Masterarbeit, 2008
107 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2. Chemische Struktur und Eigenschaften von Pflanzenölen
3. Allgemeine Beschreibung der Biokraftstoffherstellung anhand des Raps
3.1 Kultivierung von Raps
3.1.1 Anbauziele und Charakteristik des Raps
3.1.2 Standortanforderungen
3.1.3 Fruchtfolge
3.1.4 Düngung
3.1.5 Aussaat
3.1.6 Ernte und Vorbehandlung
3.2 Methoden der Ölgewinnung
3.2.1 Pressung des Pflanzenöls
3.2.2 Ölgewinnung durch Extraktion
3.2.3 Verwertung des Pressrückstands
3.2.4 Ölreinigung in dezentralen Ölmühlen
3.2.5 Ölraffination in zentralen Ölmühlen
3.3 Umesterung zum Biodiesel
3.4 Qualitätsbestimmung des Pflanzenöls
4. Möglichkeiten des Anbaus von ölhaltigen Pflanzen im südlichen Afrika
4.1 Klima und Fauna im südlichen Afrika
4.2 Anbau und Nutzung von Jatropha curcas L. (Purgiernuss)
4.2.1 Charakteristik und Morphologie der Pflanze
4.2.2 Ökophysiologie
4.2.3 Züchtung und Anbau
4.2.4 Krankheiten und Schädlinge
4.2.5 Ernte und Verarbeitung
4.2.6 Eignung des Pflanzenöls als biogenen Kraftstoff
4.2.7 Ökonomische Betrachtung
4.2.8 Aktuelle Projekte rund um Jatropha curcas
4.3 Anbau und Nutzung von Moringa oleifera Lam.
4.3.1 Charakteristik und Morphologie der Pflanze
4.3.2 Ökophysiologie
4.3.3 Züchtung und Anbau
4.3.4 Krankheiten und Schädlinge
4.3.5 Ernte und Verarbeitung
4.3.6 Eignung des Pflanzenöls als biogenen Kraftstoff
4.3.7 Ökonomische Betrachtung
4.4 Anbau und Nutzung von Pongamia pinnata (L.) Pierre
4.4.1 Charakteristik und Morphologie der Pflanze
4.4.2 Ökophysiologie
4.4.3 Züchtung und Anbau
4.4.4 Krankheiten und Schädlinge
4.4.5 Ernte und Verarbeitung
4.4.6 Eignung des Pflanzenöls als biogenen Kraftstoff
4.4.7 Aktuelle Projekte
4.5 Anbau und Nutzung der Kokospalme (Cocos nucifera)
4.5.1 Charakteristik und Morphologie der Pflanze
4.5.2 Ökophysiologie
4.5.3 Züchtung und Anbau
4.5.4 Krankheiten und Schädlinge
4.5.5 Ernte und Verarbeitung
4.5.6 Eignung des Pflanzenöls als biogenen Kraftstoff
4.5.7 Aktuelle Projekte
4.6 Anbau und Nutzung von Jojoba (Simmondsia chinensis C.)
4.6.1 Charakteristik und Morphologie der Pflanze
4.6.2 Ökophysiologie
4.6.3 Züchtung und Anbau
4.6.4 Krankheiten und Schädlinge
4.6.5 Ernte und Verarbeitung
4.6.6 Eignung des Pflanzenöls als biogenen Kraftstoff
4.7 Anbau und Nutzung der Ölpalme
4.7.1 Charakteristik und Morphologie der Pflanze
4.7.2 Ökophysiologie
4.7.3 Züchtung und Anbau
4.7.4 Krankheiten und Schädlinge
4.7.5 Ernte und Verarbeitung
4.7.6 Eignung des Pflanzenöls als biogenen Kraftstoff
4.7.7 Aktuelle Projekte
4.8 Anbau und Nutzung der Sonnenblume
4.8.1 Charakteristik und Morphologie der Pflanze
4.8.2 Ökophysiologie
4.8.3 Züchtung und Anbau
4.8.4 Krankheiten und Schädlinge
4.8.5 Ernte und Verarbeitung
4.8.6 Eignung des Pflanzenöls als biogenen Kraftstoff
5. Vorstellung des Projekts SABIO in Südafrika
5.1 Beschreibung des Projekts
5.2 Beschreibung der wesentlichen Verfahrensschritte der SABIO-Biodieselanlage
