Bachelorarbeit, 2017
68 Seiten, Note: 1,15
Einleitung
Teil 1 – Überblick
1.1 Rhythmus, Metrum und Pattern – Ein Definitionsversuch
1.2 Das Klassenmusizieren – Definition und Forschungsstand
1.3 Die Rolle von Rhythmus, Perkussion und Bewegung in der Schule
1.4 Effektive Methoden zur Rhythmusschulung – eine Auswahl
1.4.1 Body- und Mouthpercussion
1.4.2 Taketina
1.4.3 Gruppenimprovisation
1.4.4 Bewegung und Tanz
1.4.5 Die verschiedenen Notationsmöglichkeiten von Rhythmus
Teil 2 – Die Trommelklasse
2.1 Vorüberlegungen zur Trommelklasse
2.2 Bestehende Konzepte: Bläser- und Chorklassen
2.3 Entwicklung und Vorstellung des Trommelklassenkonzeptes
2.3.1 Grundgedanken
2.3.2 Zeitplanung
2.3.3 Lehrerqualifikation
2.3.4 Kosten, Instrumente und Personal
2.3.5 Das Kerncurriculum im Kontext der Trommelklasse
2.3.6 Das Ensemble – Ein Gemeinschaftserlebnis
Teil 3 – Kompositionen
3.1 Der „Sommersamba“
3.2 „Bottlebeats“
3.3 „Soundworld“
3.4 Der „Trommelloop“
Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein innovatives, praxisorientiertes Konzept für eine Trommelklasse an Schulen zu entwickeln, das effektiv zur Rhythmusschulung beiträgt, das Schülerengagement fördert und die Anforderungen des Kerncurriculums durch musikalische Praxis nachhaltig erfüllt.
1.1 Rhythmus, Metrum und Pattern – Ein Definitionsversuch
Rhythmus. Schon die Übersetzung aus dem Griechischen (ῥυθμός = rythmós) macht deutlich, wie vielschichtig dieser Begriff ist, der „einerseits das Fließende aber auch das Geordnete“ bezeichnet. Im Feld der musikalischen Rhythmusforschung existieren über einhundert teilweise gegensätzliche Definitionen, die Rhythmus oftmals sehr vereinfacht darstellen: Klages beschreibt beispielsweise 1934 den Rhythmus als eine „Wiederkehr des Ähnlichen in ähnlichen Abständen.“ Etwas differenzierter versteht Pfleiderer unter Rhythmus „die zeitliche Akzentuierungsstruktur einer Klangfolge oder Klangtextur, die durch das Zusammenwirken mehrerer Klangqualitäten und Akzentuierungstypen bzw. Rhythmuskomponenten oder Rhythmusschichten entsteht.“ Andere Autoren beziehen Rhythmus auf das Leben selbst und heben den Herzschlag, Tagesabläufe und Routinen, die zur Rhythmusentstehung benötigte Bewegung des Körpers oder den Rhythmus gesprochener Sprache hervor, wodurch letztendlich kein genauer Begriffsinhalt bzw. -umfang festgelegt werden kann. Nichtsdestotrotz waren sich alle Autoren, die nach einer Definition suchten, über folgende Konnotationen einig: „Bewegung, Wiederholung, Regularität, Kontinuität, Variation, Periodizität, Abwechslung, Verschiedenheit, Intensität, Akzentuierung, Betonung.“ Rhythmus scheint so einerseits verschiedenste zeitstrukturelle Bereiche zusammenzufassen, andererseits auch ganz konkrete Aspekte der Musik wie Grundschlag, Mikrotime, Takte und mehrtaktige Zyklen bis hin zu rhythmischen Patterns zu beinhalten. Eine umfassende Definition von Rhythmus ist demnach nur schwer zu finden, da der Begriff stark interdisziplinär ausgerichtet ist und vor allem eine große Vielschichtigkeit aufweist.
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Allgegenwärtigkeit von Rhythmus und identifiziert ein Problemfeld in der schulischen Musikerziehung, in der die Bedeutung des Rhythmus oft vernachlässigt wird, woraus die Zielsetzung der Arbeit zur Entwicklung eines Trommelklassenkonzeptes abgeleitet wird.
