Magisterarbeit, 2005
107 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Lesen als gesellschaftliche Aktivität in der Freizeit
1.1 Leseakt
1.2 Lesekompetenz und Leseverhalten
1.2.1 Alphabetisierungsgrad
1.2.2 Entwicklungen in der BRD
1.3 Lesarten
2. Begriffsklärungen: Buch und Buchhandel
2.1 Begriffsklärung Buch
2.1.1 Das Buch als Handelsware
2.1.2 Das Buch aus sozial- und kommunikationswissenschaftlicher Sichtweise
2.2 Buchhandel: Begriffsklärung und Organisationsformen
2.2.1 Herstellender Buchhandel
2.2.2 Verbreitender Buchhandel
2.2.3 Gesellschaftliche Aufgabe des Buchhandels
3. Der deutsche Buchmarkt
3.1 ‚Books are different’ – Geist oder Ware?
3.1.1 Buchpreisbindung
3.1.2 Weitere staatliche Subventionen
3.2 Buchmarkt und Buchmarketing
3.2.1 Aktuelle Situation
3.2.2 Entwicklung der Marktteilnehmer: Konzentration
3.2.3 Buchmarketing: Vom Verkäufer- zum Käufermarkt
3.2.3.1 Verlagsmarketing
3.2.3.2 Sortimentsmarketing
3.3 Kaufverhalten
3.4 Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels
3.4.1 Tätigkeitsfelder des Börsenvereins
3.4.2 Kultur- und sozialpolitisches Engagement
4. Historischer Überblick über die Entwicklung des Buchhandels
4.1 Gutenberg und der Beginn des Buchdruckzeitalters
4.2 Herausbildung buchhändlerischer Strukturen
4.3 Die „Leserevolution“
4.4 Das Buch als Massenmedium
5. Der Buchmarkt der DDR
5.1 Buch- und Verlagswesen der DDR
5.2 Buch- und Literaturpolitik der DDR
5.3 Das Leseland DDR
5.4 Wiedervereinigung des deutsch-deutschen Buchmarktes
6. Buch und Buchhandel in der Informationsgesellschaft
6.1 Medienkonkurrenz
6.2 Exkurs: Internet
6.3 Änderungen für den Buchhandel
6.3.1 CD-ROM
6.3.2 E-Book
6.3.3 Internetveröffentlichungen
6.3.4 Print-On-Demand
6.3.5 Online-Buchhandel
6.4 Maßnahmen des stationären Buchhandels
6.5 Mediennutzung
Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwieweit sich Veränderungen im Freizeitverhalten der deutschen Bevölkerung auf den deutschen Buchmarkt auswirken und welche Herausforderungen sich daraus für den Buchhandel ergeben, der den Spagat zwischen Kulturvermittlung und wirtschaftlichem Handeln bewältigen muss.
1.1 Leseakt
In der Kognitionswissenschaft wird unter Lesen das „[...] Handeln von Menschen [verstanden, die aus einem Text eine Bedeutung konstruieren und] sich durch ihr Tun ein Erleben selbst bereiten“ (SCHÖN 2001: 1). Dabei laufen umfassende neurobiologische sowie psychophysiologische Vorgänge ab. So wird das Gedruckte durch das Auge wahrgenommen und während der Umwandlungs- und Transduktionsprozesse an den Photorezeptoren der Netzhaut wird „[...] das eingefangene Licht in neuronal verwertbare Informationen [...]“ umgewandelt (RAUTENBERG/WETZEL 2001: 7). Der Rezipient verarbeitet das Gelesene immer mit Hilfe seines bisherigen Wissens über die konkrete Sprache, in der der Text verfasst ist sowie über sein Weltwissen im Allgemeinen. Es gibt keine Garantie dafür, dass der Leser den Text so aufnimmt, wie es vom Autor beabsichtigt ist. Jeder Leseakt ist mit einer persönlichen Beziehungsaufnahme zwischen Leser und Buch verbunden, die sozial und kulturell erlernten Lektüremethoden entspricht und von Kenntnis und Bedarf abhängig ist. Man unterscheidet die individuelle und die kollektive Lesesituation. Letztere meint die gemeinschaftliche Aufnahme, während jemand in bspw. einer Aufführung etwas vorliest oder vorträgt. Hier sind die Grenzen zwischen mündlich und schriftlich fließend (vgl. ebd.).
