Bachelorarbeit, 2021
53 Seiten, Note: 2,8
1 Einleitung
2 Anredeformen im heutigen Deutsch
2.1 Allgemeiner sprachlicher Überblick
2.2 Zur Deixis der Anredepronomina und den Anredeverhältnissen
2.3 Funktionen und Verwendung der Anredeformen
2.4 Wechsel der Anrede
2.5 Anredebestimmende Faktoren
3 Diachronie der Anredepronomina
3.1 Die Anrede in der Frühzeit bis in das 16. Jahrhundert
3.2 Die Pluralität der Anrede ab dem 16. Jahrhundert
3.3 Der Rückzug der Pluralität und das heutige binäre Anredesystem
4 Öffentliches Interesse der Anrede am Arbeitsplatz
4.1 Zur Aktualität des Themas
4.2 Unterschied zwischen privater und institutioneller Kommunikation
5 Empirischer Teil: Das Duzen und Siezen am Arbeitsplatz heute
5.1 Empirische Untersuchung
5.1.1 Abstract
5.1.2 Theoretischer Rahmen
5.1.3 Forschungsdesign und Methodik
5.2 Ergebnisse
5.3 Besprechung der Ergebnisse
5.3.1 Aktueller Stand der Entwicklung und Faktoren für die Wahl der Anrede
5.3.2 Zukünftige Tendenzen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das aktuelle Anredeverhalten am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung eines historischen Sprachwandels, um zu klären, welche Faktoren die Wahl zwischen Duzen und Siezen beeinflussen und ob eine tendenzielle Verdrängung des Siezens zugunsten des Duzens feststellbar ist.
2.1. Allgemeiner sprachlicher Überblick
Anredeformen sind sprachliche Erscheinungen, die „einen zwischenmenschlichen Kontakt herstellen oder/und die Stellung der Gesprächspartner zueinander deutlich machen“ (Vorderwülbecke 1976: 338). Die Wahl der Anredeform gibt somit Auskunft über die Beziehung, die die Gesprächspartner zueinander pflegen. Dass Anredeformen darüber hinaus Gefühle ausdrücken können, verdeutlicht zusätzlich, in welchem Verhältnis die Gesprächspartner zueinander stehen und welche Intention der Anredende mit seiner Aussage verfolgt (vgl. Fernandez-Bravo 2007: 201). Um die soziale Bedeutung einer Beziehung jedoch ablesen zu können, muss zwingend das Anredeverhalten aller Beteiligten in den Blick genommen werden (vgl. Simon 2003: 6). Soziale Strukturen widerzuspiegeln, ist jedoch nicht das Ziel der Anredeformen, „sondern ihr statisches, inhärentes, relationales Merkmal“ (Kohz 1982: 24).
Im Deutschen existieren verschiedene Wortklassen, die die sprachlichen Anredeformen festlegen. Dazu zählen zum einen Verben, die sich an die grammatische Person des Pronomens anpassen, und personenbezeichnende Nomen, zum anderen eben auch die Pronomina, die in der vorliegenden Arbeit im Mittelpunkt stehen (vgl. Besch 2003: 2600).
Zu den nominalen Anredeformen zählen unter anderem Eigennamen, Titel und Verwandtschaftsbezeichnungen (vgl. Fernandez-Bravo 2007: 196). So können beispielsweise beim Siezen Anredeformen wie Herr oder Frau sowie der Nachname einer Person verwendet werden. Beim Duzen wird dagegen der Vorname präferiert (vgl. Glück/Sauer 1997: 119).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz und Problemstellung sowie Skizzierung des Aufbaus der Arbeit.
2 Anredeformen im heutigen Deutsch: Linguistischer Überblick über Anredepronomina, deren grammatische Einordnung und Funktionen.
3 Diachronie der Anredepronomina: Darstellung der historischen Entwicklung des Anredesystems vom Mittelalter bis zum heutigen binären System.
4 Öffentliches Interesse der Anrede am Arbeitsplatz: Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion und der Abgrenzung von privater zu institutioneller Kommunikation.
5 Empirischer Teil: Das Duzen und Siezen am Arbeitsplatz heute: Durchführung, Methodik und Auswertung der empirischen Studie sowie Interpretation der Ergebnisse.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Anredeverhaltens.
Anredeformen, Duzen, Siezen, Anredepronomina, Arbeitsplatz, Sprachwandel, Höflichkeit, Sozialstruktur, Institutionelle Kommunikation, Personaldeixis, Partnerrelation, Firmenphilosophie, Empirische Studie, Anredekonvention, Soziolinguistik
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Anredeformen im beruflichen Kontext, insbesondere der Wahl zwischen Duzen und Siezen im modernen Arbeitsumfeld.
Die zentralen Felder sind die historische Diachronie der Pronomina, die soziolinguistische Funktion der Anrede sowie die Analyse von Einflussfaktoren wie Hierarchie, Alter und Firmenkultur.
Das Ziel ist es zu ermitteln, wie sich das Anredeverhalten am Arbeitsplatz gewandelt hat, welche Faktoren die Wahl der Anrede bestimmen und ob ein fortlaufender Trend zur Verdrängung des Siezens besteht.
Es wurde eine empirische Querschnittstudie in Form einer Online-Umfrage durchgeführt, die qualitative und quantitative Elemente kombiniert (Triangulation).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische Einordnung der Anrede, die Erläuterung des empirischen Designs sowie die detaillierte Auswertung der Umfragedaten von Vorgesetzten und Nicht-Vorgesetzten.
Die wichtigsten Begriffe sind Anredeformen, Duzen, Siezen, Sprachwandel, Arbeitsplatz, Hierarchie, Soziolinguistik und Empirische Studie.
Die Studie zeigt, dass eine explizite Firmenphilosophie zwar Einfluss hat, jedoch der persönliche Kontext und das Alter der Beteiligten oft eine ebenso wichtige oder gar ausschlaggebendere Rolle für die gelebte Anrede spielen.
Die Mehrheit der Teilnehmer steht solchen Initiativen eher ablehnend oder skeptisch gegenüber, da sie das Siezen weiterhin als essenzielles Mittel für Höflichkeit und professionelle Distanz empfinden.
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