Teil 1 – Überblick: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Rhythmus, Metrum und Pattern, erläutert die Bedeutung des Klassenmusizierens und der Körperbewegung im Musikunterricht und stellt verschiedene effektive Methoden zur Rhythmusschulung vor.
Teil 2 – Die Trommelklasse: Dieser Teil entwickelt konkret das Trommelklassenkonzept, vergleicht es mit bestehenden Modellen wie Bläser- oder Chorklassen und behandelt organisatorische Fragen wie Zeitplanung, Lehrerqualifikation, Instrumentenbeschaffung und die Einbettung in das Kerncurriculum.
Teil 3 – Kompositionen: Hier werden speziell für das Trommelklassenkonzept entwickelte Eigenkompositionen vorgestellt und analysiert, die als Unterrichtsmaterial dienen und verschiedene rhythmische Methoden praktisch miteinander verbinden.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, betont die Wirksamkeit eines praxisorientierten, auf Bewegung und Perkussion basierenden Musikunterrichts und gibt einen Ausblick auf die praktische Erprobung des entwickelten Konzeptes.
Rhythmusschulung, Trommelklasse, Klassenmusizieren, Musikpädagogik, Perkussion, Bodypercussion, Taketina, Gruppenimprovisation, Rhythmus, Metrum, Pattern, Kerncurriculum, Musikunterricht, Instrumentenkunde, Musikpraxis.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines schulpraktischen Konzeptes für eine „Trommelklasse“, um Rhythmus, Perkussion und Bewegung als elementare und motivierende Bestandteile der Musikerziehung an Gymnasien zu etablieren.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition theoretischer Grundlagen (Rhythmus, Metrum, Pattern), die Analyse des Klassenmusizierens, die Vorstellung didaktischer Methoden zur Rhythmusschulung sowie die praktische Konzeption einer Trommelklasse inklusive Curricula und Kompositionen.
Das primäre Ziel ist es, ein in diesem Umfang bisher nicht existierendes, didaktisch fundiertes und lehrplankonformes Konzept zu entwickeln, welches Schülern einen angstfreien, spaßorientierten und nachhaltigen Zugang zu Musik durch Rhythmus und Bewegung ermöglicht.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und -analyse bestehender musikdidaktischer Ansätze, der Evaluierung von Studien zum Klassenmusizieren sowie der Entwicklung und exemplarischen Ausarbeitung eigener praktischer Unterrichtsmaterialien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Übersicht über musikpädagogische Grundlagen, die detaillierte Vorstellung des Trommelklassenkonzeptes (Planung, Kosten, Personal, Kerncurriculum) und die Präsentation eigener Unterrichtskompositionen.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Rhythmusschulung, Trommelklasse, Klassenmusizieren, Musikpädagogik, Perkussion, Bodypercussion und Praxisorientierung charakterisieren.
Der Autor argumentiert, dass der Körper als „erstes Instrument“ eine sensomotorische und affektive Ebene anspricht, die ein nachhaltiges Verständnis von Musik fördert und es besonders Schülern mit wenig Vorerfahrung ermöglicht, ohne Hemmungen am gemeinsamen Musizieren teilzunehmen.
Im Gegensatz zu Bläserklassen, die oft teuer und schriftorientiert sind, setzt das Trommelklassenkonzept auf mündliche Vermittlung, eine günstigere und vielseitigere Instrumentierung sowie eine höhere Inklusionsfähigkeit, da keine langwierigen technischen Vorübungen erforderlich sind.
Die Eigenkompositionen dienen als konkretes, erprobtes Unterrichtsmaterial, um die theoretischen Methoden (z.B. Bodypercussion, Matrixnotation) praxisnah anzuwenden und gleichzeitig ein Repertoire für öffentliche Auftritte aufzubauen.
Der Autor kommt zu einem positiven Schluss: Durch eine intelligente Kombination aus praktischem Musizieren und gezielten theoretischen Vertiefungsstunden können alle in den Bildungsplänen geforderten Kompetenzen abgedeckt und sogar rhythmisch vertieft werden.
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