Diplomarbeit, 2008
151 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Politik versus Unterhaltung? – Einleitung
1.1. Zielstellung
1.2. Fokus Fernsehen
1.3. Herangehensweise
2. Information und Unterhaltung
2.1. Information
2.2. Mediale Informationsvermittlung
2.3. Unterhaltung
2.4. Inszenierung
3. Infotainment
3.1. Zur Vermischung von Information und Unterhaltung
3.2. Entwicklungstendenzen in Fernsehformaten
3.2.1. Quantitative und qualitative Veränderungen
3.2.2. Quotendiktat
3.2.3. Fixierung der Rezipienten
3.2.4. Amerikanisierung
3.3. Formen des Infotainment
3.4. Nachrichten – die inszenierte Information
3.4.1. Format und Konzept
3.4.2. Nachrichtenfaktoren
3.4.3. Technische Darstellungseffekte
4. Zum Verhältnis von Politik und Medien
4.1. Abhängigkeits- und Wechselbeziehungen
4.2. Öffentlichkeit
4.2.1. Mediale Herstellung politischer Öffentlichkeit
4.2.2. Öffentliche Kommunikation im Umbruch
4.3. Politische Kommunikation im öffentlich-medialen Raum
5. Politainment - Politik im Unterhaltungsformat
5.1. Angewandte Nachrichtenfaktoren und Stilmittel
5.1.1. Prominenz und faciale Gesellschaft
5.1.2. Privatisierung und Personalisierung
5.1.3. Identifikation und parasoziale Interaktion
5.1.4. Emotionalisierung und Involviertheit
5.1.5. Skandalisierung und Negativismus
5.1.6. Simplifizierung und Stereotypisierung
5.2. Politische Akteure und Politainment – exemplarische Beispiele
5.2.1. John F. Kennedy – der erste Fernsehpräsident
5.2.2. Ronald Reagan – der Präsident aus Hollywood
5.2.3. Gerhard Schröder – der Medienkanzler
5.3. Grenzen und Scheitern
5.3.1. Guido Westerwelle bei „Big Brother“
5.3.2. Rudolf Scharpings „Pool-Affäre“
6. Zur Funktionalität von Politainment – Zusammenfassung und Ausblick
6.1. Politainment als Negativkonnotation – Gefahren
6.1.1. Untergang der Information
6.1.2. Zerrbild der Realität
6.1.3. Verlust an Authentizität und Ehrlichkeit
6.2. Politainment als Ausdruck gesellschaftlicher Bedürfnisse – Chancen
6.2.1. Informationszugang durch Unterhaltung
6.2.2. Meinungsbildung Meinungsloser
6.2.3. Aktive Rezeption
Die Arbeit untersucht das Phänomen Politainment als eine Variante des Infotainments, bei der politische Kommunikation im Fernsehen zunehmend durch Unterhaltungselemente inszeniert wird. Ziel ist es, das komplexe Wechselverhältnis zwischen Politik und Medien zu beleuchten und aufzuzeigen, wie politische Akteure diese Inszenierung als Strategie nutzen, um Aufmerksamkeit zu erlangen, wobei auch die damit verbundenen Risiken und Grenzen analysiert werden.
3.4. Nachrichten – die inszenierte Information
Es erscheint besonders deshalb interessant, Nachrichtensendungen genauer zu betrachten, weil es sich hierbei 1. um ein Format handelt, das womöglich am ehesten als reines Informationsformat wahrgenommen wird, weil hier 2. ausdrücklich der Anspruch an einen hohen Informationsgehalt erhoben wird und weil hier 3. vor allem Themen abgehandelt werden, die im Kern gar nicht unterhaltsam sind bzw. sein sollen. So geht es überwiegend um Fakten der aktuellen Entwicklung in Politik und Wirtschaft, um Kultur peripher. Inwiefern also weisen Informationssendungen, wie die Nachrichten, Tendenzen des Infotainment auf, das heißt, beinhalten sowohl Elemente der Unterhaltung als auch der Inszenierung?
