Masterarbeit, 2020
125 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Neuroanatomische Grundlagen
2.1 Gehirnaufbau
2.1.1 Allgemeiner Aufbau
2.1.2 Wichtige Gehirnareale der Intelligenz- und Kreativitätsforschung
2.1.3 Graue und weiße Substanz: Theorie der Neuralen Effizienz
2.2 Grundlegende kognitive Prozesse
2.2.1 Denken und Problemlösen
2.2.2 Gedächtnis
2.2.3 Lernen
2.2.4 Verarbeitungsgeschwindigkeit
3. Grundlagen der bildgebenden Verfahren in der Neurobiologie
3.1 Elektroenzephalographie
3.2 Positronen-Emissions-Tomographie
3.3 Magnetresonanztomographie
4. Intelligenz
4.1 Intelligenzbegriff
4.2 Intelligenztheorien
4.2.1 Eindimensionale Theorien
4.2.2 Mehrdimensionale Theorien
4.2.3 Alternative Theorien
4.3 Grundlagen der Intelligenzdiagnostik
4.4 Neurobiologischer Forschungsstand
4.4.1 Elektroenzephalographie
4.4.2 Positronen-Emissions-Tomographie
4.4.3 Magnetresonanztomographie
4.5 Kognitive und neuronale Voraussetzungen intelligenter Leistungen
4.6 Einflussfaktoren der Intelligenz
4.6.1 Genetik
4.6.2 Umwelt
4.7 Ontogenetische Entwicklung der Intelligenz
4.8 Intelligenzförderung
5. Kreativität
5.1 Kreativitätsbegriff
5.2 Kreativitätstheorien
5.3 Grundlagen der Kreativitätsdiagnostik
5.4 Neurobiologischer Forschungstand
5.4.1 Kortikale Aktivierung
5.4.2 Kognitive Ungehemmtheit
5.4.3 Lokalisation und Lateralisation
5.4.4 Neue Impulse: Dopamin und Habituation
5.5 Kognitive und neuronale Voraussetzungen kreativer Leistungen
5.6 Einflussfaktoren der Kreativität
5.6.1 Genetik
5.6.2 Umwelt
5.7 Ontogenetische Entwicklung der Kreativität
5.8 Kreativitätsförderung
6. Kreativität und Intelligenz
6.1 Gemeinsamkeiten
6.2 Unterschiede
7. Fazit
8. Ausblick
Ziel dieser Masterarbeit ist die Erforschung möglicher Zusammenhänge zwischen den Konstrukten Kreativität und Intelligenz, wobei der Fokus primär auf deren neurobiologischer Interdependenz liegt. Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern korrelieren Kreativität und Intelligenz aus neurobiologischer Perspektive?
2.1.3 Graue und weiße Substanz: Theorie der Neuralen Effizienz
Mit der Anweisung: „Streng gefälligst deine grauen Zellen an!“ wurden wohl die meisten von uns schon einmal konfrontiert, wenn die Antwort auf eine Frage nicht dem gewünschten Ergebnis entsprach. Aber was genau sind graue Zellen? Unter dem Begriff graue Zellen bzw. Substanz, fasst man auf Zellebene Dendriten und Synapsen im Cortex zusammen. Aber entgegen der weitläufig verbreiteten Annahme besteht das Gehirn nicht ausschließlich aus grauer Substanz, denn neben dieser gibt es auch noch die weiße Substanz. Das „sind [die] Teile des Zentralen Nervensystems, die aus Leitungsbahnen bestehen. Die weiße Färbung entsteht aus den Myelinscheiden der Nervenfasern [, auch Axone genannt]“ (STERN und NEUBAUER 2013: 166). Myelin ist eine Substanz aus Proteinen und Lipiden, die das Axon umhüllt und isoliert. Je stärker die Myelinisierung eines Axons ist, desto höher ist seine Informationsübertragungsrate und desto schneller ist seine Informationsweiterleitung. Zudem kann, durch eine hohe Myelinisierung, die Fehlerrate bei der Informationsübertragung vermindert werden, da durch die Isolierung ein Überspringen des elektrischen Signals vermindert wird. Außerdem ist der Energieverlust bzw. –verbrauch bei myelinisierten Axonen geringer (STERN und NEUBAUER 2013).
