Bachelorarbeit, 2017
153 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Impuls und Problemstellung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Forschungsstand
3 Begriff und Wesen von Kultur
3.1 Der Kulturbegriff
3.2 Die Besonderheiten von Kunst- und Kulturgütern
3.2.1 Kunst und Kultur als öffentliches Gut
3.2.2 Theorie der externen Effekte
3.2.3 Netzwerkeffekte
3.2.4 Kunst und Kultur als meritorisches Gut
3.3 Nutzeneffekte von Kunst und Kultur
4 Rahmenbedingungen für Kulturinstitutionen
4.1 Einblick in die Kulturpolitik
4.1.1 Kulturpolitik in Deutschland
4.1.2 Die Enquete-Kommission Kultur in Deutschland
4.2 Einblick in die Kulturfinanzierung und Kulturförderung
4.3 Nachfrage nach Kunst und Kultur
5 Werte und Normen als Grundlagen des Bildungsauftrages
5.1 Der Wertebegriff
5.2 Differenzierung von Werten und Normen
6 Begriff und Wesen des Kulturellen Bildungsauftrages
6.1 Der Bildungsbegriff
6.2 Wesen kultureller Bildung
6.3 Qualitätskriterien kultureller Bildung
6.4 Lernpotenzial kultureller Bildung
6.4.1 Bildungspraktische Perspektive
6.4.2 Wissenschaftliche Perspektive
6.4.3 Bildungspolitische Perspektive
7 Erlebnisschaffung als Grundlage für Kulturelle Bildung
7.1 Begriff und Wesen des Erlebnisses
7.2 Begriff und Wesen des Erlebnismarktes
7.3 Kultur als Erlebnisgut
8 Publikumsbindung mittels Kulturmarketing
8.1 Begriff und Wesen von Kulturmarketing
8.2 Zur Problematik der Implementierung eines Marketing-Gedankens in Kulturinstitutionen
8.3 Publikumsorientiertes Kulturmarketing
9 Kulturkritik: Qualitätszerfall und Kommerzialisierung
10 Zusammenfassung der Literatur
11 Zielsetzung und Fragestellung
12 Methodik
12.1 Die qualitative Forschung
12.2 Das halbstandardisierte Experteninterview
12.3 Der Interviewleitfaden
12.4 Probanden
12.5 Datenschutz
13 Durchführung
13.1 Die Datenerhebung
13.2 Die Transkription
13.3 Die Datenauswertung
14 Ergebnisse
14.1 Expertenbeschreibung
14.2 Kategorische Auswertung
14.3 Realisation des Kulturellen Bildungsauftrages
14.4 Relevanz der Publikumsorientierung von Kulturinstitutionen
14.5 Diskrepanz zwischen dem Kulturellen Bildungsauftrag und der Publikumsorientierung von Kulturinstitutionen
14.6 Gegenüberstellung: Theorie und Empirie
15 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen dem kulturellen Bildungsauftrag und der Notwendigkeit zur Publikumsbindung in Kulturinstitutionen. Dabei wird analysiert, wie diese Einrichtungen trotz finanzieller Herausforderungen ein bildendes Kulturangebot aufrechterhalten können, das gleichzeitig eine ausreichende Nachfrage generiert.
3.2.1 Kunst und Kultur als öffentliches Gut
Öffentliche Kulturgüter sind bspw. Kirchen oder Denkmäler. Sie werden „zum Zwecke des Gemeinwohls gehalten und erhalten“ (Bolsenkötter et al. 2009: S. 41) und stellen „einen Nutzen für die Allgemeinheit“ (ebd.) dar. Das Marktversagen öffentlicher bzw. kollektiver Güter ist „einerseits durch Nicht-Rivalität und andererseits durch Nicht-Ausschließbarkeit im Konsum“ (Abfalter 2010: S. 48) begründet. Ein öffentliches Gut kann demnach zu einem Zeitpunkt von vielen verschiedenen Personen konsumiert werden, bis hin zur Kapazitätsgrenze, ohne dass die gleichzeitige Nutzung zu einer Beeinträchtigung des Erlebnisses führt. Die Qualität bleibt also dennoch bestehen, ohne, dass potenzielle Kunden vom Konsum ausgeschlossen werden (vgl. ebd.: S. 48 f.).
