Diplomarbeit, 2005
152 Seiten, Note: Befriedigend
0. Einleitung
1. Jugendalter
1.1 Einleitung
1.2 Definitionen von Jugendalter
1.3 Zur speziellen Problemlage lernbehinderter Jugendlicher
1.4 Peergruppe
1.5 Zusammenfassung
2. Behinderung
2.1 Einleitung
2.2 Definition von Behinderung laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
2.3 Definition der österreichischen Bundesregierung
2.4 Behinderung durch das soziale Umfeld
3. Lernbehinderung
3.1 Einleitung
3.2 Zur Diskussion um den Begriff der Lernbehinderung
3.3 Kategorisierung von Lernbehinderungen
3.3.1 Lernbehinderung
3.3.2 Lernstörung
3.3.3 Lernstörung und Verhaltensauffälligkeiten aufgrund früherer traumatisierender Erfahrungen
3.3.3.1 Missbrauch und/oder Gewalt
3.3.3.2 Desorganisierte und/oder desorientierte Bindungsbeziehungen
3.3.4 Lernbeeinträchtigung
3.3.5 Lernverwahrlosung
3.3.6 Lernbehinderung und Verhaltensstörungen
3.4 Einflussfaktor ´Gesellschaftliche Veränderungen´
3.5 Ursachen-Modelle von Lernbehinderung
3.6 Klassifizierung von Defiziten
3.7 Das „Feststellverfahren“
3.8 Folgen des Etiketts des lernbehinderten Jugendlichen
4. Beschreibung der Störungen in der Sozialkompetenz bei Jugendlichen mit Lernbehinderung
4.1 Einleitung
4.2 Definitionen von „Sozialkompetenz“ und von „sozialer Isolation“
4.2.1 Sozialkompetenz
4.2.2 Soziale Isolation
4.3 Störungen in der Sozialkompetenz
4.4 Empirische Ergebnisse
4.4.1 Untersuchung von Wocken (1982)
4.4.2 Tabelle von Schmidt (1987)
4.5 Der Weg zur möglichen sozialen Isolation
4.6 Zusammenfassung
5. Freizeit
5.1 Einleitung
5.2 Definition und Bedeutung von Freizeit
5.3 Freizeitaktivitäten von Jugendlichen mit LB und nicht behinderten Jugendlichen
5.4 Konturen einer integrativen Didaktik der Freizeit
5.5 Positive Beispiele erfolgreicher Integration im Freizeitbereich
5.5.1 Projekt „Integration – Gemeinsame Ferien“ beim Jugendfreizeit- und Bildungswerk (jfbw) des Stadtjugendausschuß e.V. Karlsruhe
5.5.2 Integration im Jugend- und Kulturzentrum „House“ in Mureck/Stmk.
5.6 Kritische Anmerkung der integrativen Freizeitgestaltung
5.7 Zusammenfassung
6. Normalisierungs- und Integrationsprinzip
6.1 Einleitung
6.2 Das Normalisierungsprinzip
6.3 Das Integrationsprinzip
7. Jugend- und Kulturzentrum - Projekteinreichung
7.1 Einleitung
7.2 Sinn und Zweck des Jugend- und Kulturzentrums
7.3 Das BetreuerInnenteam
7.3.1 Einleitung
7.3.2 Das multiprofessionelle BetreuerInnenteam
7.3.3 Leitsätze für das BetreuerInnenteam
7.3.4 Qualitätssicherung und Evaluation
7.3.4.1 Fortbildung
7.3.4.2 Supervision
7.3.4.3 Evaluation
7.3.5 Die Erziehungsberatung innerhalb des Jugend- und Kulturzentrums
7.3.6 Integrative Prozesse auf der innerpsychischen Ebene
7.4 Rahmenbedingungen
7.4.1 Möglichkeiten der Finanzierung
7.4.2 Die einzelnen Organe im Jugend- und Kulturzentrum
7.4.2.1 Der Vorstand
7.4.2.2 Die Geschäftsführung
7.4.2.3 Der Beirat
7.4.2.4 Die Vollversammlung
7.4.3 Die Räumlichkeiten und deren Angebote
7.4.3.1 Das Jugend-Café
7.4.3.2 Der Konzertraum
7.4.3.3 Der Disco-Raum
7.4.3.4 Der Werkraum
7.4.3.5 Jugendschutzgesetze
7.4.3.6 Hausordnung
7.4.3.7 Die Öffnungszeiten