Tatsächlich handelt es sich bei den zuvor aufgezählten Merkmalen um ein Idealbild von Nachrichten: Sie vermitteln Fakten und bilden die Wirklichkeit ab, Auswahl der Nachrichten und deren Präsentation verlaufen objektiv, Informationsvermittlung und die Bewertung bestimmter Inhalte sind getrennt und Nachricht und Meinung werden als separate Größen betrachtet. Doch schon 1922 erkannte Walter Lippmann (bezüglich des Berichterstatters): „Was er für seinen Bericht von einem Ereignis hält, ist zumeist in Wirklichkeit dessen Umwandlung.“ Medien konstruieren Wirklichkeit, also auch Nachrichten. Linguist Ulrich Püschel erklärt dazu, dass Medien als abstrakte Größen zwar nicht handeln können, ihre Kommunikatoren hingegen natürlich schon. Gleichzeitig schaffen die Rezipienten während ihrer aktiven Verarbeitung der Medieninhalte ihre eigenen Wirklichkeiten. Diese entsteht durch das Bild, was sie ihrer Umgebung entlehnen, zu der auch die Massenmedien zählen, die ihre Erfahrungen ganz erheblich mitprägen.
1. Politik versus Unterhaltung? – Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Politainment ein und definiert die Problemstellung der zunehmenden Vermischung von Unterhaltung und politischer Kommunikation im Fernsehen.
2. Information und Unterhaltung: Dieses Kapitel untersucht die grundlegenden Begriffe Information und Unterhaltung sowie die Rolle der Massenmedien bei deren Vermittlung und Inszenierung.
3. Infotainment: Das Kapitel analysiert das Phänomen Infotainment, beleuchtet Entwicklungstendenzen, neue Fernsehformate und die spezifische Bedeutung von Nachrichten als potenziell inszenierte Information.
4. Zum Verhältnis von Politik und Medien: Hier wird die komplexe Wechselbeziehung zwischen dem Politik- und dem Mediensystem erläutert sowie die Rolle der Öffentlichkeit für politische Kommunikation.
5. Politainment - Politik im Unterhaltungsformat: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Strategien der Selbstinszenierung von Politikern, analysiert Nachrichtenfaktoren und Stilmittel anhand historischer Beispiele und diskutiert Grenzen und Scheitern.
6. Zur Funktionalität von Politainment – Zusammenfassung und Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert sowohl Chancen als auch Gefahren des Politainment für die politische Kommunikation.
Politainment, Infotainment, Politische Kommunikation, Fernsehmedien, Inszenierung, Medienlogik, Skandalisierung, Personalisierung, Emotionalisierung, Öffentlichkeit, Medienkompetenz, Politikvermittlung, Nachrichtenfaktoren, Fernsehen, Politische Strategie.
Die Arbeit analysiert das Phänomen „Politainment“ – die unterhaltsame Aufbereitung politischer Kommunikation im Fernsehen – und untersucht dessen Auswirkungen auf die Qualität der politischen Berichterstattung.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Politik und Medien, die Rolle von Nachrichtenfaktoren im Fernsehen, Strategien der Selbstinszenierung von Politikern sowie die Chancen und Gefahren, die aus der Vermischung von Information und Unterhaltung resultieren.
Ziel ist es, Politainment als strategische Methode politischer Akteure zu untersuchen, ihre Anwendung an Beispielen zu veranschaulichen und zu prüfen, ob die Mediatisierung von Politik zu einem Verlust an Sachinformation oder zu einem verbesserten Zugang für die Bevölkerung führt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse bestehender medien- und politikwissenschaftlicher Forschungsliteratur sowie der Auswertung aktueller Beispiele aus dem Fernsehprogramm.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Beschreibung von Politainment-Strategien wie Skandalisierung, Personalisierung und Emotionalisierung und analysiert, wie prominente Politiker diese Strategien aktiv einsetzen, aber auch daran scheitern können.
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Politainment, Infotainment, Mediatisierung, Inszenierung, Medienlogik und politische Kommunikation.
Die Autorin hebt John F. Kennedy, Ronald Reagan und Gerhard Schröder als „Kenner und Könner“ hervor, die ihre Medienpräsenz gezielt zur Gestaltung ihres öffentlichen Images und zur erfolgreichen Kommunikation ihrer Politik einsetzten.
Bei Guido Westerwelle war der Auftritt bei „Big Brother“ zu sehr auf ein niedriges Niveau ausgerichtet, während bei Rudolf Scharpings „Pool-Affäre“ die Diskrepanz zwischen seinem hedonistischen Auftreten und dem ernsten politischen Kontext zu einem massiven Vertrauensverlust führte.
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