Lizentiatsarbeit, 2004
145 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Cluster
2.1.1. Begriffsdefinition
2.1.2. Merkmale
2.1.3. Entstehung und Entwicklung
2.2. Eigenschaften und Entstehung von Wissen
2.3. Lokales Wissen: Spillover und Transaktionskosten
2.4. Die Bedeutung von „face-to-face“-Kontakten
2.5. Pfadabhängigkeit von Regionen
3. Die Entstehung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters
3.1. Vielfältige Wurzeln
3.2. Gründung einer „Arbeitsstelle“
3.3. Zeit der Kombinate
3.4. Niedergang und Gründungswelle
3.5. Bau der „Leuchttürme“
3.6. Ergebnisse der bisherigen Entwicklung
4. Standortfaktoren
4.1. Humankapital
4.2. Infrastruktur
4.3. Netzwerke
4.4. Politik und finanzielle Förderung
4.5. Die räumliche Nähe zu Chemnitz und Freiberg
4.6. Weitere Standortfaktoren
5. Der Dresdner Mikroelektronik-Cluster
5.1. Beschreibung des Clusters
5.1.1. Geographischer Bereich
5.1.2. Internationale Bedeutung
5.1.3. Innovationsfähigkeit
5.1.4. Eigentümerstruktur
5.2. Funktionsweise des Clusters
5.2.1. Horizontale Beziehungen
5.2.2. Vertikale Beziehungen
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die historische Entstehung und die aktuelle Entwicklung des Mikroelektronik-Clusters in Dresden. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Wissen in einer Region konzentriert, welche Rolle Standortfaktoren dabei spielen und wie Interaktionen zwischen Akteuren die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sichern.
2.1.1. Begriffsdefinition
Der Begriff Cluster kommt aus dem Englischen und bedeutet frei übersetzt Haufen, Schwarm oder Gruppe (vgl. Willmann, Messinger und Türck, 1990, 116). Er findet Verwendung in der Statistik, der Chemie, der Musik und der Informatik. In der Regionalökonomik wurde der Begriff Cluster Anfang der 1990er Jahre durch Porter (1990) geprägt. Die Grundlage bildete seine Theorie der nationalen Wettbewerbsvorteile. Seit dieser Zeit nahm die Bedeutung von Clustern in der Regionalforschung stark zu (vgl. van der Linde, 2003, 130). Heute ist die Clustertheorie einer der Grundlagen für die regionale Wirtschaftspolitik.
Ein Cluster ist laut Porter (1998, 78-80 und 2000, 254) eine geographisch konzentrierte Gruppe von interagierenden Unternehmen sowie unterstützenden Institutionen einer bestimmten Branche. Den geographischen Raum eines Clusters kann eine einzelne Stadt, ein Land oder eine Gruppe von aneinander grenzenden Ländern bilden. Ein Cluster besteht oft aus Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette. Er umfasst Hersteller, Zulieferer, Abnehmer sowie spezielle Dienstleistungsunternehmen. Auch Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Hersteller komplementärer Produkte, Verbände, Finanz- und Verwaltungsinstitutionen zählen dazu. Diese genannten Bestandteile eines Clusters beeinflussen sich gegenseitig. Cluster dienen Porter als Erklärung der Wettbewerbsvorteile einer Region, die auf dem effektiveren Einsatz von Produktionsmitteln beruhen. Um diese Vorteile zu erhalten, sind fortwährend Innovationen nötig. Cluster bieten dafür beste Voraussetzungen.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie und die Relevanz regionaler Cluster für wirtschaftlichen Erfolg.
2. Theoretische Grundlagen: Erörterung der Definitionen von Clustern, der Entstehung von Wissen sowie der Bedeutung von Wissens-Spillovern und Pfadabhängigkeiten.
3. Die Entstehung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters: Detaillierte historische Analyse der Entwicklung vom DDR-Kombinatswesen bis hin zur Neuansiedlung internationaler Unternehmen.
4. Standortfaktoren: Untersuchung der spezifischen Faktoren wie Humankapital, Infrastruktur und politischer Förderung, die den Erfolg des Standorts Dresden begründen.
5. Der Dresdner Mikroelektronik-Cluster: Detaillierte Analyse der Clusterstruktur, Akteure sowie deren horizontaler und vertikaler Beziehungen innerhalb der Wertschöpfungskette.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklungsergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Mikroelektronik, Cluster, Silicon Saxony, Wissenstransfer, Innovation, Pfadabhängigkeit, Dresden, Halbleiterindustrie, Spillover, Standortfaktoren, Netzwerke, Forschung und Entwicklung, Wertschöpfungskette, Humankapital, Wettbewerbsvorteil.
Die Diplomarbeit analysiert die Entwicklung des Dresdner Mikroelektronik-Clusters von den Anfängen in der DDR bis zum modernen Standort Silicon Saxony.
Die Arbeit behandelt theoretische Cluster-Grundlagen, die historische Entwicklung in Dresden, Standortfaktoren und die heutige Struktur der Unternehmens- und Forschungsnetzwerke.
Ziel ist es, die Entstehung und den Erfolg des Clusters durch Faktoren wie Wissensakkumulation, regionale Netzwerke und staatliche Förderung zu erklären.
Es handelt sich um eine qualitative Untersuchung, basierend auf Literaturrecherche und Experteninterviews mit verschiedenen Akteuren des Clusters.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Evolution, die Standortfaktoren sowie eine detaillierte Beschreibung der Clusterfunktionsweise und Akteursinteraktionen.
Wichtige Begriffe sind Wissens-Spillover, Pfadabhängigkeit, Standortfaktoren, Innovation, Wertschöpfungskette und regionale Wettbewerbsfähigkeit.
Durch die frühe Spezialisierung und Forschung im VEB ZMD entstand ein Pool an hochqualifizierten Fachkräften, der die Basis für spätere Ansiedlungen wie Infineon und AMD bildete.
Sowohl in der DDR (durch gezielten Aufbau) als auch nach der Wende (durch Anschubfinanzierungen und Subventionen) war staatliches Handeln ein entscheidender Treiber für die Cluster-Bildung.
Kodifiziertes Wissen ist dokumentiert (Patente/Bücher), während "tacides" Wissen erfahrungsbasiert und personengebunden ist, was räumliche Nähe und direkte Kontakte für den Austausch essentiell macht.
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