Magisterarbeit, 2008
90 Seiten, Note: 1,0
I Einleitung
II Das neue Medium Internet
2.1 Vom ARPANet zum www
2.2 Besonderheiten des Internet im Vergleich zu bisherigen (Massen-)medien
2.2.1 Definition von Massenmedien
2.2.2 Das Internet: Zwischen Massen- und Individualitätskommunikation
III Urheberrecht und verwandte Leistungsschutzrechte
3.1 Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
3.2 Weltweite Bestimmungen und deren Umsetzung
3.3 GEMA und GVL
3.4 Creative Commons License
IV Subkulturen - Teilkulturen - Gegenkulturen - Jugendkulturen
V Die Punkbewegung
5.1 Entstehung der Punkbewegung
5.1.1 Begriffsdefinition
5.1.2 Vorläufer und Einflüsse
5.2 Entwicklungstendenzen
5.2.1 USA
5.2.2 England
5.2.3 Deutschland
5.3 Aufsplittung in Subgenres
5.3.1 Hardcore
5.3.2 Grunge und Riot Grrrl-Bewegung
5.3.3 Antifolk
5.3.4 Weitere Subgenres
VI Die Entwicklung der Elektronischen Musik
6.1 Von der Musique concrete zum HipHop
6.2 Von Chicago und Detroit nach Europa
6.3 Frankfurt und Berlin
6.4 Ausdifferenzierung der elektronischen Musik
VII Kommunikations- und Distributionsformen von Punk und Elektro im Vergleich
7.1 Tonträger
7.1.1 Entwicklung: Vom Phonographen zur mp3
7.1.2 Tonträger in Punk und Elektro
7.2 Musikmagazine und Fanzines
7.2.1 Magazine
7.2.2 Fanzines
7.2.2 Printmedien des Punks
7.2.3 Von Groove bis De:Bug
7.3 Online-Fanzines
7.4 Künstler-Webseiten und deren myspace-Auftritte
7.4.1 Homepages
7.4.2 myspace.com
7.4.3 Punkbands
7.4.4 DJs
7.4.5 Das Gesamtkonzept Cocoon
7.5 Radios und Webradios
7.5.1 Webradio vs. Radio im Web
7.5.2 Radionutzung von Punk und Elektro
7.6 physische und non-physische Distributionsformen
7.6.1 P2P-Filesharing-Netzwerke
7.6.2 Music-On-Demand
7.6.3 Kostenlose, legale Angebote
7.6.4 Versandhandel
7.6.5 Vertriebe
7.7 Label und Netlabel
7.7.1 Label
7.7.2 Netlabel
7.7.3 Punk-Label
7.7.4 elektronische Label
7.8 Podcasts
7.9 Videoclips und Konzertübertragungen
7.10 Flyer
7.11 Liveauftritte
7.12 Newsletter und Foren
7.13 Plattenläden als Szenetreffpunkt
XIII Punk vs. Elektro - Gemeinsamkeiten und Differenzen
8.1 Gesellschaftliche Vergleichsaspekte
8.2 Kleidung
8.3 Do It Yourself (DIY)
IX Zusammenfassender Vergleich der Kommunikations- und Distributionsformen beider Teilkulturen
X Ausblick
XI Literaturverzeichnis
XII Interviewpartner
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kommunikations- und Distributionsstrategien der beiden musikalischen Teilkulturen Punk und elektronische Musik ("Elektro") in Deutschland im Kontext des Internets. Das primäre Ziel ist es, aktuelle Entwicklungstendenzen dieser Genres zu analysieren, wobei Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Nutzung digitaler Medien und in der Produktion musikalisch relevanter Inhalte hervorgehoben werden, unter besonderer Berücksichtigung der Rahmenbedingungen des Urheberrechts.
7.1.1 Entwicklung: Vom Phonographen zur mp3
Die Erfindung des Phonographen durch Thomas A. Edison revolutionierte die Musikwirtschaft nachhaltig: die bislang nicht greifbare Musik wurde sichtbar, tragbar, wiederholbar und sogar manipulierbar. Mit Alexander Graham Bells Grammophon, das ab 1895 das Trägermaterial Schellack verwendete, verbesserten sich die Klangqualitäten der Wiedergabe 1885 erneut um ein Vielfaches. Der Nachteil der geringen Speicherkapazitäten konnte schließlich von der durch Peter Carl Goldmark für die Firma RCA entwickelten Polyvinylchlorid-Single (Vinyl), die sich durch 45 U/min und statt den bisherigen 85 Rillen/Inch durch 224-300 Rillen auszeichnete, abgelöst werden. Der Mitbewerber Columbia brachte wenig später stattdessen eine Langspielplatte mit 33 1/3 U/min und einer Spieldauer von 23 min je Seite auf den Markt.
