Masterarbeit, 2021
68 Seiten, Note: 2,8
1. Einleitung
2. Städtebau im faschistischen Italien und Hitlers Mein Kampf
2.1 Mussolinis Italien – Wiedergeburt eines in Vergessenheit geratenen Imperiums
2.2 Hitlers Mein Kampf – der Ruf nach nationaler Erneuerung
3. Ein zweites Rom? Antik-römische Einflüsse auf die Berliner Neugestaltungspläne
3.1 Speers Aufstieg, Hitlers erste Italienreise und sein Versprechen für ein ‚neues Berlin‘ (1933-1935)
3.2 Olympische Spiele und Beauftragung Speers mit der Neugestaltung Berlins (1936)
3.3 Gründung der GBI und Planung eines ‚römischen Berlins‘ (1937)
3.4 Hitlers und Speers Italienreise und Beginn der baulichen Realisierung (1938-1939)
4. Bis zum ‚totalen‘ Ende: Bauplanung und -tätigkeit in Berlin in der Kriegszeit
4.1 ‚Auf Eis gelegt‘? – Die Neugestaltung Berlins im Schatten des Zweiten Weltkrieges (1939-1942)
4.2 Speers Ernennung zum Rüstungsminister und letzte Kriegsjahre (1942-1945)
5. Das Erbe von Germania im stadtgeschichtlichen Berlin
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss antiker römischer Architektur auf die von den Nationalsozialisten geplante „Welthauptstadt Germania“. Dabei wird analysiert, inwiefern die Bauten der NS-Zeit ideologisch mit der römischen Vergangenheit aufgeladen wurden, um den Herrschaftsanspruch des Regimes zu legitimieren und das deutsche Volk auf ein „germanisches Reich“ einzuschwören.
3.3 Gründung der GBI und Planung eines ‚römischen Berlins‘ (1937)
Um seine eigenen Vorstellungen und Wünsche zu realisieren, was ihm bei der Berliner Stadtverwaltung bisher nicht gelungen war, gründete Hitler die sogenannte Generalbauinspektion als Behörde für Bauangelegenheiten (wie die Neugestaltung Berlins). Im selben Zug ernannte er Albert Speer am 30. Januar 1937 zum ‚Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt‘ (GBI). Seine Aufgabe war die Koordination der Errichtung der Monumentalbauten, die Sicherung der Planung sowie der Aufbau einer Infrastruktur. Die Behörde war lediglich die Planungsstelle, die Aufträge zur Erstellung von Entwürfen wurden – meist direkt, in wenigen Fällen nur über Wettbewerbe – an private Architekten gesandt. Diese unternahmen Reisen ins Ausland, vor allem nach Italien, Paris und in die Vereinigten Staaten, um ausgewählte architektonische Vorbilder (wie bspw. das in Rom stehende Pantheon) für die Planung der eigenen Bauprojekte in Berlin zu studieren.
Mit Gründung der Behörde wurde der Stadtverwaltung Berlins (sowie auch weiteren Ministerien und staatlichen Bauverwaltungen) das Recht auf die eigene Planung der Stadt genommen, wodurch Hitler nach Belieben in das Neugestaltungsvorhaben eingreifen konnte. Sämtliche Planungskompetenzen wurden Speer übertragen, der sich keiner anderen Behörde zu verantworten hatte, nur Hitler unterstellt war und folglich viele Privilegien genoss. Darüber hinaus wurden weitere Behörden mithilfe eines Gesetzesbeschlusses gezielt zur Zuarbeit gezwungen. Die diktatorische Machtstellung des GBI steht hierbei im Einklang mit dem Führerprinzip des NS-Staates.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Erläuterung der Motivation und Vorstellung der quellenkritischen Herangehensweise der Arbeit.
2. Städtebau im faschistischen Italien und Hitlers Mein Kampf: Analyse der Vorbildfunktion des italienischen Faschismus unter Mussolini und Einordnung von Hitlers frühen architektonischen Gedanken aus seinem Werk Mein Kampf.
3. Ein zweites Rom? Antik-römische Einflüsse auf die Berliner Neugestaltungspläne: Detaillierte Untersuchung des Einflusses der römischen Antike auf die konkreten Planungen des „neuen Berlins“ sowie der Rolle Albert Speers in diesem Prozess.
4. Bis zum ‚totalen‘ Ende: Bauplanung und -tätigkeit in Berlin in der Kriegszeit: Beleuchtung des Einflusses des Zweiten Weltkrieges auf die Bauvorhaben und die zunehmende Radikalisierung Hitlers gegenüber den architektonischen Zielen.
5. Das Erbe von Germania im stadtgeschichtlichen Berlin: Untersuchung des Umgangs mit den baulichen Hinterlassenschaften der NS-Zeit nach 1945 in der DDR und BRD bis zur heutigen Erinnerungskultur.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der NS-Baupolitik in den historischen Kontext der Architektur des 20. Jahrhunderts.
Welthauptstadt Germania, Albert Speer, Nationalsozialismus, Römische Antike, Architekturgeschichte, Machtrepräsentation, Städtebau, Generalbauinspektion (GBI), Neoklassizismus, Ideologie, Propaganda, Erinnerungskultur, Volksgemeinschaft, Monumentalität, Berlin.
Die Arbeit befasst sich mit der architekturgeschichtlichen und ideologischen Bedeutung des NS-Großprojekts „Welthauptstadt Germania“ und dessen Bezug zum antiken Rom.
Zentral sind die baupolitischen Ambitionen Hitlers, der Einfluss des italienischen Faschismus auf das NS-Regime und die Instrumentalisierung von Architektur für Propagandazwecke.
Ziel ist es zu klären, warum der Nationalsozialismus explizit antike römische Architektur als Vorbild wählte und wie diese zur Legitimation der eigenen Herrschaft und Weltherrschaftsansprüche eingesetzt wurde.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen (Reden, Mein Kampf, Tagebücher) und umfangreicher Sekundärliteratur zur Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts basiert.
Der Hauptteil analysiert die chronologische Entwicklung des Neugestaltungsvorhabens, von der Gründung der GBI bis zum Umgang mit den Baustellen während der Kriegsjahre.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Germania, Monumentalarchitektur, Antikenrezeption, Propaganda und Erinnerungskultur definiert.
Es diente dazu, Bauten so zu konstruieren, dass sie auch im verfallenen Zustand nach tausenden Jahren noch die Größe der nationalsozialistischen Epoche demonstrieren sollten.
Hitler rechtfertigte den Bau als „Dienst am Volk“, indem er ihn als gemeinschaftsbildenden Raum für bis zu 200.000 Menschen stilisierte, um die Zustimmung der Bevölkerung zu sichern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