Beide Substanzen sind folglich dafür verantwortlich, dass der Mensch kognitive Prozesse in seinem Gehirn auf neuronaler Ebene bewerkstelligen kann. Da sich das Gehirn des Menschen allerdings im Bau, der Struktur, bis hin zur Funktion bestimmter Areale unterscheidet, unterscheiden sich auch die darin ablaufenden Prozessen und die Leistung. Daraus kann man schließen: Es muss Unterschiede geben, in der Art und Weise, wie effizient eine Person das Gehirn nutzt, um eine bestimmte kognitive Leistung zu erbringen. Auf Grundlage dieser Beobachtungen stellten Forscher schon früh die Theorie der Neuralen Effizienz auf. Diese besagt, dass Personen mit einem höheren Maß an Intelligenz ihr Gehirn zur Lösung kognitiver Aufgaben effizienter nutzen, indem sie beispielsweise nur kortikale Areale nutzen, die sie für die jeweilige Aufgabenbewältigung benötigen, dies führt wiederum zu einem niedrigeren Energie- und Sauerstoffverbrauch im Gehirn und ist dadurch auch rentabler.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Intelligenz- und Kreativitätsforschung ein, beleuchtet die Relevanz der Konstrukte und stellt die Forschungsfrage nach einem neurobiologischen Zusammenhang.
2. Neuroanatomische Grundlagen: Das Kapitel erläutert den Aufbau des menschlichen Gehirns, wichtige Areale sowie kognitive Prozesse wie Gedächtnis, Lernen und Denken.
3. Grundlagen der bildgebenden Verfahren in der Neurobiologie: Hier werden methodische Ansätze wie EEG, PET und MRT vorgestellt, die es ermöglichen, Gehirnfunktionen und Strukturen wissenschaftlich zu untersuchen.
4. Intelligenz: Dieses Kapitel definiert Intelligenz, stellt verschiedene Theorien sowie diagnostische Verfahren dar und analysiert den neurobiologischen Forschungsstand in Bezug auf intelligente Leistungen.
5. Kreativität: Analog zur Intelligenz werden hier der Kreativitätsbegriff, Theorien und Diagnostik sowie die neurobiologischen Grundlagen und Voraussetzungen kreativer Leistungen behandelt.
6. Kreativität und Intelligenz: In diesem Kapitel werden die beiden Konstrukte vergleichend gegenübergestellt, um ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, inwieweit ein neurobiologischer Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kreativität wissenschaftlich belegbar ist.
8. Ausblick: Der Ausblick formuliert Anforderungen an zukünftige Forschungen und betont die Notwendigkeit einer differenzierteren Betrachtung beider Konstrukte.
Intelligenz, Kreativität, Neurobiologie, Bildgebende Verfahren, Neurale Effizienz, Gedächtnis, Lernen, Problemlösen, Neuroplastizität, Elektroenzephalographie, Positronen-Emissions-Tomographie, Magnetresonanztomographie, Gehirn, Kognition, Differenzierung.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis der Konstrukte Kreativität und Intelligenz, wobei der Schwerpunkt auf deren neurobiologischen Korrelaten und einer möglichen Interdependenz liegt.
Neben der neuroanatomischen Basis und den bildgebenden Verfahren zur Gehirnforschung deckt die Arbeit Theorien, Diagnostik sowie Einflussfaktoren wie Genetik und Umwelt für beide Konstrukte ab.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: Inwiefern korrelieren Kreativität und Intelligenz aus einer neurobiologischen Perspektive?
Es handelt sich um eine Literatur- und Übersichtsarbeit, die aktuelle Forschungsergebnisse zusammenführt, abwägt und objektiv analysiert, um Zusammenhänge zwischen den beiden psychologischen Konstrukten herzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Intelligenz und Kreativität, inklusive deren Definitionen, Theorien, diagnostischen Grundlagen und den Ergebnissen neurobiologischer Studien zu den kognitiven Voraussetzungen.
Wichtige Begriffe sind Neurale Effizienz, Neuroplastizität, bildgebende Verfahren (MRT, EEG), sowie die kognitive Differenzierung zwischen divergentem und konvergentem Denken.
Die Arbeit zeigt auf, dass eine höhere Kapazität des Arbeitsgedächtnisses positiv mit der allgemeinen Intelligenz korreliert, da es als Grundlage für den Fluss von Gedanken und Handlungen fungiert.
Das Fazit der Arbeit deutet darauf hin, dass die neurobiologischen Zusammenhänge weniger ausgeprägt sind als erhofft, da Kreativität und Intelligenz sehr unterschiedliche kognitive Anforderungen und neuronale Strukturen beanspruchen.
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