Examensarbeit, 2004
113 Seiten, Note: 2,0
1. Vorwort
2. Klärung der Begriffe Gewalt und Aggression
3. Gewalt an verschiedenen Schulformen
3.1. Erscheinungsformen von Schülergewalt und ihre Vorkommenshäufigkeit
3.2. Verbale Gewalt
4. Gibt es eine Geschlechterdifferenz bei Gewalt?
4.1. Gewaltwahrnehmungen
4.1.1. Allgemeines
4.1.2. Geschlechtsspezifische Gewaltwahrnehmung
4.2. Ausgeübte Gewalt bei Jungen
4.3. Ausgeübte Gewalt bei Mädchen
4.3.1. Erscheinungsformen
4.3.2. Weitere Unterformen
4.3.2.1. Die Anführerin
4.3.2.2. Delegierte Gewalt
4.3.2.3. Autoaggressionen
5. Ursachen und Gründe für unterschiedliches Gewaltverhalten
6. Qualitative Untersuchung
6.1. Durchführung / Anwendung von Forschungsmethoden
6.1.1. Problemzentriertes Interview
6.1.2. Interviewleitfaden
6.1.3. Wahl der Befragten / Beschreibung der Interviewsituation
6.1.4. Aufbereitungsverfahren
6.1.5. Gesprächsprotokolle
6.2. Aufbereitungsverfahren / Analyse
6.2.1. Qualitative Inhaltsanalyse
6.2.2. Interview mit den Lehrerinnen
6.2.2.1. Kodierleitfaden / Kategorienbildung
6.2.2.2. Analyse
6.2.3. Interview mit den Schülerinnen
6.2.3.1. Kodierleitfaden / Kategorienbildung
6.2.3.2. Analyse
6.3. Interpretation der Ergebnisse mit Bezug auf die Literatur
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das Gewaltverhalten von Mädchen in der Grundschule, um der verbreiteten Annahme entgegenzuwirken, dass Gewalt an Schulen primär ein „Jungenphänomen“ sei. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Literatur sowie die Durchführung eigener qualitativer Befragungen aufzuzeigen, wie Mädchen Gewalt ausüben, welche Funktionen diese erfüllt und wie sich das Gewaltverhalten zwischen den Geschlechtern differenziert.
3.2 Verbale Gewalt
Wie sich im vorherigen Kapitel gezeigt hat, steht die zur Gewalt gehörende verbale Gewalt an der Spitze der Vorkommenshäufigkeit verschiedener Gewaltformen. Kurz erläutert wurde dieser Begriff bereits bei der Begriffsklärung „Gewalt“ im zweiten Kapitel, jedoch werde ich in diesem Zusammenhang diese Erscheinungsform noch einmal näher betrachten, da sie, wie aus den Grafiken hervorgeht, keine unbeachtliche Rolle im Schulleben spielt.
Unter verbale Gewalt fallen alle aggressiven Kraftausdrücke, wie: Ich hau dir in die Fresse, Arschloch, Wichser, blöde Lesbe, alte/schwule Sau, Hurensohn, Fick deine Mutter und ähnliche. Durch solche Ausdrücke wird über unsere Sprache Gewalt verübt. Die Sprache ist ein wichtiger Teil des Lebens, über sie erfassen wir Dinge und kommunizieren mit anderen Menschen. Aufgrund dieser bedeutenden Rolle kann die Sprache besonders wirkungsvoll als Macht- und Gewaltmittel eingesetzt werden. Denn beinahe jeder ist einer Sprache mächtig und kann diese in verschiedensten Situationen einsetzen, so auch als Mittel zur Umsetzung von Gewalt. Aber nicht jeder ist in der Lage, auf diese Art von Gewalt zu antworten und mit verbalen Gegenangriffen zu reagieren. Es bedarf also nicht nur der Fähigkeit zu sprechen, sondern auch der Fähigkeit, die Sprache für diese Mittel einzusetzen.
Neben diesen Beleidigungen in Form von aggressiven Kraftausdrücken zählen auch Ironie, Verhöhnung, Lächerlichmachen, Fluchen, Toben, Schreien, Ignorieren und Verleumdung zur verbalen Gewalt. Verbale Gewalt ist also jene Verhaltensweise, die auf sprachlicher Ebene andere Menschen absichtlich verletzt.
1. Vorwort: Einführung in die Thematik und die Forschungsfrage zur geschlechtsspezifischen Gewaltwahrnehmung.
2. Klärung der Begriffe Gewalt und Aggression: Theoretische Abgrenzung der zentralen Begriffe als Grundlage für die Untersuchung.
3. Gewalt an verschiedenen Schulformen: Darstellung der Erscheinungsformen und Verbreitung von Gewalt in Schulen.
4. Gibt es eine Geschlechterdifferenz bei Gewalt?: Analyse von Unterschieden in Wahrnehmung und Ausübung zwischen Jungen und Mädchen.
5. Ursachen und Gründe für unterschiedliches Gewaltverhalten: Untersuchung soziologischer und schulischer Einflussfaktoren auf das Verhalten.
6. Qualitative Untersuchung: Durchführung, Aufbereitung und Analyse von Experten- und Schülerinnen-Interviews zur Gewalt in Grundschulen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion des „Jungenphänomens“.
Gewalt, Grundschule, Mädchen, Jungen, Geschlechterdifferenz, verbale Gewalt, psychische Gewalt, Aggression, Schulalltag, Sozialisation, Rollenerwartungen, qualitative Untersuchung, Prävention, Lehrerverhalten, Interaktion.
Die Arbeit befasst sich mit dem Gewaltverhalten von Mädchen in der Grundschule und hinterfragt das gängige Vorurteil, dass Gewalt in der Schule ein reines Jungenphänomen sei.
Zentrale Themen sind die Definition von Gewalt, die geschlechtsspezifische Gewaltwahrnehmung, die unterschiedliche Ausübung von physischer und psychischer Gewalt sowie die Ursachen für dieses Verhalten.
Ziel ist es, die verborgenen Formen der Mädchengewalt (z. B. verbale Angriffe, Ausgrenzung) sichtbar zu machen und zu analysieren, wie sich diese von der eher physisch orientierten Jungengewalt unterscheidet.
Die Autorin nutzt eine qualitative Methode in Form von problemzentrierten Interviews mit Lehrkräften und Grundschülerinnen, um tiefere Einblicke in die Schulpraxis zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gewaltformen und Geschlechterdifferenzen sowie eine detaillierte qualitative Untersuchung, bei der Experten- und Schülerinneninterviews ausgewertet werden.
Wichtige Begriffe sind Mädchengewalt, Grundschule, psychische Aggression, Geschlechterdifferenz, Rollenerwartungen und qualitative Sozialforschung.
Die Autorin argumentiert, dass Mädchen aufgrund körperlicher Unterlegenheit und sozialer Rollenerwartungen eher auf sprachliche Mittel ausweichen, da diese als „sozialer“ gelten und seltener sanktioniert werden.
Ja, laut der Autorin sind soziale Beziehungen oft Zielscheibe von Gewalt; Ausgrenzung und Intrigen innerhalb von Mädchencliquen werden als gezielte Machtinstrumente eingesetzt.
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