbeit, 2006
126 Seiten, Note: 1
1. Kapitel: Einführung in die Problemstellung
1.1 Vorstellen der umstrittenen Rechtsvorschriften
1.1.1 § 7 LuftSiG: Zuverlässigkeitsüberprüfung
1.1.2 § 13 LuftSiG
1.1.3 § 14 LuftSiG
1.2 Erläuterung des Verfahrens zur Abwehr eines Luftangriffes
2. Kapitel: Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des LuftSiG
2.1 Allgemeine Anmerkung und Festlegung der Prüfungsschritte
2.2 Formelle Verfassungsmäßigkeit
2.2.1Zuständigkeit des Bundes
2.2.2 Einhaltung der Grundsätze des Gesetzgebungsverfahrens, sowie Einhaltung der Form
2.2.3 Zwischenergebnis
2.3 Materielle Verfassungsmäßigkeit (unbestritten Art. 20 GG)
2.3.1 Prüfung der Zulässigkeit eines Streitkräfteeinsatzes im Innern
2.3.1.1 Art. 87a II GG i.V.m. Art. 115a GG: Verteidigung
2.3.1.2 Art. 87a II i.V.m. Art. 35 I GG
2.3.1.3 Art. 87a II GG i.V.m. Art. 35 II S.2 und III GG
2.3.1.4 Art. 87a II i.V.m. Art 87a III GG
2.3.1.5 Art. 87a II i.V.m. Art. 87a IV GG innerer Notstand
2.3.1.6 Zusammenfassung
2.3.2 Verletzung von Grundrechten
2.3.2.1Grundrecht auf Leben in Verbindung mit Recht auf Menschenwürde
2.3.2.2 Grundrecht auf freie Berufswahl
2.3.2.3 Zwischenergebnis
2.4 Fazit der Verfassungsmäßigkeitsprüfung
3. Kapitel: Prüfung weiterer Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe
3.1 § 32 StGB Notwehr/Nothilfe
3.2 § 34 StGB rechtfertigender Notstand
3.3 § 34 StGB Defensivnotstand
3.4 § 35 StGB entschuldigender Notstand
3.5 Übergesetzlich entschuldigender Notstand
3.6. Abschließende Bemerkungen
4. Kapitel: Verwaltungsrechtliche Problematik
4.1 Allgemeines
4.2 Auswahl der einschlägigen Ermächtigungsgrundlage
4.3 Prüfung der Vollstreckbarkeit eines Abschusses
5. Kapitel: Zusammenfassung
5.1 Zusammenfassung der Prüfungsergebnisse
5.2 Möglichkeiten zur Beseitigung der Problematik
5.2.1 Einsatz der Streitkräfte
5.2.2 Grundrecht auf Leben Art. 2 II S.1 GG
5.2.3 Grundrecht auf Berufsfreiheit Art. 12 GG
5.3 Verdeutlichung des eigenen Standpunktes
5.4 Ausblick
Die Arbeit untersucht das Luftsicherheitsgesetz kritisch im Hinblick auf seine verfassungsrechtliche Zulässigkeit, insbesondere unter der Fragestellung, ob der Einsatz von Streitkräften im Inneren und der Abschuss entführter Passagierflugzeuge mit dem Grundgesetz vereinbar sind.
1.1.1 § 7 LuftSiG: Zuverlässigkeitsüberprüfung
§ 7 LuftSiG regelt die Zuverlässigkeitsüberprüfung20. Eine solche Zuverlässigkeitsüberprüfung sah § 29d LuftVG ebenso vor. Durch die Zuverlässigkeitsüberprüfung des LuftSiG wurde diese Vorschrift zum einen ersetzt und zum anderen erweitert. § 7 I S.1 LuftSiG stellt klar hervor, dass die Überprüfung der Zuverlässigkeit einzig und allein dem Schutz vor Angriffen auf die Sicherheit des Luftverkehrs (§ 1 LuftSiG) dient. Neben den Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nur gelegentlich Zugang zu den nicht allgemein zugänglichen Bereichen des Flugplatzgeländes gewährt werden soll (Abs. 1 Nr.1), den Personen, die dem Personal der Flugplatz- und Luftfahrtunternehmen, des Flugsicherungsunternehmens, sowie der angrenzenden Bereiche angehören (Abs. 1 Nr.2), den Beliehenen und Beauftragten (Abs. 1 Nr.3) und den Luftfahrern und Flugschülern (Abs. 1 Nr. 4), müssen sich auch Mitglieder von flugplatzansässigen Vereinen, Schülerpraktikanten oder Sportflieger einer solchen Untersuchung unterziehen.