6. Diskussion
7. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten des Anbaus ölhaltiger Pflanzen im südlichen Afrika, um diese als Quelle für biogene Kraftstoffe zu nutzen. Dabei liegt der Fokus auf der ökologischen, physikalischen und ökonomischen Eignung der Pflanzen, wobei insbesondere aride und semiaride Gebiete betrachtet werden, um Nutzungskonflikte zwischen Energie- und Nahrungsmittelpflanzen zu vermeiden.
1.1 Problemstellung
Derzeit befinden wir uns im grundlegenden Wandel unserer Energieversorgung. Da der Bedarf stetig steigt, die fossilen Ressourcen schwinden und der globale Klimaschutz eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen erfordert, steht die globale Energiepolitik vor einer Umstrukturierung der Energieversorgung. Weltweit betrachtet haben wir heute einen Primärenergieverbrauch von rund 450 EJ, wobei das Erdöl (40,9 % am PEV) der weitaus bedeutendste Energieträger ist, vor allem im Heiz- und im Verkehrssektor, und wie kein anderer im so erheblichem Maße die Geschehnisse auf unserer Erde beeinflusst [86].
Im Bereich Verkehr und Mobilität ist derzeit und wohl auch längerfristig die Biomasse die aussichtsreichste regenerative Energiequelle, die es annäherungsweise vermag die konventionellen fossilen Kraftstoffe wie Diesel, Benzin und Kerosin zu substituieren. Während die so genannten „Kraftstoffe der 2. Generation“ (BTL, Wasserstoff) sich gerade erst in der Einführungsphase befinden und ihre Etablierung noch durch technische sowie wirtschaftliche Defizite erschwert wird, erscheinen vorerst nur die „Kraftstoffe der 1. Generation“ wie Biodiesel und Bioethanol als Kraftstoffsubstitut im großen Maßstab in Frage zu kommen. Hierzu gehören biogene Kraftstoffe auf Basis von Pflanzenölen (Biodiesel) sowie auf Basis von stärke- und zuckerhaltigen Pflanzen (Bioethanol).
Der entscheidende Vorteil dieser Kraftstoffe ist, dass sie zum einen CO2-neutral und zum anderen regenerativ sind, im Gegensatz zu fossilen Energieträgern. Das heißt, dass der biogene Treibstoff nicht zusätzlich die Atmosphäre mit CO2 anreichert, weil er bei der Verbrennung nur den Kohlenstoff an die Atmosphäre abgibt, den er zuvor über die Photosynthese aufgenommen hat. Außerdem ist diese Art von Kraftstoff immer wieder erneuerbar und unterliegt keiner Knappheit, sofern immer genug Licht, Wasser, CO2 und Mineralstoffe vorhanden sind.
1. Einleitung: Beschreibt die globale Energiesituation und das Potenzial biogener Kraftstoffe als regenerative Energiequelle zur Substitution fossiler Brennstoffe.
2. Chemische Struktur und Eigenschaften von Pflanzenölen: Erläutert die chemische Zusammensetzung von Fetten und Ölen sowie deren Einfluss auf Kraftstoffeigenschaften wie Viskosität und Stabilität.
3. Allgemeine Beschreibung der Biokraftstoffherstellung anhand des Raps: Detaillierte Darstellung der Anbauanforderungen, der Ölgewinnungstechniken sowie der Qualitätsnormen für Biodiesel am Beispiel von Raps.
