Diplomarbeit, 1998
141 Seiten, Note: A
0 Einleitung
1 Biographische Hintergründe
1.1 Das Beispiel Laura Bridgman
1.2 Helen Keller vor Erlernen der Sprache
1.3 Der Spracherwerb, nachvollzogen anhand von Briefen ihrer Lehrerin Anne Sullivan
2 Die Presselandschaft zur Zeit Helen Kellers
3 Emotiv überhöhtes Vokabular in Zeitungsartikeln
3.1 Wunderkind oder Betrug?
3.2 Der „Frost King“-Skandal
3.2.1 Ein photographisches Gedächtnis?
3.2.2 Retusche des Falls: eine lückenhafte deutsche Übersetzung
4 Helen Kellers Rhetorik
4.1 Humor
4.2 Metaphern
4.3 Vergleiche
4.4 (Bibel)zitate
4.5 Alliterationen, Personifikationen und andere Stilfiguren
5 Helen Kellers literarisches Schaffen
5.1 Optimism (1903) und The Story of my Life (1903)
5.2 Meine Welt (1908) und Dunkelheit (1909)
5.3 Out of the Dark (1913)
5.4 My Religion (1927)
5.5 Midstream (1929) und Teacher (1955)
6 Filme und Bühnenstücke mit / über Helen Keller
6.1 William Gibsons The Miracle Worker
6.1.1 Kameraführung
6.1.2 Erzählsituation
6.1.3 Symbolismus
6.1.4 Komik
6.1.5 Dramatische Effekte
6.1.6 Werktreue und Literarizität
6.2 Überbetonung des Sexuellen in der Fortsetzung Monday after the Miracle
7 Helen Keller Jokes im Internet
7.1 Sprachliche Analyse
7.2 Rechtliche Analyse
8 Schluß
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel einer komparativen Analyse der literarischen Selbstdarstellung der taubblinden Helen Keller im Vergleich zu ihrer öffentlichen Inszenierung in den Medien. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwiefern die medialen Darstellungen von der tatsächlichen Lebensrealität und den eigenen schriftstellerischen Intentionen Kellers abweichen und wie diese Diskrepanz durch rhetorische und mediale Strategien konstruiert wurde.
3 Emotiv überhöhtes Vokabular in Zeitungsartikeln
Im folgenden soll untersucht werden, wie die Presse durch ihren emotionsgefärbten Sprachstil die Tatsachen, die Helen Kellers Erziehung und Ausbildung betreffen, verfälscht hat. Dabei handelt es sich um indirekte Zitate, d.h. um bereits von Helen Kellers Lehrerin oder ihren Freunden kommentierte Zeitungsausschnitte, da die Originale heute nur sehr schwer aufzutreiben sind. Auf diese Weise lassen sich allerdings auch sehr gut die Reaktionen der Betroffenen sowie deren Gegendarstellungen demonstrieren. Vor allem die rhetorisch meisterhaften Gegenangriffe Anne Sullivans sind hier von Bedeutung.
Die Probleme mit der Sensationsgier der Presse setzten bereits wenige Wochen nach dem Beginn des Unterrichts durch Anne Sullivan ein; dabei ist zu beobachten, daß sich das „Wunder“ für die Journalisten offensichtlich nicht schnell genug vollzog und sie durch aufgebauschte Berichte ihr Publikum in Atem zu halten versuchten. Helen Kellers Lehrerin bemühte sich mit aller Kraft, eine solche Publicity zu vermeiden, ihre Berichte und Briefe über Helen geheimzuhalten und sich in ihren öffentlichen Stellungnahmen so sachlich wie möglich auszudrücken. Trotzdem schafften verschiedene Zeitungen und Zeitschriften es immer wieder, ihre Worte zu verdrehen und die Leserschaft mit Wundermeldungen zu überschütten. Dazu beigetragen hat vor allem Michael Anagnos, der Direktor der Perkins Institution for the Blind, der sich so blumig und wortreich ausdrückte, daß sich die Presse begeistert auf seine Aussprüche stürzte. Seine Rhetorik verdient eine genauere Untersuchung. Schlichtheit war nicht seine Sache.