7.5 Integrative Angebote
7.5.1 Musik
7.5.2 Spiele und Internet
7.5.3 Filme
7.5.4 Veranstaltungen und Projekte (Workshops)
7.5.5 Workshop-Gewaltprävention
7.5.6 Workshop-Suchtprävention
7.5.7 Workshop-HIV/AIDS - Prävention
7.5.8 Esoterik und Sektenprävention
8. Öffentlichkeitsarbeit
8.1 Einleitung
8.2 Konzept der Öffentlichkeitsarbeit
8.2.1 Einleitung
8.2.2 Corporate Identity (engl. corporate: kooperativ - engl. identity: Identät)
8.2.3 Jugend- und Kulturzentrums – Zeitung als integratives Angebot
8.2.4 Werbung
8.2.5 Netzwerkarbeit
9. Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit zielt darauf ab, ein Konzept für ein Jugend- und Kulturzentrum zu entwickeln, das speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Lernbehinderung zugeschnitten ist, um deren soziale Isolation zu mindern und ihre Teilhabe durch pädagogische Begleitung und integrative Freizeitangebote zu fördern.
0. Einleitung
„Das Jugendalter, ganz allgemein betrachtet, besteht aus einer Vielzahl an Problemen. Neben beispielsweise dem Generationskonflikt, der Jugendarbeitslosigkeit, der daraus resultierenden Resignation und Enttäuschung, ergibt sich zusätzlich die Schwierigkeit, untereinander persönliche Beziehungen aufbauen zu können“ (Keller/Novak 1993, 195). Aus einer pubertären Unsicherheit heraus scheint es für Jugendliche oft unmöglich, emotionale Bindungen einzugehen.
In meiner jetzigen Tätigkeit als Integrationsbegleiterin innerhalb eines internationalen Dienstleistungsbetriebes (ISS Facility Services GmbH) konnte ich die Beobachtung machen, wie schwierig es für Jugendliche mit Lernbehinderung (LB) manchmal sein kann, untereinander sozialen Kontakt herzustellen. Anhand eines Beispiels möchte ich dies dem/der Leser/in etwas näher bringen: Die Namen sind abgekürzt, um die Anonymität der Jugendlichen zu wahren.
F. (19 Jahre) und M. (17 Jahre) kennen sich seit zirka einem Jahr aus der Reflexionsgruppe, die ich jede zweite Woche gemeinsam mit den bereits in den Dienstleistungsbetrieb ISS beruflich integrierten Jugendlichen mit LB abhalte. Dort werden Probleme beruflicher aber auch privater Natur gemeinsam besprochen.
Jeden morgen fahren F. und M. vier Straßenbahnstationen weit gemeinsam zu ihren getrennt liegenden Arbeitsplätzen. F. sitzt bereits in der Straßenbahn, wenn M. einsteigt. Sie grüßen einander nicht. Sie sind bemüht, sich nicht anzusehen. Sie setzen sich weit auseinander und schließlich steigt M. aus. Wenn ich nun einen der beiden an ihrem Arbeitsplatz besuche, dann wird mir das tägliche Erlebnis in der Straßenbahn genauestens erzählt. Ich frage: „Warum hast du nicht einfach gegrüßt?“, und F. antwortet: „Weiß nicht. Wer will mich schon grüßen?“ M. antwortet auf meine Frage hin mit: „Ich trau mich sicher nicht als erste zu grüßen.“ Und so fahren die beiden täglich gemeinsam zu ihrem Arbeitsplatz und grüßen einander nicht.
Erst seit wir diese Thematik in der Reflexionsgruppe besprochen haben, grüßen sie einander zaghaft und sprechen sogar manchmal miteinander. Auch dies teilen sie mir bei meinem wöchentlichen Besuch an ihrem Arbeitsplatz mit.
