Diplomarbeit, 1997
120 Seiten, Note: 2
Vorwort
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.2 Literatur und Forschungen zum Thema
2. Nationalsozialistische Erwachsenenbildung
2.1 Der Weg bis 1933 - Erwachsenenbildung in der Weimarer Republik
2.2 Die Ideologie nationalsozialistischer Erwachsenenbildung
2.3 Politische Strukturen der Erwachsenenbildung im Nationalsozialismus
2.4 Institutionelle Strukturen nationalsozialistischer Volksbildung
2.4.1 Deutsches Volksbildungswerk
2.4.2 Reichsarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung
2.4.3 Reichsarbeitsdienst
3. Martin Bubers Auseinandersetzung mit dem NS-Regime 1933 bis 1938
3.1 Martin Bubers Auseinandersetzungen im biographischen Kontext
3.1.2 Buber und die Frankfurter Universität
3.1.3 Buber, die Reichsvertretung der Juden und das jüdische Bildungsamt
3.1.4 Redeverbot
3.1.5 Emigration und Reichskristallnacht
3.2 Martin Bubers Auseinandersetzungen auf der institutionellen Ebene
3.2.1 Das Frankfurter Jüdische Lehrhaus
3.2.2 Die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung
3.3 Martin Bubers ideelles Konzept als Antwort auf den Nationalsozialismus
4. Schlußbetrachtung
Die Arbeit untersucht das erwachsenenbildnerische Wirken von Martin Buber im Zeitraum von 1933 bis 1938. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Buber angesichts der zunehmenden nationalsozialistischen Repressionen durch ein eigenes pädagogisches Konzept und durch die institutionelle Organisation jüdischer Bildung Widerstand leistete und Identität stiftete.
3.3 Martin Bubers ideelles Konzept als Antwort auf den Nationalsozialismus
Der Nationalsozialismus stellte sich als ein geschlossenes ideologisches System dar, das mit Schwarz-Weiß-Bildern, der Einteilung in Gut und Böse, Starken und Schwachen operierte. Auf der einen Seite waren die Arier, auf der anderen Seite waren unter anderem die Juden.
Das System der Nationalsozialisten im Hinblick auf die ideologischen und institutionellen Grundlagen vor allem im Bereich der Erziehung wurde ausführlich in Kapitel 2 dargestellt.
Der Nationalsozialismus und die Person Martin Bubers waren Thema in Kapitel 3.1. An mehreren Stellen wurde auch schon darauf hingewiesen, das Buber bestrebt war, eine Einheit des jüdischen Volkes - zumindest eine geistige - dem Nationalsozialismus entgegenzustellen. Diese Einheit bedarf nicht nur der entsprechenden Institutionen, wie Reichsvertretung, Lehrhäuser, Mittelstelle, sondern sie bedarf auch eines ideellen, also geistigen Konzepts.
Buber selbst sagt von sich, das er keine Lehre vertrete, sondern nur ein Gespräch führe. Das bedeutet, das er auf die nationalsozialistische Ideologie nicht mit einer eigenen Ideologie antwortete. Sein ideelles Konzept war zwar ein in sich schlüssiges, jedoch kein geschlossenes Konzept, wie es Ideologien an sich haben.
Bubers Konzept der Jahre 1933 bis 1938 geht in drei Richtungen. Es ist philosophisch, theologisch und pädagogisch. Alle drei Richtungen gehen ineinander über, bedingen sich gegenseitig und können deshalb nicht getrennt voneinander betrachtet werden.
Der Buber Schüler Ernst Simon hat die Arbeit Martin Bubers mit dem Terminus ‘Geistiger Widerstand’ bezeichnet. Dies beschreibt die Arbeit Bubers, die er ab der Machtergreifung Hitlers geleistet hat, am direktesten.
Geistiger Widerstand, das war die einzige Möglichkeit, die einzige Waffe, die die Juden in Deutschland der totalitären, antisemitischen und rassistischen Politik entgegensetzen konnten.
1. Einleitung: Stellt das Forschungsziel und den zeitlichen Rahmen (1933-1938) vor und bietet einen Überblick über das Leben und Werk Martin Bubers.
2. Nationalsozialistische Erwachsenenbildung: Analysiert die ideologischen und strukturellen Bedingungen der Erwachsenenbildung während des NS-Regimes sowie deren Abgrenzung zur Weimarer Republik.
3. Martin Bubers Auseinandersetzung mit dem NS-Regime 1933 bis 1938: Bildet den Hauptteil und befasst sich mit Bubers biographischen, institutionellen und ideellen Strategien gegen die nationalsozialistische Bedrohung.
4. Schlußbetrachtung: Führt die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert Bubers Haltung zu Deutschland und zum Deutschtum nach seiner Emigration.
Martin Buber, Jüdische Erwachsenenbildung, Nationalsozialismus, Geistiger Widerstand, Dialogisches Prinzip, Reichsvertretung der Juden, Jüdisches Lehrhaus, Volkserziehung, Identität, Exponiertheit, Emigration, Religionsphilosophie.
Die Arbeit beleuchtet das Wirken des Religionsphilosophen Martin Buber im Kontext der jüdischen Erwachsenenbildung zwischen 1933 und 1938 in Deutschland.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen nationalsozialistischer Bildungspolitik und den jüdischen Selbstorganisationsbemühungen unter Buber.
Das Ziel ist es, Bubers Konzepte zur Bewahrung jüdischer Identität und dessen "geistigen Widerstand" gegen die Repressionen des NS-Regimes darzustellen.
Der Autor stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse, die Einbeziehung von Briefwechseln, zeitgenössischen Rundbriefen sowie Gesetzes- und Erlasstexten.
Der Hauptteil gliedert sich in Bubers biographische Kontexte, seine institutionelle Arbeit (Lehrhaus, Mittelstelle) und sein ideelles Konzept der "Urverbundenheit".
Zentrale Begriffe sind Geistiger Widerstand, Exponiertheit, Dialogik, jüdische Identität und die kritische Auseinandersetzung mit dem totalitären Staatsbegriff.
Buber plädiert trotz der Repressionen nicht für eine völlige Ablösung vom Deutschtum, sondern für eine "Verdichtung" des Judentums, die die tiefe fruchtbare Verbindung der Vergangenheit anerkennt, aber auf der aktuellen jüdischen Identität beharrt.
Die Krise wird als existentieller Zustand beschrieben, der den Menschen zwingt, sich auf seine ureigenen Werte zu besinnen und den Dialog mit anderen (Anderheit) in der Gemeinschaft zu suchen.
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