Seit den zwanziger Jahren verbesserten Innovationen bei elektrischen Aufnahmesystemen die Qualität der Wiedergabe durch die Verbreiterung des reproduzierbaren Frequenzbereiches auf 100 bis 5.000 Hertz (zuvor lag er bei mechanischen Aufnahmen zwischen 168 und 2.000 Hertz), was sich durch die Erfindung des Full Frequency Range Recording im Verlauf des Zweiten Weltkrieges auf 14.000 Hertz steigerte. Etwa zeitgleich mit den elektrischen Aufnahmesystemen kamen die ersten Mikrophone für elektroakustische Aufnahmen auf den Markt, die zusammen mit der von BASF entwickelten Magnettonaufzeichnung die bisherige Aufnahmepraxis auf Wachsplatten ablösten und die Tonbearbeitung durch kostengünstige Wiederholbarkeit der Aufnahmen um die Möglichkeiten der Veränderung und Montage erweiterten.
I Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der Internettechnologie auf die Musikverbreitung und setzt den Fokus der Untersuchung auf die Kommunikations- und Distributionsformen von Punk und elektronischer Musik.
II Das neue Medium Internet: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Internets und erläutert dessen spezifische Eigenschaften, die es von traditionellen Massenmedien abheben.
III Urheberrecht und verwandte Leistungsschutzrechte: Hier werden die rechtlichen Grundlagen der Musikverwertung beleuchtet, einschließlich der Rolle von GEMA, GVL und internationaler Abkommen.
IV Subkulturen - Teilkulturen - Gegenkulturen - Jugendkulturen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis durch soziologische Definitionen von Subkulturen und deren Abgrenzung zum Mainstream.
V Die Punkbewegung: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über die Entstehung des Punks in den USA, England und Deutschland sowie dessen Aufspaltung in verschiedene Subgenres.
VI Die Entwicklung der Elektronischen Musik: Der Autor beschreibt die historische Genese elektronischer Musik von der Musique concrete bis hin zu den verschiedenen modernen Ausprägungen wie Techno und House.
VII Kommunikations- und Distributionsformen von Punk und Elektro im Vergleich: Dieses umfangreiche Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Kanäle wie Tonträger, Fanzines, Webseiten, soziale Netzwerke, Radios und Live-Events.
XIII Punk vs. Elektro - Gemeinsamkeiten und Differenzen: Hier werden die Szenen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Aspekte, Kleidung und des DIY-Ethos vergleichend gegenübergestellt.
IX Zusammenfassender Vergleich der Kommunikations- und Distributionsformen beider Teilkulturen: Eine Synthese der Ergebnisse, die die unterschiedlichen Strategien der beiden Szenen im Umgang mit dem Internet bewertet.
X Ausblick: Der Ausblick diskutiert zukünftige Entwicklungen und die Wahrscheinlichkeit, dass physische Tonträger durch digitale Angebote ersetzt werden.
Punk, Elektronische Musik, Elektro, Internet, Musikdistribution, Tonträger, Fanzines, Urheberrecht, DIY, Netlabel, Musikwirtschaft, Kommunikation, Social Networks, Live-Events, Online-Vertrieb
Die Magisterarbeit untersucht und vergleicht die Kommunikations- und Distributionsstrategien der beiden musikalischen Teilkulturen Punk und elektronische Musik im Kontext der Digitalisierung und der modernen Internettechnologien.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Tonträgern, die Rolle von Musikmagazinen und Fanzines, den Einfluss von Künstler-Webseiten und sozialen Netzwerken sowie die Bedeutung von Live-Veranstaltungen und rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem Urheberrecht.
Ziel ist es, die spezifischen Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Mediennutzung und Vermarktung der beiden Genres zu verstehen und zu erklären, wie diese Szenen auf die Herausforderungen der digitalen Musikwelt reagieren.
Die Grundlage der Arbeit bilden schriftliche Kurzinterviews mit Labelchefs, Betreibern von Mailordern und Vertrieben sowie Künstlern, ergänzt durch teilnehmende Beobachtung bei Events und eine qualitative Analyse von Internetauftritten.
Der Hauptteil gliedert sich in historische Abrisse zu Punk und Elektro sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Distributionsformen – vom physischen Tonträgerhandel und Fanzines bis hin zum P2P-Filesharing, Webseiten und modernen Netlabels.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Punk, Elektro, Digitalisierung, Urheberrecht, DIY-Ethos, Distribution und Subkultur geprägt.
Obwohl beide Genres im Untergrund entstanden sind, zeigen sie unterschiedliche Affinitäten zu Technologie und Mainstream, was sich in ihrer jeweils spezifischen Kommunikation und Art der Selbstorganisation widerspiegelt.
Während beide Szenen Herausforderungen durch die Digitalisierung erleben, zeigen sie unterschiedliche Ansätze, etwa durch den Einsatz von Creative Commons Lizenzen oder die Gründung eigener Netlabels als "Gegenpol" zur etablierten Musikindustrie.
Trotz der zunehmenden Digitalisierung fungieren Fanzines – sowohl in gedruckter als auch in Online-Form – weiterhin als essenzielle Informationsmittel und Identitätsanker für beide Musikszenen.
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