Betrachtet man die Stammesgeschichte der Menschen, so ist die Lesefähigkeit eine relativ junge Errungenschaft, die neurobiologisch in den Gehirnregionen zu finden ist, in denen sich einst die visuellen Funktionen, wie bspw. das Lesen von Spuren auf der Jagd, entwickelt haben. Die konkreten „[...] Anfänge des abendländischen Lesens und Schreibens [, sieht man von] Vorformen [einmal ab, sind] im Gebrauch von Zählsteinen bzw. symbolischen Tonfigürchen zu rekonstruieren, die mindestens seit ca. 7.000 Jahren in Mesopotamien in Gebrauch waren“ (SCHÖN 2001: 2).
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die abnehmende Bedeutung des Lesens bei Kindern und Jugendlichen sowie den Einfluss technischer Errungenschaften auf das Freizeitverhalten und steckt den Rahmen der Arbeit ab.
1. Lesen als gesellschaftliche Aktivität in der Freizeit: Dieses Kapitel definiert den Leseakt, diskutiert die Bedeutung von Lesekompetenz im Rahmen der Sozialisation und analysiert die Entwicklung der Lesekultur in der BRD.
2. Begriffsklärungen: Buch und Buchhandel: Hier wird das Buch als Handelsware sowie aus sozial- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive betrachtet und die Organisationsformen des Buchhandels werden erläutert.
3. Der deutsche Buchmarkt: Dieses Kapitel analysiert die Strukturen des Buchmarktes, beleuchtet die Rolle der Buchpreisbindung, Marketingstrategien und das Kaufverhalten der Konsumenten.
4. Historischer Überblick über die Entwicklung des Buchhandels: Dieser Abschnitt zeichnet die Entwicklung von Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks bis zur Etablierung des Buches als Massenmedium nach.
5. Der Buchmarkt der DDR: Das Kapitel befasst sich mit der staatlich gelenkten Literaturpolitik, der Zensur und der Situation des Buchwesens in der DDR sowie dessen Wiedervereinigung mit dem westdeutschen Markt.
6. Buch und Buchhandel in der Informationsgesellschaft: Der Fokus liegt hier auf der Medienkonkurrenz durch das Internet, neuen elektronischen Publikationsformen und den Anpassungsmaßnahmen des stationären Buchhandels.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass sich das Buch trotz der Konkurrenz durch neue Medien behaupten kann, indem es sich als Kulturgut neu positioniert und von komplementären Medien profitiert.
Buchmarkt, Buchhandel, Leseverhalten, Buchpreisbindung, Medienkonkurrenz, Literatur, Sozialisation, Digitalisierung, Online-Buchhandel, Leseförderung, Verlagsmarketing, DDR-Literatur, Lesekultur, Informationsgesellschaft, Buchproduktion.
Die Arbeit untersucht den Wandel des deutschen Buchmarktes vor dem Hintergrund veränderter Freizeitgewohnheiten und der zunehmenden Konkurrenz durch digitale Medien.
Zu den zentralen Feldern zählen die Buchpreisbindung, die Rolle des Börsenvereins, das Buchmarketing, die literarische Zensur (historisch und in der DDR) sowie die Digitalisierung des Buchhandels.
Das Ziel ist herauszufinden, wie sich veränderte Freizeitverhaltensweisen auf den Buchsektor auswirken und wie der Buchhandel auf die neuen Herausforderungen reagiert.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene Studien und Publikationen zur Buchmarkt- und Leseforschung heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Marktanalyse, einen historischen Abriss, die spezifische Situation in der DDR sowie eine Analyse der Rolle des Buchhandels in der modernen Informationsgesellschaft.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Buchmarkt, Medienkonkurrenz, Leseverhalten, Buchpreisbindung und Digitalisierung charakterisiert.
Die Buchpreisbindung wird als staatlich gefördertes Instrument zum Erhalt der Titelvielfalt und der mittelständischen Buchhandelsstrukturen bewertet, steht aber aufgrund des Preisdrucks in der Informationsgesellschaft immer wieder in der Kritik.
Der DDR-Buchhandel war durch staatliche Lenkung, Zensur und ideologische Vorgaben geprägt. Nach 1989 musste er sich abrupt den Anforderungen der marktwirtschaftlichen Konkurrenz anpassen.
Empfohlen wird die Integration digitaler Angebote in den stationären Handel, um die Vorzüge der persönlichen Beratung und die Atmosphäre vor Ort mit der Effizienz moderner Technik zu verbinden.
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