4. Möglichkeiten des Anbaus von ölhaltigen Pflanzen im südlichen Afrika: Umfassende Untersuchung spezifischer Ölpflanzen hinsichtlich ihrer Eignung für das Klima und die Böden im südlichen Afrika.
5. Vorstellung des Projekts SABIO in Südafrika: Vorstellung einer Ausbildungs- und Demonstrationsanlage zur Biodieselherstellung in Südafrika als praktisches Beispiel.
6. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und Datenquellen der Arbeit zur Eignung der untersuchten Ölpflanzen.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Empfehlungen für den Anbau nachhaltiger Ölpflanzen zur Biokraftstoffproduktion in trockenen Regionen.
Biokraftstoffe, Biodiesel, Pflanzenöl, Jatropha curcas, Moringa oleifera, Pongamia pinnata, Jojoba, Energiepflanzen, Südliches Afrika, Ölsaaten, Nachhaltigkeit, Kraftstoffqualität, Ölgewinnung, Umesterung, Landwirtschaft.
Die Masterthesis befasst sich mit der Eignung und den Möglichkeiten des Anbaus verschiedener ölhaltiger Pflanzen im südlichen Afrika, um diese als Rohstoffbasis für die Produktion von biogenen Kraftstoffen (Biodiesel) zu nutzen.
Die zentralen Themen umfassen die ökophysiologischen Anforderungen der Pflanzen, Anbauverfahren, Ölgewinnungstechnologien, Qualitätsaspekte von Pflanzenölen und die wirtschaftlichen Potenziale unter Berücksichtigung der Standortbedingungen im südlichen Afrika.
Das Ziel ist es, einen detaillierten Überblick über die Anbaumöglichkeiten ölhaltiger Pflanzen im südlichen Afrika zu geben und zu bewerten, welche Pflanzen sich besonders für die Nutzung als Biokraftstoff eignen, insbesondere mit Blick auf aride und semiaride Gebiete.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung technischer Daten (u.a. Qualitätsparameter, Ertragsprognosen, Kosten-Nutzen-Betrachtungen) sowie der Analyse von Praxisbeispielen wie dem Projekt SABIO.
Der Hauptteil analysiert die chemischen Eigenschaften von Pflanzenölen, beschreibt die Prozesse der Ölgewinnung (Pressung/Extraktion) und Umesterung sowie detaillierte Porträts der relevanten Ölpflanzen inklusive Anbau, Ernte, Krankheiten und wirtschaftlicher Perspektiven.
Besonders im Fokus stehen trockenresistente Arten wie Jatropha curcas, Moringa oleifera, Pongamia pinnata und Jojoba, da diese ein großes Potenzial für den Anbau auf degradierten oder trockenen Flächen bieten, ohne mit der Nahrungsmittelproduktion zu konkurrieren.
SABIO dient als praktisches Beispiel für ein Ausbildungs- und Kompetenzzentrum in Südafrika, das technologisches Know-how zur Biodieselproduktion vor Ort vermittelt und somit zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft beiträgt.
Das südliche Afrika bietet eine große Spannbreite an Klimazonen, die eine Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere tropische und subtropische Regionen ermöglichen. Zudem sollen durch die Nutzung arider Gebiete Flächenkonflikte mit dem Nahrungsmittelanbau vermieden werden.
Die Qualität ist entscheidend für die Eignung als Kraftstoff. Parameter wie Viskosität, Flammpunkt, Iodzahl und der Gehalt an Begleitstoffen bestimmen, ob das Öl direkt oder nach einer Umesterung zu Biodiesel in einem Motor eingesetzt werden kann.
Die Arbeit argumentiert explizit für den Anbau auf Ödland oder für eine Diversifizierung im Mischanbau, um den Konflikt "Tank vs. Teller" zu entschärfen und stattdessen eine komplementäre Nutzung von Flächen zu erreichen.
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