Examensarbeit, 2009
42 Seiten, Note: 1,6
1. Planung und Aufbau der Unterrichtsreihe
1.1. Zur Auswahl des Themas
1.2. Die Methode Lernen durch Lehren (LdL)
1.2.1. Entstehung und theoretische Grundlagen der LdL-Methode
1.2.2. Die Rolle der Lehrkraft
1.3. Bemerkungen zur Lerngruppe
1.4. Sachstrukturanalyse und didaktische Entscheidungen
1.4.1. Begründung der Lektüreauswahl
1.4.2. Hauptanliegen der Unterrichtsreihe
1.5. Organisatorische Rahmenbedingungen bei der Umsetzung der LdL-Methode
1.5.1. Leistungsbewertung, Evaluation und Notengebung
1.5.2. Die Präsentationsstunde
1.5.3. Die kombinierte Vor- und Nachbereitungsstunde
2. Durchführung der Unterrichtsreihe
2.1. Darstellung der ersten Präsentationsstunde
2.2. Darstellung der vierten Präsentationsstunde und der darauffolgenden kombinierten Vor- und Nachbereitungsstunde
2.2.1. Die vierte Präsentationsstunde
2.2.2. Die zweite kombinierte Vor- und Nachbereitungsstunde
2.2.2.1. Nachbereitung der vierten Präsentationsstunde
2.2.2.2. Vorbereitung der fünften Präsentationsstunde
2.2.3. Verkürzte Darstellung der fünften Präsentationsstunde
2.2.4. Darstellung der siebten Präsentationsstunde
3. Kritische Reflexion der Unterrichtsreihe
3.1. Die Umsetzung der Unterrichtsreihe nach dem LdL-Konzept
3.2. Die Rolle der Lehrkraft
3.3. Zur Auswahl der Lektüre
3.4. Die Präsentationsstunden
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der handlungsorientierten Lehrmethode "Lernen durch Lehren" (LdL) im Französischunterricht einer elften Klasse. Ziel ist es, durch die Übertragung von Lehrerfunktionen auf die Schüler deren Selbstständigkeit, Methodenkompetenz und mündliche Sprachkompetenz durch die Auseinandersetzung mit Azouz Begags "Tranches de vie" gezielt zu fördern.
1.2. Die Methode Lernen durch Lehren (LdL)
Jean-Pol Martin, Professor für Fachdidaktik an der Universität Eichstätt, begründet die Methode Lernen durch Lehren zu Beginn der 1980er Jahre. Dabei konzentriert er sich auf den Fremdsprachenerwerb. Ausgehend von der Ansicht, dass ein auf Instruktion und Reproduktion basierender Unterricht weder eine Sprachwirklichkeit abbilden noch gezielt Sprachkompetenzen fördern kann, entwickelt Martin in den folgenden Jahren ein didaktisches Konzept, das den Schüler durch die Übernahme der Lehrerrolle zum Mittelpunkt des Unterrichts macht. Der Schüler wird aufgefordert, sich zu einem Thema Expertenwissen anzueignen und dieses Wissen an seine Mitschüler weiterzugeben, mit ihnen zu diskutieren und zu reflektieren. Durch die Schüler-Schüler-Interaktion steigt der durchschnittliche Sprechanteil der Schüler in der Zielsprache signifikant.
Begründet wird dies durch ein weniger gehemmtes Sprechen der Schüler untereinander und durch den teilweisen Rückzug des Lehrers von der ‚Unterrichtsbühne‘. Wie noch zu zeigen sein wird, beschränkt sich die Rolle des Lehrers nicht darauf, dem Unterrichtsgeschehen fortan nur noch passiv beizuwohnen. Wichtige Fehlerkorrekturen, die organisatorischen Rahmenbedingungen des Unterrichts und dessen thematische Vorgaben sind Aufgabe der Lehrkraft.
