Examensarbeit, 2021
47 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Integration und Heterogenität im schulischen Kontext
III. Konzept der hessischen Intensivklasse
I. Hintergrund
II. Schulverordnungsgesetz und sonderpädagogische Förderung
III. Umsetzung am Beispiel einer Gesamtschule
IV. Eingliederung in den Regelunterricht
I. Ein musisch-ästhetisches Schulfach?
II. Der Doppelauftrag des schulischen Sports
III. Nonverbale Kommunikation
IV. Koedukation und Geschlechtersensibilität
V. Erfahrungswerte und Eindrücke
I. Die Perspektive der Lehrenden
II. Die Perspektive der Lernenden
III. Die Perspektive der Regelklassen
VI. Brückenschlag zum außerschulischen Sport
VII. Fazit: Standpunkt und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das Schulfach Sport als integratives Instrument fungieren kann, um Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunft erfolgreich in den Regelunterricht an weiterführenden Schulen zu integrieren. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse theoretischer Grundlagen sowie der praktischen Anwendung des Konzepts der Intensivklassen im Bundesland Hessen.
III. Nonverbale Kommunikation
Zusätzlich bietet das Schulfach Sport einen großen Handlungsspielraum für Interaktionen verschiedener Gruppengrößen im Unterricht. Spielend werden bestehende Gruppenstrukturen aufgebrochen, vermischt und gemeinsam zum Lösen von künstlich erschaffene Herausforderungen gestellt. Dadurch wird die zuletzt angesprochene Kooperation sowie Teamfähigkeit geschult und Berührungsängste gegenüber anderen Lernenden abgebaut.
Die Verständigung muss dabei nicht unbedingt in Worte gefasst werden, denn „[d]ie Regeln des Sports sind universell, und Sprachprobleme können durch nonverbale Kommunikation überwunden werden.“ Im Sport fallen etwa 50 bis 70 Prozent der Kommunikation auf nonverbale Interaktionen zurück.
Dies liegt zum Ersten daran, dass die Art der Aufgabe, nämlich Sport und Bewegung, verbale Kommunikation häufig nicht benötigt oder nicht erlaubt. Zum Zweiten kann etwa im Unterricht [...] nonverbale Kommunikation in den Dienst der Instruktion gestellt werden (z.B. durch gezieltes Lenken von Bewegungen oder durch Vormachen). Und zum Dritten findet Sport in einem räumlichen Kontext statt, der keine festen Positionen der Gruppenmitglieder vorsieht.
So können fremde Bewegungsmuster und Normen spielerisch im Sportunterricht kennen gelernt werden, während die Sprachbarriere weit in den Hintergrund gerät. Eine fremde Bewegungskultur mit unbekannten Disziplinen, anderen Spielgeräten sowie Mentalitäten kann aber gleichzeitig auch eine große Herausforderung für die Betroffenen bedeuten. Die Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunft nehmen schon während des Besuchs der Intensivklasse am Sportunterricht in den Regelklassen teil. Dabei bietet die nonverbale Kommunikation im theoretischen Ansatz eine hervorragende Option, um die ersten Berührungen mit dem Regelunterricht zu erfahren.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der schulischen Integration von Geflüchteten ein und erläutert die Relevanz des Schulfachs Sport als potenziellen „Eisbrecher“ für den Übergang in den Regelunterricht.
II. Integration und Heterogenität im schulischen Kontext: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Integration und Inklusion und beleuchtet den Umgang mit heterogenen Lerngruppen in der heutigen Schulpädagogik.
III. Konzept der hessischen Intensivklasse: Hier werden der rechtliche Rahmen der Intensivklassen sowie die praktische Umsetzung an einer beispielhaften Gesamtschule in Hessen detailliert dargestellt.
IV. Eingliederung in den Regelunterricht: Dieser Abschnitt analysiert die sportpädagogischen Aspekte wie den Doppelauftrag des Sports, nonverbale Kommunikation und Geschlechtersensibilität als Werkzeuge zur Integration.
V. Erfahrungswerte und Eindrücke: Basierend auf praktischen Erfahrungen wird hier die Perspektive von Lehrenden, Lernenden und den Regelklassen auf den Integrationsprozess durch den Sport untersucht.
VI. Brückenschlag zum außerschulischen Sport: Das Kapitel untersucht, wie durch den Schulsport der Übergang in den außerschulischen Vereinssport gelingen kann, um eine langfristige soziale Integration zu fördern.
VII. Fazit: Standpunkt und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Sport einen wesentlichen Beitrag zur schulischen und gesellschaftlichen Teilhabe leisten kann.
Schulsport, Integration, Intensivklasse, nichtdeutsche Herkunft, Inklusion, Sportpädagogik, nonverbale Kommunikation, Heterogenität, Regelunterricht, Sprachbarriere, soziale Interaktion, Geschlechtersensibilität, Schulentwicklung, Bildungschancen.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit das Schulfach Sport dazu beitragen kann, den Integrationsprozess von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunft in das deutsche Regelschulsystem zu erleichtern.
Zentrale Themen sind die pädagogische Gestaltung von Intensivklassen, der Umgang mit Heterogenität im Unterricht, die Bedeutung des Sportunterrichts sowie die Möglichkeiten der Vernetzung mit dem Vereinssport.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Sport durch seine nonverbalen Anteile und das hohe soziale Interaktionspotenzial eine Brückenfunktion einnimmt, die den Übergang aus Intensiv- in Regelklassen begünstigt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der sportpädagogischen und integrationswissenschaftlichen Literatur sowie auf qualitativen Beobachtungen und Erfahrungen des Autors aus der schulischen Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des Integrationsbegriffs, die Vorstellung des hessischen Intensivklassenmodells sowie eine detaillierte Erörterung sportdidaktischer Aspekte.
Kernbegriffe sind: Schulsport, Integration, Intensivklasse, Heterogenität, Inklusion, Sprachbarriere und soziale Interaktion.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Integration oft eine Eingliederung in ein bestehendes System bedeutet, während Inklusion den Anspruch hat, das System von vornherein für die Vielfalt aller Menschen zu öffnen.
Der Sportunterricht zeichnet sich durch einen hohen Anteil an nonverbaler Kommunikation aus, was es ermöglicht, Sprachbarrieren zu umgehen und Schülerinnen und Schüler auf einer handlungsorientierten Ebene unmittelbar in die Klassengemeinschaft einzubinden.
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