Bachelorarbeit, 2021
33 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Queer Studies
2.2 Der kulturelle Behinderungsbegriff
2.3 Etikettierungsproblematik
3. Interdependenzen von Queer Studies, Behinderung und inklusiver Bildung
3.1 Zusammenhänge von Queer Studies und Disability Studies
3.2. Macht, Körper und Normalisierung
3.3 Subjektivierung und Anerkennung
4. Leerstellen in der Etikettierungsproblematik
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Etikettierungsproblematik in der inklusiven Bildung durch eine queertheoretische Linse. Ziel ist es, Machtverhältnisse und Normalisierungsprozesse aufzudecken, die behinderte Körper diskursiv hervorbringen, und dabei die Leerstellen aktueller Dekategorisierungsansätze sowie gängiger Anerkennungskonzepte aufzuzeigen.
3.1 Zusammenhänge von Queer Studies und Disability Studies
„[H]omosexuality and disability clearly share a pathologized past”, so beschreibt McRuer (2003, S. 79) den problematischen Umstand, dass Mitglieder der LGBTQIA*-Community und behinderte Menschen als krank in Körper und Geist bezeichnet und diskriminiert wurden. Sowohl die Queer Studies als auch die Disability Studies gehen gegen eine solche pathologisierte Auffassung von queerness und Behinderung vor. Die Queer Studies waren mit diesem Vorhaben auf der Ebene der medizinischen Klassifizierungen schon erfolgreich. Homosexualität ist seit 1991 nicht mehr in der ICD-10 und Transgeschlechtlichkeit – erst – seit 2019 nicht mehr in der ICD-11 gelistet (vgl. Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) 2019). Die gemeinsame Basis für das Wirken der Queer und Disability Studies ist das Vorhaben, unhinterfragte Normalisierungsprozesse aufzudecken und zu dekonstruieren (vgl. Waldschmidt 2005, S. 25; Perko 2005, S. 17-21). Dabei wird besonders die Naturalisierung von unmarkierten Kategorien, wie Heterosexualität und Nichtbehinderung, betrachtet und dekonstruiert, die aufgrund ihrer vermeintlichen Natürlichkeit als normal gesehen und behandelt werden (vgl. Sherry 2004, S. 777). Zentrales und gemeinsames Element ist dabei der Körper, an dem sowohl im queertheoretischen Bereich als auch in den Disability Studies Normalisierungsprozesse sichtbar werden (vgl. Raab 2007, S. 127). Die Hinterfragung der diskursiv konstruierten Normen, die bestimmen, wie ein gesunder bzw. normaler Körper auszusehen hat und was mit ihm getan werden darf, ist somit in beiden wissenschaftlichen Feldern von Bedeutung.
Eine weitere Gemeinsamkeit besteht in der Kritik und Dekonstruktion dichotomer Kategorien, wie männlich und weiblich, hetero- und homosexuell oder behindert und nichtbehindert. Daran anschließend gilt in beiden Bereichen die Annahme einer mehrdimensionalen Identität, die sich dichotomer Festsetzungen entzieht (vgl. Sherry 2004, S. 777; Raab 2007, S. 128; Raab 2012, S. 71) und die sich auf oder auch neben einem Spektrum verorten lässt. Wie sich die hier skizzierten Verhältnisse von Queer und Disability Studies theoretisch untermauern und erweitern lassen, wird Inhalt der nächsten Kapitelabschnitte sein.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Etikettierungs-Ressourcen-Dilemma ein und begründet die Relevanz einer queertheoretischen Perspektive auf inklusive Bildung.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Theorien der Queer Studies, das kulturelle Modell von Behinderung sowie die Problematik von Etikettierungen.
3. Interdependenzen von Queer Studies, Behinderung und inklusiver Bildung: Hier werden die theoretischen Schnittstellen zwischen Queer und Disability Studies sowie die Bedeutung von Macht, Körper und Subjektivität herausgearbeitet.
4. Leerstellen in der Etikettierungsproblematik: In diesem Kapitel werden bestehende Ansätze kritisch auf ihre Defizite in Bezug auf Machtreflexion und Subjektivierung hin untersucht.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt Perspektiven für eine machtreflexive Anerkennung in der inklusiven Pädagogik auf.
Queer Studies, Disability Studies, Behinderung, Inklusive Bildung, Etikettierungsproblematik, Normalisierung, Macht, Subjektivierung, Anerkennung, Dekategorisierung, Performativität, Intersektionalität, Heteronormativität, compulsory able-bodiedness, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit untersucht, wie machttheoretische Erkenntnisse der Queer-Theorie genutzt werden können, um die Etikettierungspraxis und die damit verbundenen Normalisierungsprozesse in der inklusiven Schule kritisch zu hinterfragen.
Die zentralen Themen umfassen die Verknüpfung von Körper, Identität, Macht und Bildung im Kontext der Inklusion sowie die Dekonstruktion bestehender Kategorisierungsmodelle.
Ziel ist es, die Leerstellen in aktuellen Debatten um Dekategorisierung und Anerkennung aufzudecken und zu zeigen, wie ein queertheoretischer Blick zur Befreiung des Subjekts aus starren Zuschreibungen beitragen kann.
Es handelt sich um eine diskurstheoretische und dekonstruktivistische Analyse, die maßgeblich auf den Werken von Michel Foucault und Judith Butler aufbaut.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, deckt Schnittstellen zwischen Queer und Disability Studies auf und untersucht kritisch die aktuellen Ansätze der Inklusionspädagogik.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Queer Studies, Normalisierung, Macht, Subjektivierung und Etikettierungsproblematik charakterisiert.
Die Autorin argumentiert, dass Wockens Modell zwar sprachliche Änderungen vorschlägt, aber die tiefer liegenden Machtstrukturen und disziplinierenden Praktiken des „klinischen Blicks“ unangetastet lässt und somit lediglich die Hierarchisierung von Körpern fortsetzt.
Der klinische Blick fungiert als Ankerpunkt für die disziplinierenden Prozesse in Institutionen wie Schulen, durch den Körper erst in „normal“ und „behindert“ unterteilt und so produktiv zur Norm produziert werden.
Sie beschreibt ein Anerkennungsverständnis, das sich der subjektivierenden und teilweise unterdrückenden Kraft von Zuschreibungen bewusst ist und Räume für die Subversion und aktive Revidierung von Identitäten durch das Subjekt selbst eröffnet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