Es lässt sich somit schlussfolgern, dass für die öffentliche Nutzung eines Gutes kein positiver Preis verlangt werden sollte, da keine Rivalität besteht und kein Ausschluss betrieben werden darf. Das Problem hierbei ist, dass aufgrund der Nicht-Ausschließbarkeit jeder das Gut nutzen kann, ohne dafür bezahlen zu müssen. Eine rational denkende Person würde demnach nie freiwillig dafür zahlen. Das hat zur Folge, dass ein gewinnmaximierender Anbieter aus diesen Gründen keine Einnahmen generieren kann und das Gut daher gar nicht erst anbieten würde. Aufgrund dieser Faktoren müssen öffentliche Güter i.d.R. über Zwangsabgaben wie bspw. Steuern finanziert werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des kulturellen Bildungsauftrages und das Spannungsfeld zur ökonomischen Notwendigkeit einer hohen Publikumsnachfrage.
2 Forschungsstand: Hier wird der aktuelle Stand der Forschung zu kultureller Bildung und Kulturmarketing anhand relevanter Literatur diskutiert und kritisch reflektiert.
3 Begriff und Wesen von Kultur: Das Kapitel definiert den Kulturbegriff und analysiert die ökonomischen Besonderheiten sowie den spezifischen Nutzen von Kunst- und Kulturgütern.
4 Rahmenbedingungen für Kulturinstitutionen: Es werden die kulturpolitischen Rahmenbedingungen, die Kulturförderung und die Nachfrage nach Kunst und Kultur in Deutschland erörtert.
5 Werte und Normen als Grundlagen des Bildungsauftrages: Die Bedeutung von Werten und Normen als Basis für den kulturellen Bildungsauftrag wird hier in den theoretischen Kontext gesetzt.
6 Begriff und Wesen des Kulturellen Bildungsauftrages: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und den Qualitätskriterien kultureller Bildung sowie deren Lernpotenzialen.
7 Erlebnisschaffung als Grundlage für Kulturelle Bildung: Hier wird die Rolle von Erlebnissen als integraler Bestandteil für die Attraktivität von Kulturangeboten untersucht.
8 Publikumsbindung mittels Kulturmarketing: Es werden die Konzepte des Kulturmarketings und die Herausforderungen bei deren Implementierung in Kulturbetrieben besprochen.
9 Kulturkritik: Qualitätszerfall und Kommerzialisierung: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Sorge, dass eine verstärkte Publikumsorientierung zu Lasten der inhaltlichen Qualität geht.
10 Zusammenfassung der Literatur: Eine systematisierte Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln.
11 Zielsetzung und Fragestellung: Definition der Forschungsziele und der zentralen Fragen für den empirischen Teil der Arbeit.
12 Methodik: Erläuterung des qualitativen Forschungsdesigns und der Durchführung der Experteninterviews.
13 Durchführung: Detaillierte Beschreibung der Datenerhebung, der Transkription und des Analyseprozesses.
14 Ergebnisse: Auswertung und Interpretation der geführten Experteninterviews und Gegenüberstellung von Theorie und Empirie.
15 Fazit und Ausblick: Zusammenfassendes Gesamtfazit der Arbeit und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Kulturelle Bildung, Kulturförderung, Kulturmarketing, kulturpolitische Maßnahmen, Publikumsorientierung, Kunst, Kulturgüter, Bildungsauftrag, Erlebnisgesellschaft, Qualitätskriterien, Experteninterviews, Qualitative Sozialforschung, Kulturmanagement, Kulturinstitutionen, Kunstkonsum.
Die Arbeit beleuchtet die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen dem öffentlichen Bildungsauftrag von Kulturinstitutionen und der notwendigen Bindung eines Publikums, um wirtschaftlich bestehen zu können.
Die Schwerpunkte liegen auf Kulturpolitik, Kulturförderung, Kulturmarketing, der Definition kultureller Bildung und der kritischen Debatte um Kommerzialisierung im Kulturbetrieb.
Das Ziel ist es zu ergründen, warum Publikumsorientierung und Bildungsauftrag für den Erhalt von Kulturinstitutionen gleichermaßen bedeutsam sind und wie eine beidseitige Realisation gelingen kann.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer Literaturanalyse sowie zwei leitfadengestützten Experteninterviews mit Fachleuten aus dem Kulturbereich basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Begriffen, Rahmenbedingungen und Qualitätskriterien sowie einen empirischen Teil, in dem Interviews mit Experten ausgewertet werden.
Kulturelle Bildung, Kulturförderung, Kulturmarketing, Publikumsorientierung und der kulturelle Bildungsauftrag sind die prägenden Fachbegriffe dieser Untersuchung.
Die befragten Experten sehen Marketing als notwendiges Instrument an, um Besucher zu gewinnen und Vorurteile abzubauen; es wird nicht als prinzipieller Widerspruch zur inhaltlichen Qualität angesehen.
Erlebnisse werden als wichtiger Faktor für die Publikumsbindung eingeschätzt, sollten jedoch nicht zu einem reinen Eventcharakter führen, der den inhaltlichen Bildungsanspruch untergräbt.
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