Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008
23 Seiten
I. Marie Louise von Österreich (Biografie)
II. Die Genese der Statue der „Concordia“
III. Die „Concordia“ als Spiegelbild der Charaktereigenschaften Marie Louises und als Spiegelbild geschichtlicher Zusammenhänge
IV. Überlegungen zu möglichen Vorbildern zur Statue der „Concordia“
1.1. Marie Louise – eine Annäherung an Juno
1.2. Die Marmorstatuette der „Tellus“ („Terra Mater“) als mögliches Vorbild für die „Concor dia“
2.1. Canovas „Italia-Begriff“, dargelegt am Beispiel des „Alfieri“-Monuments von 1806-10
2.2. Marie Louise von Österreich als Symbol für ein vereintes und unabhängiges Italien
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Bewusstsein des Bildhauers Antonio Canova anhand seiner Statue der „Concordia“, die Marie Louise von Österreich darstellt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Canova durch die gezielte Nutzung antiker Vorbilder und Mehrdeutigkeiten in der Figurengestaltung politische Ideale einer italienischen Unabhängigkeit in sein Werk einbettete, die über die reine Repräsentation des napoleonischen Kaiserreichs hinausgingen.
Die Genese der Statue der „Concordia“
Am 15. Oktober 1810 begann Canova, das Porträt der Kaiserin nach dem Leben auszuführen, "aus dem Stegreif und mit wenigen Blicken, während sie mit ihren Damen Billiard spielte, und in drei Sitzungen. Ich habe einen eher fröhlichen als ernsten Moment gewählt."18 Einige Tage später äußerte der Bildhauer gegenüber Napoleon: "Ich sagte ihm, dass der heitere Ausdruck mehr mit dem Charakter der Concordia übereinstimme, die ich für die Kaiserin ausgewählt habe, das sind wir ihr für den Frieden schuldig."19 Der Bildhauer hatte die Originalgipsbüste (Abb. 2), die sich heute in der Gipsoteca von Possagno befindet, nach eigener Aussage am 4. November 1810 vollendet.20 Napoleon kam einige Tage später, um die Büste zu begutachten. "Sie ist zu jugendlich dargestellt",21 urteilte er. Das Porträt Marie Louises nach dem Leben gilt als eines der realistischsten Bildnisse Canovas, da es von ihm kaum idealisiert wiedergegeben worden ist.
I. Marie Louise von Österreich (Biografie): Dieses Kapitel beleuchtet das Leben von Marie Louise von Österreich von ihrer Hochzeit mit Napoleon 1810 bis zu ihrer Rolle als Regentin und dem Ende der napoleonischen Ära.
II. Die Genese der Statue der „Concordia“: Hier wird der Entstehungsprozess der Statue beschrieben, von den ersten Sitzungen im Jahr 1810 über die Konzeption der Büste bis hin zur ideellen Umsetzung des Concordia-Motivs.
III. Die „Concordia“ als Spiegelbild der Charaktereigenschaften Marie Louises und als Spiegelbild geschichtlicher Zusammenhänge: Dieses Kapitel analysiert die Statue als Abbild der Persönlichkeit Marie Louises sowie als Ausdruck der politischen Allianz zwischen Österreich und Frankreich.
IV. Überlegungen zu möglichen Vorbildern zur Statue der „Concordia“: Es werden antike Vorbilder wie Juno und Tellus (Terra Mater) untersucht, die Canova als Grundlage für die symbolische Aufladung seiner Statue dienten.
1.1. Marie Louise – eine Annäherung an Juno: Die formale und inhaltliche Analogie zwischen der Statue und antiken Juno-Darstellungen wird hier als Mittel der Bedeutungssteigerung interpretiert.
1.2. Die Marmorstatuette der „Tellus“ („Terra Mater“) als mögliches Vorbild für die „Concor dia“: Dieser Abschnitt zeigt auf, wie Canova durch die Anlehnung an die Tellus-Figur eine Verbindung zur Fruchtbarkeit und zum Italia-Begriff herstellt.
2.1. Canovas „Italia-Begriff“, dargelegt am Beispiel des „Alfieri“-Monuments von 1806-10: Das Alfieri-Monument wird als zentrales Referenzwerk für Canovas nationales Bewusstsein und seine patriotischen Bestrebungen analysiert.
2.2. Marie Louise von Österreich als Symbol für ein vereintes und unabhängiges Italien: Abschließend wird die These entfaltet, dass die Statue über die politische Repräsentation hinaus als Utopie und Sinnbild für den Wunsch nach einem freien und vereinten Italien fungiert.
Antonio Canova, Marie Louise von Österreich, Concordia, Napoleon Bonaparte, Italienische Einigung, Klassizismus, Politische Ikonographie, Juno, Tellus, Alfieri-Monument, Skulptur, Österreich, Frankreich, Patriotismus, Bildhauerei.
Die Arbeit untersucht das politische Engagement des italienischen Bildhauers Antonio Canova, insbesondere im Hinblick darauf, wie er durch die Statue der „Concordia“ politische Botschaften und nationale Sehnsüchte in sein Werk integrierte.
Zentrale Themen sind die napoleonische Ära, die dynastische Heiratspolitik zwischen Habsburg und Bonaparte, die Kunst als politisches Gestaltungsmittel sowie die Rezeption antiker Mythologie im 19. Jahrhundert.
Das Ziel ist es zu belegen, dass die Statue der Marie Louise als „Concordia“ nicht nur ein politisches Repräsentationsobjekt Napoleons darstellt, sondern eine subtile, vom Künstler gewählte Ebene enthält, die auf die Sehnsucht nach einem unabhängigen Italien hindeutet.
Es wird eine kunsthistorische Analyse angewandt, die biografische Fakten, zeitgenössische Quellen sowie vergleichende Ikonographie (Abgleich der Statue mit antiken Vorbildern) kombiniert.
Der Hauptteil widmet sich der Entstehungsgeschichte der Statue, der Rolle von Marie Louise im historischen Kontext und der tiefgreifenden Analyse von Canovas Vorbildern aus der Antike, insbesondere Juno und Tellus.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Canovas „Italia-Begriff“, das Verhältnis zwischen Kunst und Macht, die symbolische Bedeutung der „Concordia“ und die Transformation antiker Bildsprache in den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts.
Das „Alfieri-Monument“ gilt als Beweis für Canovas explizites nationales Bewusstsein; die dort gezeigte „Italia“-Personifikation dient der Autorin als Schlüssel, um auch die Statue der Marie Louise als Symbol für ein vereintes Italien zu interpretieren.
Die Wahl der Concordia, der Göttin der Eintracht, sollte die eheliche Verbindung zwischen der habsburgischen Kaisertochter und Napoleon sowie den Frieden zwischen Österreich und Frankreich unterstreichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