Obwohl die Methode Lernen durch Lehren im Anschluss an die wissenschaftlichen Arbeiten Martins vor allem im Bereich der Fremdsprachendidaktik rezipiert wird, lässt sich LdL als ein allgemeindidaktisches Prinzip begreifen. Es ist unerheblich, um welches Thema oder Fach es sich handelt: Die Experten oder Lehrerschüler (LS) können im Rahmen des LdL-Konzepts grammatische Kapitel in einem Deutsch-Lehrbuch ebenso wie eine Einführung in die organische Chemie oder Hör-Sehverstehensaufgaben zu einem Filmausschnitt in Französisch bearbeiten.
1. Planung und Aufbau der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der LdL-Methode, die Lerngruppe sowie die methodisch-didaktische Herleitung der Lektüreauswahl und der organisatorischen Rahmenbedingungen.
2. Durchführung der Unterrichtsreihe: Hier werden exemplarisch vier Präsentationsstunden sowie die begleitenden Vor- und Nachbereitungsphasen dokumentiert und der Fortschritt der Schüler hinsichtlich ihrer Selbständigkeit veranschaulicht.
3. Kritische Reflexion der Unterrichtsreihe: Dieser Abschnitt bewertet die praktische Umsetzung des LdL-Konzepts, die veränderte Rolle der Lehrkraft sowie die Wirksamkeit der Lektürewahl und des methodischen Vorgehens kritisch.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die LdL-Methode die Schüler erfolgreich zu eigenverantwortlichem Lernen befähigt und die Kompetenzentwicklung fördert.
5. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Lektüren, Fachliteratur und Online-Quellen auf.
Lernen durch Lehren, LdL, Fremdsprachenunterricht, Lernerautonomie, Schüleraktivierung, Französischunterricht, Handlungsorientierung, Präsentation, Methodenkompetenz, Interkulturelles Lernen, Azouz Begag, Tranches de vie, Selbstständigkeit, Kooperationskompetenz, Sprachkompetenz.
Die Arbeit dokumentiert den Einsatz der Unterrichtsmethode "Lernen durch Lehren" (LdL) in einem Französisch-Basiskurs der elften Klasse bei der Behandlung der Lektüre "Tranches de vie".
Zentrale Themen sind die Förderung von Selbstständigkeit, die Verbesserung der mündlichen Sprachkompetenz, kooperatives Lernen und die inhaltliche Auseinandersetzung mit Immigration und Identität.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob und wie das Konzept "Lernen durch Lehren" die Kompetenzentwicklung der Schüler fördert und zu einem moderneren, schülerorientierten Unterricht beiträgt.
Es handelt sich um eine schulpraktische Prüfungsarbeit, die den methodisch-didaktischen Prozess der LdL-Implementierung durch Unterrichtsplanung, -darstellung und kritische Reflexion analysiert.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung ausgewählter Präsentations- sowie Vor- und Nachbereitungsstunden und die anschließende kritische Analyse der Wirksamkeit der Methode.
Die wichtigsten Schlagworte sind Lernen durch Lehren, Lernerautonomie, Schüleraktivierung, interkulturelles Lernen und fachdidaktische Kompetenzentwicklung.
Auf eine Benotung der Präsentationen wurde bewusst verzichtet, um den Notendruck zu senken und die Interaktion zu erhöhen; stattdessen erfolgten Rückmeldungen durch die Mitschüler und die Lehrkraft sowie separate schriftliche Hausaufgaben.
Die Lehrkraft zieht sich aus dem Zentrum des Unterrichts zurück, fungiert als Berater, Taktgeber und Verifizierungsinstanz und konzentriert sich auf die langfristige Organisation der Rahmenbedingungen.
Die Schüler zeigten sich anfangs teilweise unsicher, gewannen jedoch mit zunehmender Routine an Selbstsicherheit und bewiesen Einfallsreichtum bei der Gestaltung der Unterrichtsphasen.
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