0 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die literarische Selbstdarstellung Helen Kellers mit ihrer medialen Präsentation zu vergleichen und die Rolle verschiedener Informationsmedien zu untersuchen.
1 Biographische Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert die familiären Hintergründe Kellers, ihre frühe Erkrankung und den entscheidenden Einfluss von Anne Sullivan als Lehrerin.
2 Die Presselandschaft zur Zeit Helen Kellers: Es wird die Entwicklung der amerikanischen Monopolpresse analysiert, die Helen Keller als „Wunderkind“ stilisierte und maßgeblich zu ihrem Heiligen-Image beitrug.
3 Emotiv überhöhtes Vokabular in Zeitungsartikeln: Dieses Kapitel untersucht die Verzerrung der Tatsachen durch eine sensationslüsterne Berichterstattung und zeigt die rhetorische Abwehrhaltung Sullivans auf.
4 Helen Kellers Rhetorik: Die rhetorische Analyse konzentriert sich auf Stilfiguren wie Metaphern, Vergleiche und Zitate, die Helen Kellers literarische Begabung verdeutlichen.
5 Helen Kellers literarisches Schaffen: Ein Überblick über ihre Werke beleuchtet ihre Entwicklung von naiven Anfängen bis hin zu politisch engagierten und rechtfertigenden Texten.
6 Filme und Bühnenstücke mit / über Helen Keller: Die Analyse vergleicht literarische Vorlagen mit filmischen Adaptionen wie „The Miracle Worker“ unter filmwissenschaftlichen Aspekten.
7 Helen Keller Jokes im Internet: Das Kapitel reflektiert die ethischen und rechtlichen Implikationen von Behindertenwitzen im Internet und diskutiert die Anwendbarkeit von Medienrecht auf neue Kommunikationsformen.
8 Schluß: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zur sprachlichen Vermittlung der taubblinden Erfahrung zusammen und zieht eine Bilanz über die Medieneinflüsse auf die Wahrnehmung der Person Helen Keller.
Helen Keller, Anne Sullivan, Taubblindheit, Mediale Darstellung, Presselandschaft, Rhetorik, Metaphern, The Miracle Worker, Biographische Analyse, Behindertenwitze, Internet-Ethik, Medienrecht, Literarische Selbstfindung, Sozialismus, Bildungsgeschichte
Die Arbeit analysiert kritisch, wie Helen Keller in den Medien dargestellt wurde und wie dies im Widerspruch zu ihrer eigenen literarischen Aufarbeitung ihres Lebens und ihrer Bildung steht.
Neben der Biografie Helen Kellers und ihrer Lehrerin Anne Sullivan sind die Rhetorik Kellers, ihre politischen Ansichten, ihre Darstellung in Filmen und die medienethische Behandlung von Behindertenwitzen zentrale Themen.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der konstruierten medialen Inszenierung des "Wunderkinds" und der komplexen Realität der taubblinden Schriftstellerin aufzuzeigen.
Es wird eine komparative Literatur- und Medienanalyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Primärquellen (Bücher, Briefe) und Sekundärquellen (Zeitungsartikel, Filme) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Kellers Rhetorik, ihrer literarischen Selbstdarstellung, ihrer Rezeption in Film und Theater sowie eine kritische Untersuchung der Internet-Rezeption.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Taubblindheit, mediale Stilisierung, rhetorische Strategien, literarische Werkdeutung und mediale Ethik.
Anne Sullivan wird nicht nur als Lehrerin, sondern als eine ambivalente, kämpferische Person dargestellt, deren Arbeit massiv von der Presse missverstanden oder überhöht wurde.
Medientheorie wird insbesondere herangezogen, um zu verdeutlichen, wie verschiedene Formate (Presse, Film, Internet) unterschiedliche Wahrnehmungs- und Entmündigungsprozesse gegenüber Behinderten hervorrufen.
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