0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten Jugendlicher mit Lernbehinderung beim Aufbau sozialer Kontakte und führt in die Fragestellung ein, wie ein Jugend- und Kulturzentrum hierbei unterstützend wirken kann.
1. Jugendalter: Dieses Kapitel definiert das Jugendalter allgemein und arbeitet die speziellen Belastungen und Entwicklungsaufgaben für Jugendliche mit Lernbehinderung heraus.
2. Behinderung: Hier wird der Behinderungsbegriff kritisch reflektiert, wobei insbesondere die soziale Komponente und die Sichtweise des sozialen Umfelds hervorgehoben werden.
3. Lernbehinderung: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Analyse der verschiedenen Definitionen und Ursachenmodelle von Lernbehinderung sowie deren Einfluss auf die betroffenen Jugendlichen.
4. Beschreibung der Störungen in der Sozialkompetenz bei Jugendlichen mit Lernbehinderung: Es werden die Störungen der Sozialkompetenz analysiert und empirisch belegt, wie diese häufig zu sozialer Isolation führen.
5. Freizeit: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung der Freizeitgestaltung und stellt die Defizite in den derzeitigen Möglichkeiten für Jugendliche mit Lernbehinderung dar.
6. Normalisierungs- und Integrationsprinzip: Hier werden die theoretischen Grundprinzipien erläutert, auf denen das Konzept des geplanten Jugend- und Kulturzentrums aufbaut.
7. Jugend- und Kulturzentrum - Projekteinreichung: Das Kernkapitel präsentiert das konkrete Konzept der Freizeiteinrichtung, einschließlich Personalstruktur, Raumangebot und pädagogischer Schwerpunkte.
8. Öffentlichkeitsarbeit: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit und Umsetzung einer zielgerichteten Öffentlichkeitsarbeit für das Zentrum, um Akzeptanz und Vernetzung zu gewährleisten.
Jugendliche, Lernbehinderung, Jugendzentrum, Freizeitpädagogik, Sozialkompetenz, Soziale Isolation, Integration, Normalisierungsprinzip, Präventionsarbeit, Identitätsbildung, Jugendarbeit, Erziehungsberatung, Inklusion, Kulturzentrum, psychosoziale Entwicklung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines Jugend- und Kulturzentrums, das gezielt auf die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Lernbehinderung ausgerichtet ist, um deren soziale Isolation durch integrative Angebote zu verringern.
Die zentralen Felder umfassen das Jugendalter, die Definition und Ursachen von Lernbehinderung, die Störungen der Sozialkompetenz, die Bedeutung von Freizeit sowie Prinzipien der Normalisierung und Integration in der Jugendarbeit.
Die zentrale Fragestellung lautet, ob ein nach dem hier vorgestellten Konzept aufgebautes Jugend- und Kulturzentrum dazu beitragen kann, dass lernbehinderte Jugendliche weniger stark in soziale Isolation geraten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie auf empirischen Untersuchungen und Experteninterviews, die spezifische Handlungsbedarfe und Anforderungen an eine solche Einrichtung aufzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Problemanalyse und einen praxisorientierten Teil, in dem ein detailliertes Konzept für ein Jugend- und Kulturzentrum inklusive Betreuungsansätzen, Rahmenbedingungen und Angeboten entwickelt wird.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Lernbehinderung, soziale Isolation, Jugend- und Kulturzentrum, integrative Pädagogik und Freizeitgestaltung.
Die Autorin diskutiert, dass eine zu starke Fokussierung auf die Bezeichnung "Lernbehinderung" im Namen oder bei der Programmdifferenzierung selbst zu einer neuen Stigmatisierung und Ausgrenzung führen kann, weshalb ein möglichst inklusiver Ansatz angestrebt wird.
Das multiprofessionelle Team ist das Herzstück des Konzepts; es übernimmt nicht nur eine pädagogische Aufsichtsfunktion, sondern dient als Regulative, zur Erziehungsberatung und zur kontinuierlichen Unterstützung bei der Überwindung von Hemmschwellen und sozialen Barrieren.
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