Diplomarbeit, 2012
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Das Jenseits in der Kunst
2. Jenseitsdarstellungen in der Literatur- und Kunstgeschichte
2.1 Über Totenreiche allgemein
2.2 Vorchristliche Jenseitsvorstellungen
2.3 Jenseitsdarstellungen im Christentum
2.4 Das Jenseits heute
3. Jenseitsdarstellungen im 21. Jahrhundert
3.1 Forschungsbereich
3.2 Julie Heffernan – Self Portrait as Infantas in Purgatorium II, 1999
3.3 Richard Phillips – Hell, 2007
3.4 Raqib Shaw – Absence of God VI, 2009
3.5 Jake & Dinos Chapman – Hell, 1999/2000
3.6 Makoto Aida – Ash Color Mountains, 2009/2010 und Manabu Ikeda – Foretoken, 2008
3.7 Anselm Kiefer – Die sieben Himmelspaläste, 2002
3.8 Andreas Gursky – Kamiokande, 2007
3.9 Yayoi Kusama – Infinity Rooms: Soul under the Moon, 2002 und Aftermath of Obliteration of Eternity, 2009
3.10 Olafur Eliasson – The Weather Project, 2003
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht, welche Rolle Jenseitsvorstellungen in der zeitgenössischen Kunst des 21. Jahrhunderts spielen und wie diese abstrakt oder metaphorisch in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft dargestellt werden.
1. Einleitung: Das Jenseits in der Kunst
„Nein, man kann einem Künstler nicht raten, sich Himmel und Hölle als Sujet zu wählen.“ Im Dezember 2011 erschien in der Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung ein Artikel über eine Neuausgabe von Dantes Göttlicher Komödie. Der Autor Burkhard Müller schreibt darin über das Jenseits als Thema in der Kunst. Dante, so glaubt Müller, habe wahrscheinlich inzwischen einen Platz in der Hölle der Hochmütigen einnehmen müssen. Schließlich habe er mit seiner Komödie „zweifellos das anmaßendste Buch der Weltliteratur“ verfasst. Selbst Goethe, der die Göttliche Komödie als großes Werk schätzte, erkannte in Dantes Bemühen einen gewissen Größenwahn. Immerhin gibt es von ihm das Zitat über „Dantes widerwärtige, oft abscheuliche Großheit“.
Wer sich an das Thema Jenseits heranwagt, bietet also offensichtlich Angriffsfläche: einerseits aufgrund der Selbstüberhebung, andererseits aber auch wegen des unvermeidlichen Problems der Darstellbarkeit. Daran kann man schnell scheitern, denn das Jenseits ist etwas Abstraktes. Keiner weiß, ob es existiert. Die Toten berichten nichts darüber. Die Beschreibungen, über die wir verfügen, sind ausschließlich von Lebenden gemacht. So kommt Burkhard Müller zu dem oben zitierten Satz: „Nein, man kann einem Künstler nicht raten, sich Himmel und Hölle als Sujet zu wählen. Dante tut es trotzdem.“ Und setzte damit einen Meilenstein in der Literatur.
1. Einleitung: Das Jenseits in der Kunst: Führt in die Problematik der künstlerischen Darstellung abstrakter Jenseitsvorstellungen ein und hinterfragt die zeitgenössische Relevanz des Themas.
2. Jenseitsdarstellungen in der Literatur- und Kunstgeschichte: Skizziert den Wandel der Konzepte vom Jenseits und Totenreich von der Steinzeit über die ägyptische Kultur bis hin zur christlichen Tradition und Moderne.
3. Jenseitsdarstellungen im 21. Jahrhundert: Analysiert anhand ausgewählter zeitgenössischer Kunstwerke, wie das Jenseits heute in gewandelter, oft metaphorischer oder psychologischer Form präsent ist.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert, dass das Jenseits in der säkularisierten Gesellschaft primär als Interpretationsobjekt existiert und die künstlerische Auseinandersetzung damit weiterhin eine große Bedeutung besitzt.
Jenseits, Kunstgeschichte, Zeitgenössische Kunst, Hölle, Paradies, Transzendenz, Vergänglichkeit, Religion, Apokalypse, Psychologie, Anthropologie, Tod, Säkularisierung, Metaphorik, Wissenschaft
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Jenseitsvorstellungen in der bildenden Kunst des 21. Jahrhunderts.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Jenseitsdarstellungen, die Verschiebung religiöser Konzepte in die Psyche oder in irdische Krisen und die Rolle der Kunst als Raum für transzendente Reflexion.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie zeitgemäße Kunstwerke in einer säkularen Welt das Jenseits thematisieren können, ohne dabei in stereotype religiöse Darstellungen zurückzufallen.
Die Arbeit basiert auf einer kulturgeschichtlichen Analyse sowie einer detaillierten interpretatorischen Untersuchung ausgewählter zeitgenössischer Kunstwerke.
Im Hauptteil werden konkrete Kunstwerke von Künstlern wie Julie Heffernan, Richard Phillips, Raqib Shaw, den Chapman-Brüdern, Makoto Aida, Manabu Ikeda, Anselm Kiefer, Andreas Gursky, Yayoi Kusama und Olafur Eliasson analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transzendenz, Vergänglichkeit, Jenseitsvorstellungen, moderne Apokalypse und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Undarstellbaren definiert.
Heffernan verlagert das Purgatorium in eine psychopoetische Landschaft, in der das Fegefeuer als begrenzter, von Archetypen geprägter Raum innerhalb der menschlichen Psyche fungiert.
Die Chapmans nutzen das Motiv des Krieges in ihrem Werk „Hell“ als eine real existierende, irdische Hölle, um politische und gesellschaftliche Kritik an einer von Gewalt und Konsum geprägten Welt zu üben.
Gursky nutzt wissenschaftliche Orte wie den Neutrino-Tank der Super-Kamiokande als moderne „Tempel“, in denen Forschung eine Art religiösen Ersatz für transzendente Erfahrungen bietet.
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