Die Zuverlässigkeitsüberprüfung erfolgt nur auf Antrag des Betroffenen (Abs. 2). Die Luftsicherheitsbehörde hat im Rahmen der Überprüfung ein breites Spektrum an Durchführungsmöglichkeiten. So kann sie nach § 7 III LuftSiG die Identität der Betroffenen überprüfen, Anfragen an den Verfassungsschutz, das BKA, BND, MAD, den Bundesbeauftragten für Staatssicherheit in der ehemaligen DDR und weitere Behörden richten und unbeschränkte Auskünfte aus dem Bundeszentralregister einholen.
1. Kapitel: Einführung in die Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die umstrittenen Rechtsvorschriften (§§ 7, 13, 14 LuftSiG) und führt in das Verfahren zur Abwehr von Luftangriffen ein.
2. Kapitel: Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des LuftSiG: Eine detaillierte Analyse der formellen und materiellen Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes unter Berücksichtigung der einschlägigen Grundrechte.
3. Kapitel: Prüfung weiterer Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe: Hier wird untersucht, ob strafrechtliche Normen wie Notwehr oder Notstand einen Abschuss durch die Bundeswehr legitimieren könnten.
4. Kapitel: Verwaltungsrechtliche Problematik: Dieses Kapitel beleuchtet die verwaltungsrechtlichen Aspekte der Vollstreckung eines möglichen Abschusses und die Frage der anwendbaren Gesetze.
5. Kapitel: Zusammenfassung: Der abschließende Teil führt die Ergebnisse zusammen, diskutiert Möglichkeiten zur Beseitigung der festgestellten Problematiken und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Sicherung des Luftverkehrs.
Luftsicherheitsgesetz, LuftSiG, Verfassungsmäßigkeit, Bundeswehr, Einsatz im Inneren, Zuverlässigkeitsüberprüfung, Grundrecht auf Leben, Menschenwürde, Abschuss, Notwehr, Rechtfertigender Notstand, Gefahrenabwehr, Verwaltungsvollstreckung, Berufsfreiheit, Terrorismusbekämpfung.
Die Arbeit befasst sich mit der verfassungsrechtlichen Beurteilung des Luftsicherheitsgesetzes (LuftSiG), insbesondere im Hinblick auf staatliche Maßnahmen zur Abwehr terroristischer Luftangriffe.
Zentral sind die Vereinbarkeit des Gesetzes mit dem Grundgesetz, die Rolle der Bundeswehr bei der Gefahrenabwehr im Inland, der Schutz von Grundrechten sowie straf- und verwaltungsrechtliche Fragen bei Abschussentscheidungen.
Ziel ist es, kritisch zu beurteilen, ob die gesetzlichen Möglichkeiten des LuftSiG mit der deutschen Verfassung, insbesondere dem Grundrecht auf Leben und der Menschenwürde, im Einklang stehen.
Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse, die Gesetzestexte, die einschlägige Fachliteratur und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts in den Kontext der verfassungsrechtlichen Prüfung stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die formelle und materielle Verfassungsmäßigkeitsprüfung des LuftSiG, die Untersuchung möglicher Rechtfertigungsgründe sowie eine verwaltungsrechtliche Problemanalyse der Vollstreckung.
Zu den Kernbegriffen zählen Luftsicherheitsgesetz, Streitkräfteeinsatz im Inneren, Grundrechte, Menschenwürde, Gefahrenabwehr und verfassungsrechtliche Rechtfertigung.
Die Überprüfung wird als Eingriff in die Berufsfreiheit (Art. 12 GG) kritisiert, da die Auswahlkriterien für eine "Unzuverlässigkeit" vage bleiben und das Zitiergebot des Grundgesetzes nicht korrekt umgesetzt wurde.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der gezielte Abschuss einer mit Unschuldigen besetzten Maschine eine Verletzung der Menschenwürde und des Grundrechts auf Leben darstellt und somit verfassungswidrig ist.
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