Bachelorarbeit, 2021
59 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Themenstellung und Relevanz der Themenstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Methodenwahl
2 Geld
2.1 Definitionsversuch und Taxonomie des Geldes
2.2 Funktionen von Geld
2.3 Geldmengenaggregate und Geldschöpfungsprozess
2.4 Kurzdarstellung der Ziele und Instrumente der Europäischen Zentralbank zur Geldmengensteuerung
3 Geldtheorien als Grundlage der Geldpolitik
3.1 Neoklassische Geldtheorie
3.2 Wettbewerb des Geldwesens nach Hayek
3.3 Geldtheorie nach Schumpeter
3.4 Keynesianische Geldtheorie
4 Digitales Zentralbankgeld
4.1 Geldsystem mit digitalem Zentralbankgeld
4.2 Motive für die Implementierung von digitalem Zentralbankgeld
4.3 Risiken in Verbindung mit digitalem Zentralbankgeld
4.4 Implikationen von digitalem Zentralbankgeld für die Geldpolitik
5 Conclusio
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von digitalem Zentralbankgeld (DZB) im Kontext klassischer Geldtheorien und analysiert dessen potenzielle Auswirkungen auf die Geldpolitik, das Bankensystem sowie die Struktur des Geldes selbst.
3.2 Wettbewerb des Geldwesens nach Hayek
In seinem Buch Entnationalisierung des Geldes aus dem Jahr 1976 entwickelt Hayek den verblüffenden, weil fernab von jeder politischen Realität stehenden Vorschlag, den nationalen Regierungen das Monopol zur Geldemission zu entziehen. Vielmehr sollte die Geldversorgung in private Hände gelegt werden und einem Wettbewerb ausgesetzt sein. Bis zu diesem Vorschlag von Hayek galt das staatliche Geldmonopol als weitgehend sakrosankt und wurde von kaum einem Ökonomen ernsthaft hinterfragt. Die ersten Ansätze seiner Idee hat er bereits auf einer Ansprache der Geld- und Währungkonferenz 1975 in Lausanne formuliert: „Warum sollten die Leute nicht frei entscheiden lassen, welches Geld sie verwenden sollen. Warum sollten private Banken nicht frei sein, Geld zu emittieren, womöglich auch über Landesgrenzen hinweg?“ Die Konkurrenz zwischen verschiedenen Geldanbietern würde dafür sorgen, dass sich der Wunsch nach einem stabilen Zahlungsmittel durchsetzt. Geld, das keinen stabilen Wert aufweist, würde sich am Markt nicht halten. Hayek argumentiert, dass abgesehen von der Gewöhnung an die etablierte Marktstruktur es keinen Grund dafür gibt, in diesem für die Marktkoordination so wichtigen Bereich einem Monopol zu vertrauen. Monopole haben die Eigenschaft, dass sich der/die Bürger/in mit der angebotenen Ware zufriedengeben muss, auch dann, wenn sie seine/ihre Bedürfnisse nicht vollständig befriedigt. Das Wesen des Monopols besteht darin, dass der/die Kunde/in bei Unzufriedenheit nicht auf andere Güter ausweichen kann. Darüber hinaus sind Monopole innovationshemmend.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Digitalisierung des Geldes ein, stellt die Forschungsfrage nach der Rolle des digitalen Zentralbankgeldes vor dem Hintergrund klassischer Geldtheorien und beschreibt die methodische Vorgehensweise.
2 Geld: Hier werden grundlegende Definitionen von Geld, seine zentralen Funktionen sowie die Mechanismen der Geldschöpfung und die geldpolitischen Instrumente der EZB detailliert erläutert.
3 Geldtheorien als Grundlage der Geldpolitik: Dieses Kapitel analysiert verschiedene geldtheoretische Ansätze, darunter die Neoklassik, Hayeks Wettbewerb des Geldwesens, Schumpeters Kredit- und Geldtheorie sowie die keynesianische Perspektive.
4 Digitales Zentralbankgeld: Hier wird die Funktionsweise eines Geldsystems mit digitalem Zentralbankgeld untersucht und eine kritische Auseinandersetzung mit den Motiven, Risiken sowie den geldpolitischen Auswirkungen geführt.
5 Conclusio: Die Conclusio fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Implikationen einer Einführung von digitalem Zentralbankgeld auf das bestehende Finanzsystem.
Digitales Zentralbankgeld, Geldpolitik, Geldschöpfung, Neoklassische Geldtheorie, Wettbewerb des Geldwesens, Friedrich Hayek, Joseph Schumpeter, Keynesianismus, Zentralbank, Geschäftsbanken, Geldmengensteuerung, Finanzsystem, Blockchain, Liquidität, Inflation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und den Auswirkungen von digitalem Zentralbankgeld (DZB) und stellt dieses in den Kontext bekannter klassischer geldtheoretischer Strömungen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Funktion von Geld, die theoretischen Grundlagen der Geldpolitik, die Mechanismen der Geldschöpfung sowie die ökonomischen Konsequenzen einer digitalen Währungsform.
Das Ziel ist es, die Rolle von digitalem Zentralbankgeld vor dem Hintergrund traditioneller Geldtheorien zu bewerten und die Auswirkungen auf das Bankensystem und die Geldsteuerung zu hinterfragen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und -analyse, bei der relevante wissenschaftliche Quellen und Fachliteratur systematisch gesichtet und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil erstreckt sich von den begrifflichen Grundlagen über die detaillierte Darstellung geldtheoretischer Konzepte bis hin zur Analyse spezifischer Risiken und Chancen von digitalem Zentralbankgeld.
Wichtige Begriffe sind Digitales Zentralbankgeld, Geldschöpfung, Geldpolitik, sowie die theoretischen Ansätze von Hayek, Schumpeter und Keynes.
Die Arbeit zeigt auf, dass durch die Einführung von DZB die Fähigkeit der Geschäftsbanken, Kredite zu schöpfen, eingeschränkt werden könnte, da private Akteure Einlagen von Geschäftsbanken zur Zentralbank abziehen könnten.
Die Blockchain dient als technologisches Fundament, das Transaktionen dezentral validiert und somit Kosteneffizienz und Transparenz im Zahlungsverkehr erhöhen kann, aber auch neue operative Risiken birgt.
Ein zentrales Risiko ist die Möglichkeit von zyklischen Bank Runs, da Kunden in Krisenzeiten ihre Einlagen bei Geschäftsbanken schneller in das sicherere digitale Zentralbankgeld umschichten könnten.
Dies liegt an den komplexen operativen Risiken, dem Schutz des traditionellen Bankensystems und dem Ziel, die Stabilität der Preisniveaus und das Vertrauen in die Zentralbank nicht zu gefährden.
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