Diplomarbeit, 2008
86 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Physiologische Grundlagen
2.1.1 Aufbau des Nervensystems
2.1.2 Funktionsweise der Neuronen
2.2 Grundlagen der Elektroenzephalografie
2.2.1 Funktionsprinzip
2.2.2 Ereigniskorrelierte Potentiale
2.2.3 Frequenzen im EEG
2.2.4 10-20-System nach H. H. Jasper
2.3 Studienlage
2.3.1 Studienlage zum Einfluss des Alters auf die N400
2.3.2 Studienlage zur Lateralisierung der N400
2.3.3 Studienlage zum Einfluss des Alters auf die Lateralisierung der N400
2.4 Fragestellungen und Hypothesen
3. Material und Methoden
3.1 Stichprobe
3.2 Stimuli
3.3 Versuchsablauf
3.4 Versuchsaufbau
3.5 Aufnahmesystem
3.6 Datenanalyse
3.6.1 Voranalyse
3.6.2 Bestimmung der N400
3.6.3 Auswertung in SPSS
4. Ergebnisse
4.1 Darstellung der N400
4.2 Der Einfluss des Alters auf die Amplitude der N400
4.3 Der Einfluss des Alters auf die Latenzzeit der N400
4.4 Der Einfluss des Alters auf die Lateralisierung der N400
4.5 Zusammenhänge zwischen neuropsychologischen Testwerten und Merkmalen der N400
4.6 Zusammenhänge zwischen neuropsychologischen Testwerten und dem Alter
4.7 Analyse des N100/P200- Komplexes
5. Diskussion
5.1 Der Einfluss des Alters auf die N400
5.2 Einordnung der Ergebnisse in den Stand der Forschung
5.3 Kritische Reflexion
5.4 Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des biologischen Alterns auf die elektrophysiologischen Korrelate des Sprachverständnisses, insbesondere auf die N400-Komponente, und analysiert, ob sich die Lateralisierung dieser neuronalen Sprachverarbeitungsprozesse mit zunehmendem Alter verschiebt.
2.1.2 Funktionsweise der Neuronen
Die Neuronen im Nervensystem arbeiten nach einem gemeinsamen Prinzip, sie erhalten über synaptische Verbindungen Signale von Sinneszellen, die für die Wahrnehmung von Reizen aus der Umwelt verantwortlich sind, oder von anderen Nervenzellen. Wenn ein Neuron Signale erhält, d.h. erregt wird, führt das, bei ausreichender Signalstärke, zu einem Aktionspotential im Zellkörper (Soma) der Nervenzelle. Das ausgelöste Aktionspotential wird dann entlang des Axons der Nervenzelle weitergeleitet. Die Erregungsübertragung zwischen Neuronen erfolgt chemisch über Synapsen (Kandel et al., 2000). Dabei löst das vom Soma der Nervenzelle ausgelöste Aktionspotential nach dem Durchlaufen des Axons die Ausschüttung von Neurotransmittern aus der Synapse in den synaptischen Spalt aus. Die Neurotransmitter docken nach Überqueren des synaptischen Spalts an spezifischen Rezeptoren der Zellmembran der nachfolgenden Nervenzelle an und führen hier zu Veränderungen der Membrandurchlässigkeit. So können, je nachdem welche Ionenkanäle geöffnet werden, unterschiedliche Ionen die Membran passieren und das elektrische Potential der Nervenzelle verändern (siehe Abb. 2)
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der ereigniskorrelierten Potentiale und deren Anwendung zur Erforschung der kognitiven Sprachverarbeitung im Kontext des biologischen Alterns.
2. Theorie: Überblick über physiologische Grundlagen des Nervensystems, die Elektroenzephalografie, sowie die bisherige Studienlage zur N400 und deren Lateralisierung.
3. Material und Methoden: Detaillierte Beschreibung der Probandenstichprobe, der verwendeten sprachlichen Stimuli, des Versuchsaufbaus und der statistischen Datenanalyse.
4. Ergebnisse: Darstellung der elektrophysiologischen Messergebnisse und statistische Auswertung bezüglich Alterseinflüssen auf Amplitude, Latenzzeit und Lateralisierung der N400.
5. Diskussion: Interpretation der Befunde im Kontext der bestehenden Forschung, kritische Reflexion des Studiendesigns und Zusammenfassung der Schlussfolgerungen.
N400, Altern, Elektroenzephalografie, EEG, Sprachverstehen, Ereigniskorrelierte Potentiale, EKP, Lateralisierung, Neuropsychologie, Amplitude, Latenzzeit, Kognition, Semantische Integration, Gehirn, Alterseffekte
Die Arbeit untersucht, wie sich das biologische Altern auf die elektrophysiologischen Merkmale des Sprachverständnisses auswirkt, wobei ein besonderer Fokus auf der N400-Komponente und ihrer hemisphärischen Lateralisierung liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Neurophysiologie des Sprachverständnisses, der Methode des EEGs, der Bedeutung von ereigniskorrelierten Potentialen sowie dem Einfluss von Alter und kognitiven Ressourcen auf die neuronale Sprachverarbeitung.
Es werden ereigniskorrelierte Potentiale (EKP) gemessen, wobei 23 Probanden im Alter von 19 bis 69 Jahren korrekte und semantisch verletzte Sätze präsentiert wurden.
Die Arbeit basiert auf dem Aufbau des Nervensystems, der Signalübertragung zwischen Neuronen, den Grundlagen der Elektroenzephalografie (10-20-System) und dem aktuellen Forschungsstand zur N400.
Der Hauptteil umfasst die methodische Beschreibung des Versuchsaufbaus, die Analyse der EEG-Daten unter Verwendung von Software wie EEGLAB und SPSS sowie die detaillierte Ergebnispräsentation der statistischen Auswertungen.
Wichtige Begriffe sind N400, Altern, Elektroenzephalografie, Sprachverstehen, Lateralisierung, Amplitude, Latenzzeit und ereigniskorrelierte Potentiale.
Die Ergebnisse zeigen bei älteren Probanden tendenziell eine reduzierte N400-Amplitude, während signifikante Latenzverzögerungen in dieser Studie nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten.
Nein, die Untersuchung konnte keine signifikante Lateralisierungsverschiebung der N400 über das Alter hinweg nach rechts feststellen; die N400 bleibt über alle Altersgruppen hinweg linkshemisphärisch dominant.
Der Wortschatz wurde mittels MWT-B erfasst. Obwohl ältere Probanden oft einen größeren Wortschatz besitzen, konnte in dieser Arbeit kein konfundierender Einfluss des Wortschatzes auf die gemessenen Alterseffekte (Amplitudenreduktion) belegt werden.
Die Stichprobe ist keine repräsentative Zufallsauswahl, zudem beeinflussten unterschiedliche Bildungsniveaus und die begrenzte Bearbeitungszeit der Diplomarbeit das Studiendesign und den Probandenumfang.
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